Aufsichtsrat-Kandidaten: CFC-Gremien nähern sich an

Der Notvorstand des Chemnitzer FC und die Gesellschafter der CFC Fußball GmbH haben ihren Streit beigelegt und sich auf eine gemeinsame Liste für den Aufsichtsrat geeinigt. Unterdessen haben mehrere Fanclubs zu einem Boykott des Heimspiels am Freitag gegen Magdeburg aufgerufen.

Chemnitz (dpa) - Vier Tage vor der Mitgliederversammlung hat sich die Situation rund um den Chemnitzer FC leicht entschärft. Der Notvorstand des insolventen Vereins und die Gesellschafter der CFC Fußball GmbH, unter deren Dach die Profimannschaft angesiedelt ist, konnten bei einem Treffen am Donnerstag ihren Streit um die Kandidatenliste für den neu zu wählenden Aufsichtsrat beilegen. Das Gespräch habe unter politischer Vermittlung stattgefunden, wie aus der gemeinsamen Erklärung der Gremien hervorgeht.

Der Ehrenrat wird zur Mitgliederversammlung am Montag demnach sieben Personen für die Wahl zum Aufsichtsrat vorschlagen. Dabei handelt es sich um Katrin Johst, Annette Neuerburg, Doreen Pfeifer, Tino Kermer, Norman Löster, Knut Müller und Olaf Pönisch. «Alle Gesprächsteilnehmer erachten diese Vorschläge als einen tragfähigen Kompromiss und empfehlen der Mitgliederversammlung, diese Vorschläge im Interesse des Fortbestandes des Chemnitzer FC e.V. zu bestätigen», heißt es in der Mitteilung. Außerdem wurde eine Einigung darüber erzielt, dass das Nachwuchsleistungszentrum unter dem Dach des Chemnitzer FC e.V. erhalten und fortgeführt werden soll.

Die Gesellschafter der CFC Fußball GmbH hatten im Vorfeld des Treffens ihre weitere Unterstützung für den Drittligisten an ultimative Forderungen bezüglich der Mitgliederversammlung geknüpft. Auch Insolvenzverwalter Klaus Siemon hatte verlangt, mehr Gesellschafter für den Aufsichtsrat zu nominieren. Für den Fall, dass der Notvorstand seine Forderungen nicht erfülle, hatte Siemon beim Amtsgericht sogar die Inhaftierung der drei Mitglieder des Gremiums für die Dauer der Mitgliederversammlung beantragt. Das Gericht hatte dies in einer Stellungnahme jedoch abgelehnt.

Vor allem das Vorgehen des Insolvenzverwalters stößt bei vielen Mitgliedern und Anhängern des CFC auf Unverständnis. Mehr als 50 Fanclubs haben dazu aufgerufen, das Heimspiel am Freitag (19 Uhr) gegen den 1. FC Magdeburg zu boykottieren. Die Anhänger befürchten, dass die «50+1»-Regel ausgehebelt und die «Schaffung eines Konstruktes a la RB Leipzig» vorangetrieben werden soll. Dieser Weg ließe sich nicht mit den Werten und Interessen der Fans vereinbaren. «Aus diesem Grund möchten wir zum Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg ein Zeichen setzen und die GmbH dort treffen, wo es ihr am meisten wehtut: In ihrem Geldbeutel», erklären die Initiatoren des Fan-Boykotts.

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