Wydra oder Tiffert - Wer füllt die Lücke in Aues Abwehrzentrum?

Beim FC Erzgebirge droht Steve Breitkreuz für die morgige Partie gegen Jahn Regensburg auszufallen. Zwei Profis des Fußball- Zweitligisten haben die Rolle des Verletzten bereits ausgefüllt.

Aue.

Aues Trainer Daniel Meyer hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass er seinen Abwehrchef morgen um 18.30 Uhr gegen Jahn Regensburg auf den Rasen im Erzgebirgsstadion schicken kann. "Steve Breitkreuz hat noch mit den Nachwirkungen vom Zusammenprall aus dem Bochum-Spiel zu kämpfen. Ob er spielt, wird sich kurzfristig entscheiden", sagte der Coach des FC Erzgebirge gestern.

Breitkreuz war beim 1:2 im Ruhrgebiet im ersten Durchgang ausgewechselt worden. Nach einer Untersuchung des Kopfes gaben die Ärzte Entwarnung, bis gestern stand der 26-Jährige aber noch nicht auf dem Trainingsplatz. Und so muss sich Meyer eine Alternative für die Rolle des Abwehrchefs suchen.

Bevor Breitkreuz im Sommer aus Braunschweig nach Aue zurückkehrte, hatten Christian Tiffert und Dominik Wydra im Zentrum der Verteidigung gespielt. "Christian war sieben Wochen am Knie verletzt. Ich habe zuletzt mit ihm gesprochen und da hat er mir gesagt, dass er noch nicht beschwerdefrei sei", erklärte Meyer. "Dominik Wydra hat einfach eine andere Wettbewerbsspannung."

Der Österreicher war am Sonnabend in Bochum für Breitkreuz in die Partie gekommen. "Er hat die schwierige Situation, plötzlich gegen einen offensivstarken Gegner reingeworfen zu werden, gut gelöst", meinte Meyer. "Das war wirklich ein Einsatz aus der 'Kalten'", sagte Wydra. "Vor allem, wenn man bedenkt, dass ich davor zwei Monate nicht zum Einsatz gekommen bin."

Vergangene Saison war das anders. In der Hinrunde war der gebürtige Wiener der unumstrittene Abwehrchef. Seine Leistungen hatten ihm sogar die Berufung in die österreichische Nationalmannschaft eingebracht. Eine Sperre und kleinere Verletzungen sorgten nach der Winterpause für einen Bruch. Genauso musste er diese Saison zum Auftakt passen, trug anschließend beim 0:2 gegen Sandhausen seinen Teil zum schwächsten Auer Auftritt der Saison bei. "Natürlich hat mich das beschäftigt. Ich habe aber daraus gelernt und versuche jetzt, vieles entspannter zu sehen und gleichzeitig jede Chance zu nutzen, die sich mir bietet", erklärte Wydra. "Man muss ja auch sagen, dass die Anderen ihre Aufgabe gut gelöst haben." Morgen hat der 24-Jährige wahrscheinlich die Möglichkeit, sich aufzudrängen.

Leicht wird das nicht: Die Regensburger konnten zuletzt überzeugen, sind seit neun Partien ungeschlagen. "Der Kollege Achim Beierlorzer ist der RB-Schule entsprungen - und das sieht man auch. Sie haben viel Zug zum Tor, üben ein extremes Pressing aus", analysierte Meyer. Doch die Auer wissen, wie man die Bayern bezwingt. Vergangene Saison hatten die Veilchen gegen den Jahn mit einem 1:o zu Hause und einem 3:1 auswärts die maximale Punktausbeute eingefahren. "Wir müssen uns aus ihrem Pressing befreien und den Ball laufen lassen - das haben wir in den letzten Duellen gut gemacht", erklärte Wydra das Erfolgsrezept. "Für die Fans im Stadion wirkt es immer riskant, wenn wir auch in Drucksituationen sauber das Spiel aufbauen. Ich denke, wir können das Risiko gut abwägen."

Eine Alternative zu dieser Spielweise sieht der Verteidiger ohnehin nicht. "Das Spiel in Bochum hat gezeigt, dass es in dieser Liga schwer wird, wenn man die Bälle nur hinten herausschlägt. Da ist es auch egal, gegen wen man spielt - je mehr Aktionen mit dem Ball man dem Gegner gibt, desto mehr Torchancen wird er bekommen", so Wydra. "Und irgendwann kann man nicht mehr alles verteidigen."

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