"Unter Schuster sind wir disziplinierter"

Dennis Kempe vom FC Erzgebirge Aue fiel zu Saisonbeginn lange aus. Vergangene Woche wurde er in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Nach der Länderspielpause winkt gegen den 1. FC Nürnberg der Startelfeinsatz.

Aue.

Dennis Kempe hat in seiner Karriere schon zu viel erlebt, um angesichts seiner langen Verletzungspause nervös zu werden. "Für mich ist das kein Problem, sich hintenanzustellen. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da", meinte der 33 Jahre alte Verteidiger vom FC Erzgebirge Aue am Donnerstag mit Blick auf seine Aussichten, seinen Stammplatz aus der Vorsaison beim Fußball-Zweitligisten wieder zurückzuerobern. Während der robuste Abwehrrecke zu Saisonbeginn eine Knieoperation auskurierte, machten seine Vertreter einen guten Job. Das belegt die Tabelle, in der die Auer mit 15 Punkten auf Rang vier stehen. "Durch den guten Saisonstart haben wir uns gehörig Selbstvertrauen erarbeitet. Aber: Wir müssen auf dem Teppich bleiben und fleißig unsere Punkte sammeln."

Dreimal wurde Kempe diese Saison eingewechselt. Nach zwei Kurzeinsätzen war er vergangene Woche beim 2:2 gegen den SV Sandhausen über 40 Minuten gefordert. "Es war wichtig für mich, wieder länger zu spielen und anschließend keine Probleme zu haben", erklärte er. Beim 2:2 im Testspiel gegen den Halleschen FC am Donnerstag wirkte er eine Stunde lang mit, dirigierte als Kapitän in der Abwehr die zweite Garde um sich herum und gab auch danach grünes Licht. "Er hat auch in Sandhausen schon ein gutes Spiel gemacht. Aktuell ist er noch dabei, den Trainingsrückstand aufzuholen", sagte Trainer Dirk Schuster.

Der Routinier ist damit aber deutlich weiter als noch in der letzten Länderspielpause vor einem Monat, als er gegen Auerbach auflief und anschließend über muskuläre Probleme klagte. Danach ging er einen Schritt zurück, absolvierte ein Aufbautraining. "Es macht einfach keinen Sinn, mit 70 Prozent in die Spiele zu gehen. Das war auch keine kleine Verletzung - und ich möchte in der restlichen Saison verletzungsfrei bleiben", so Kempe.

Schuster plant mit dem gestandenen Profi, der das Alleinstellungsmerkmal unter den Auer Verteidigern besitzt, ein Linksfuß zu sein. Der Coach sieht die Chance auf Einsatzzeiten für Kempe ohnehin optimistischer als der Spieler selbst. "Er hat uns aufgezeigt, dass er mehr als nur eine Alternative sein kann - auch schon für die Partie gegen den 1. FC Nürnberg."

Gegen den Bundesligaabsteiger dürfte es im Heimspiel nächste Woche Freitag wieder auf die Qualitäten ankommen, die Kempe verkörpert: Zweikampfstärke, Härte und Einsatzfreude. "Nürnberg ist spielerisch sehr stark und flexibel in der Offensive. Zu Hause haben sie Probleme, aber auswärts sind sie in der bisherigen Saison gut. Das haben sie in Hannover mit dem 4:0 eindrucksvoll bewiesen", so die Einschätzung von Kempe.

Unter Schuster habe die Mannschaft einen Schritt nach vorn gemacht, sagt der Hüne: "Wir sind disziplinierter gegen den Ball. Da gibt es ganz klare Mechanismen." Und daher will er auch gegen Nürnberg punkten: "Ich sehe uns nicht chancenlos. Wenn wir mit dem Selbstvertrauen, das wir aktuell haben, unsere Leistung abrufen, ist alles möglich: auch drei Zähler."


2:3-Niederlage gegen Halle 

Der FC Erzgebirge Aue hat am Donnerstag das Testspiel gegen den Halleschen FC mit 2:3 (2:2) verloren. FCE-Trainer Dirk Schuster setzte in der Partie, die ohne Zuschauer im Erzgebirgsstadion stattfand, Spieler ein, die zuletzt weniger Einsatzzeiten bekamen. Beim Drittligisten aus Sachsen-Anhalt hingegen lief nahezu die erste Mannschaft auf. "Das Ergebnis ist für mich zweitrangig", sagte FCE-Trainer Dirk Schuster. "Für uns war es wichtig, dass die Spieler, die hintendran sind, Spielpraxis bekommen. Und das gegen einen Gegner, den ich in dieser Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga zutraue."

Philipp Zulechner (13., 26.) brachte die Erzgebirger zweimal in Führung. "Die Tore sind wichtig für mich. Es gibt Selbstvertrauen, wenn man weiß, dass man noch treffen kann", sagte der Österreicher, der im Sturm aktuell nicht an Pascal Testroet vorbeikommt. "Da kann ich mich nicht beschweren: Paco spielt gut und trifft." Für die Hallenser glich Jonas Nietfeld mit einem Doppelpack aus (22., 26.). Jannes Vollert erzielte in der 70. Minute den Siegtreffer.

Auf Länderspielreise sind aktuell drei Veilchen: John-Patrick Strauß für die Philippinen, Marko Mihojevic für Bosnien-Herzegowina und Florian Krüger für die deutsche U-20-Auswahl. (sesi)

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