Alexander Bittroff wartet auf Post

Ein wenig erstaunt war der Abwehrspieler schon, als er bei der 0:1-Niederlage in Münster mit einer Roten Karte vom Platz musste. Für einen Chemnitzer Teamkollegen hingegen war es keine Überraschung.

Chemnitz.

Alexander Bittroff dürfte sich in der Vergangenheit kaum dafür interessiert haben, welcher Schriftverkehr im E-Mail-Postfach oder im Briefkasten der Geschäftsstelle des Chemnitzer FC landete. Doch in dieser Woche wird der Abwehrspezialist sicherlich mehrmals nachfragen, ob vom Deutschen Fußball-Bund eine Depesche eingegangen ist. Denn Bittroff flog bei der 0:1 Niederlage der Himmelblauen beim SC Preußen Münster bereits in der 17. Minute mit der Roten Karte vom Platz und wartet nun auf sein Strafmaß. Dabei geht der 28-Jährige davon aus, mit einer milden Sanktion davon zu kommen, denn sein Vergehen schätzt er als weniger schlimm ein. "Ich habe den Gegenspieler zwar mit dem Oberkörper berührt, er hat es aber offenbar auch darauf angelegt, in dieser Situation zu fallen. Schließlich ist Fußball ein Kontaktsport. Er hat das clever gemacht, aber es wundert mich schon, wie ein Sportler mit rund 80 Kilogramm Gewicht so schnell fallen kann", sagte Bittroff. Er geht davon aus, nur für eine Partie gesperrt zu werden.

Bitter ist diese Pause allemal. Denn gerade hat sich der Mann aus dem brandenburgischen Lauchhammer wieder einen Stammplatz erkämpft, bevor er in der laufenden Saison auch schon viermal ohne Einsatz im Kader stand. Zudem ging es auch spielerisch vorwärts. "Ich verstehe mich mit Alexander auf der linken Seite immer besser", sagte zum Beispiel Teamkollege Dennis Grote. Egal, welches Strafmaß Bitt-roff erwartet - er wird definitiv im nächsten Heimspiel am kommenden Samstag gegen Jahn Regensburg fehlen. Für den Abwehrspieler, der in der vergangenen Winterpause zum Chemnitzer FC kam, ist es nicht das erste Mal, auf diese Art und Weise ein Punktspiel zu verpassen. Der Karton in Münster war die fünfte Rote Karte in seiner Profikarriere. Bittroffs CFC-Kollege Anton Fink war auf dem Platz über die Entscheidung des Schiedsrichters nicht überrascht. "Aus meiner Sicht war es eine Rote Karte. Wichtig war jedoch, dass wir dann 75 Minuten ein gutes Spiel gezeigt haben", sagte der Torjäger. Zugleich hätte er sich ähnliche Schiedsrichterkonsequenz auch auf der anderen Seite gewünscht. "Daniel Frahn wurde in diesem Spiel oft gefoult, doch das wurde einfach nicht gepfiffen", ärgerte sich Fink, um sich dann schnell wieder den sportlichen Fakten zu widmen. "Es war auf jeden Fall eine vermeidbare Niederlage. Auch in Unterzahl haben wir teilweise den besseren Fußball als der Gegner gespielt und auch nach dem Rückstand große Moral gezeigt", meinte Fink.

Das sah Preußen-Trainer Benno Möhlmann ähnlich. "Wir konnten dem guten technischen Fußball des CFC nicht immer Paroli bieten", sagte der erfahrene Coach. Natürlich ging ihm dieses Lob auch leicht über die Lippen, schließlich blieben die Punkte in Münster. Statt wenigstens für einen Tag die Tabellenspitze zu erobern, liegt die Elf von Cheftrainer Sven Köhler nun mit 26 Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz. Anton Fink ruft seine Teamkollegen nun zum vorweihnachtlichen Endspurt auf. "Wir wollen Punkte holen, um weiter oben dran zu bleiben", kündigte der Stürmer, der im bisherigen Saisonverlauf neunmal traf, an. Das letzte Spiel des Jahres bestreitet die Köhler-Elf am 17. Dezember in Rostock.

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