1:2 in Jena: Zwickau gibt Führung noch leichtfertig aus der Hand

Fußball-Drittligist FSV verliert durch zwei Gegentore nach Standards beim Tabellenschlusslicht. Die Thüringer holten unter Interimscoach René Klingbeil erst den zweiten Heimsieg in dieser Saison.

Jena.

Wie bitter ist das denn? Gegen in der Offensive über weite Strecken harmlose Jenaer verliert der FSV Zwickau im Montagsspiel der 3. Fußball-Liga mit 1:2 (1:0). Durch zwei Standard-Gegentore in der zweiten Halbzeit unterlag der FSV in einer Partie, in der die Elf von Joe Enochs bis zur 75. Minute wie der Sieger aussah. Nach Abpfiff drohte die Veranstaltung noch zu eskalieren, als beide Fanlager versuchten, aus ihren Blöcken auszubrechen und aufeinander loszugehen. Polizei- und Ordnungskräfte konnten Schlimmeres verhindern.

Auch sportlich blieb ein fader Beigeschmack zurück. "Wir müssen über 90 Minuten konstant spielen, wenn wir in Jena etwas holen wollen", hatte FSV-Sportdirektor Toni Wachsmuth vor dem Ost-Duell gefordert. Genau das klappte nicht: Joe Enochs setzte in der Startformation exakt auf das Personal vom letzten Punktspiel daheim gegen 1860 München (2:2). Julius Reinhardt wird wohl noch einige Zeit ausfallen. Der Mittelfeldmann zog sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu, fehlte auch diesmal.

In der ersten Halbzeit legte der FSV jene Effizienz an den Tag, die den Verein schon beim Sieg in Magdeburg ausgezeichnet hatte. Angefeuert vom mitgereisten Anhang, hielten die Gäste trotz zweier Großchancen von Jenas Topstürmer Julian Günther-Schmidt (38.) ihren Kasten sauber. Zur Pause stand eine 1:0-Führung zu Buche. Erneut gehörte der Treffer zu einem Teil auch dem Vorbereiter Morris Schröter. Leidenschaftlich behauptete der Rechtsaußen der Zwickauer im Strafraum den Ball. Jenas Pierre Fassnacht wusste sich nicht mehr zu helfen und bremste Schröter aus. Den fälligen Elfmeter verwandelte Fabio Viteritti in der 43. Minute mit einem Schuss ins linke Eck. FCC-Keeper Jo Coppens hatte sich zuvor noch einen Zettel von der Bank besorgt. Doch Zwickaus Spielgestalter ließ sich nicht beirren, traf zum siebenten Mal in dieser Saison und wie schon beim 2:0-Heimsieg gegen Carl Zeiss in der Hinrunde.

"Wir wollen Jena siegen sehen, das wäre so wunderschön", sang der FCC-Anhang im Stadionrund des Ernst-Abbe-Sportfeldes, das kurz vor dem Anpfiff von einem heftigen Regenguss getränkt wurde. Erst einmal konnten die Fans in dieser Spielzeit das Siegesgefühl auskosten, das war Anfang November 2019 beim 3:1 gegen Hansa Rostock. Nun gelang der zweite Heimsieg - gegen Zwickau.

Beim Gastgeber setzte René Klingbeil - nach der Entlassung von Rico Schmitt übergangsweise der Chefcoach, alles auf Null. Laut "Kicker" sei der bisherige Schmitt-Assistent in die Trainersuche involviert. Unabhängig vom Saisonausgang soll Klingbeil weiter der Co beim FC Carl Zeiss über die Saison hinaus bleiben. In welcher Spielklasse Jena dann tatsächlich kicken wird, bleibt abzuwarten. Die Moral stimmt jedenfalls. Mit zwei Kopfbällen von Aytac Sulu (76.) und Maximilian Rohr (88.) nach Standardsituationen drehten die Thüringer die Partie. Elf Zähler Rückstand aufs rettende Ufer sind es trotz des Sieges immer noch. Und Zwickau muss höllisch aufpassen, dass es nicht weiter in den Keller abrutscht.

Statistik

FCCZ: Coppens - Grösch, Sulu, Volkmer - Rohr (V), Kübler, Obermair - Günther-Schmidt, Gabriele (86. Eckardt), Fassnacht (V/75. Kircher) - Bock (60. Donkor).

FSV: Brinkies - Godinho, Frick, Odabas - Schröter (V), Hehne, Jensen, Coskun (V) - Viteritti (84. Wimmer) - Wegkamp (73. Dörfler), König.

SR.: Kemkes (Thür); Zu.: 5876; Tore: 0:1 Viteritti (43./FE), 1:1 Sulu (76.), 2:1 Rohr (88.).


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