Antonitsch rettet Zwickau Punkt

Der FSV Zwickau betreibt gegen den SV Meppen einen enormem Aufwand und belohnt sich spät. Auf einen Heimsieg muss die Elf von Joe Enochs aber weiter warten.

Zwickau.

Beim Torjubel sprang Zwickaus Abwehrhüne Nico Antonitsch hoch, sehr hoch. Fast noch höher als bei seinem sehenswerten Kopfballtreffer kurz zuvor, mit dem er in der 90. Minute die drohenden Niederlage gegen den SV Meppen verhindert und beim 1:1 (0:1) einen Punkt gerettet hatte. Was dieser wert ist, wird sich im Verlauf der Saison zeigen. Fakt ist aber auch, dass der FSV seit dem 11. August zu Hause kein Drittligaspiel mehr gewonnen hat. Damals landete Zwickau einen 1:0-Heimsieg gegen Fortuna Köln und stand auf dem fünften Tabellenplatz. Seitdem müssen die Westsachsen auf einen Dreier im Schwanennest warten. Nach drei Unentschieden und zwei Niederlagen im heimischen Stadion reichte es auch gegen Meppen nur zu einer Punkteteilung.

Dabei war die Maßgabe von Joe Enochs eindeutig. "Wir wollen unbedingt gewinnen und im eigenen Stadion wieder eine Macht werden", hatte der FSV-Coach gesagt und auf die gleiche Startelf gesetzt, die vor der Länderspielpause die Weichen für den 2:0-Erfolg in Würzburg gestellt hatte. Doch für den ersten Aufreger in der Partie sorgte Meppens Stürmer Nick Proschwitz, als er mit dem Fußballschuh das Gesicht von Anthony Barylla traf (3.). Für den 21-Jährigen ging es nach kurzer Behandlungspause weiter und wenig später servierte Barylla einen Eckball auf Ronny König, der knapp vorbeiköpfte (7.). Dann probierte es Lion Lauberbach ebenfalls mit der Stirn, scheiterte aber an Gästekeeper Eric Domaschke (10.). Das Kopfball-Festival ging weiter, als auf der Gegenseite Proschwitz seinen Meister in Johannes Brinkies fand (21.).

"Wir haben nicht richtig ins Spiel gefunden. Als wir über viel Ballbesitz besser in den Angriffsmodus gekommen sind, hat uns Meppen eiskalt getroffen", kommentierte Enochs das 0:1. Nach einer Flanke war Proschwitz einen Schritt schneller als Toni Wachsmuth und köpfte aus Nahdistanz ein. "Der Junge hat Qualität, den darf man keine Sekunde aus den Augen lassen", zollte Enochs dem Torjäger der Emsländer Respekt. Dieser stürmte vorige Saison noch für den holländischen Erstligisten Sparta Rotterdam und ein Jahr zuvor für den englischen Zweitligisten Hull City.

Während die Gäste eine klare Chance zur Pausenführung nutzten, ließen die Gastgeber weitere gute Möglichkeiten ungenutzt. Antonitsch (30.) und Alexandros Kartalis (43.) scheiterten am starken Domaschke, ein König-Kopfball rasierte den Querbalken (45,). So ging es nach dem Wechsel weiter. Einen Knaller von Lauberbach parierte Domaschke(49.), nur 40 Sekunden später traf König den linken Pfosten. "Der Ball wollte einfach nicht über die Torlinie. Wir kassieren ein blödes Gegentor und laufen einem Rückstand nach. Wir haben aber Moral bewiesen. Die Gier und der Wille sowie der Glaube an uns selbst wurde wenigstens noch mit einem Punkt belohnt", fasste König das Geschehen zusammen.

Nach zwei Proschwitz-Kopfbällen, die das FSV-Gehäuse knapp verfehlten (52./61.), bliesen die Zwickauer zur Attacke, drückten immer intensiver auf den Ausgleich. Allerdings standen sich König und Lauberbach am Elfmeterpunkt gegenseitig im Weg und kollidierten miteinander (76.). "Über meine dicke Lippe muss ich mit Laube noch reden", lachte König nach dem Abpfiff im Spielertunnel. Als ein Lauberbach-Kopfball erneut das Ziel knapp verfehlt hatte, zog Enochs mit Standardspezialist Rene Lange ein Ass aus dem Ärmel. Nach einem tückisch angeschnittenen Eckball des Blondschopfes, der am Donnerstag vor dem Spiel seinen 30. Geburtstag feierte, köpfte König hauchdünn über das Ziel (83.).

Doch als die Meppener schon ihren ersten Auswärtssieg feiern wollten, hatte Antonitsch etwas dagegen. "Wenn es vorn die Stürmer nicht machen, dann muss eben ein Verteidiger ran", sagte der Österreicher und demonstrierte, wie man den Ball im Tor unterbringt. Lange servierte seinen zweiten Eckball auf den Kopf von Antonitsch, der das Spielgerät maßgerecht im langen Eck platzierte. "Wir haben uns mit einem enormen Aufwand wenigstens noch mit einem Punkt belohnt. Der ist gut fürs Gemüt und lässt uns mit breiter Brust zu 1860 München fahren", sagte der Torschütze.

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