CFC feiert ersten Saisonsieg - Neue Hoffnung, neuer Trainer

Der neue Trainer freute sich auf der Tribüne neben seinem Kumpel Michael Ballack über den ersten Saisonsieg der Himmelblauen. Was Patrick Glöckner dabei auch gesehen hat: Auf ihn wartet viel Arbeit.

Chemnitz.

Land in Sicht. Am Montagmittag wird Patrick Glöckner als neuer Cheftrainer des Chemnitzer FC vorgestellt. Die Aufgabe für den 42-Jährigen langjährigen Freund von Michael Ballack lautet: den Club zum Klassenerhalt in der Dritten Liga führen. Seit Samstag ist dieses Vorhaben wieder ein bisschen realistischer. Die zum letzten Mal von Interimscoach Sreto Ristic betreute Mannschaft drehte das schon verloren geglaubte Kellerduell vor 5343 Zuschauern gegen Schlusslicht Carl Zeiss Jena nach zweimaligem Rückstand noch zu einem 3:2 (1:1)-Sieg, das Mittelfeld der Tabelle ist zumindest wieder in Sichtweite. Und doch so weit entfernt.

Denn das, was die Gastgeber gegen den FC Carl Zeiss bis etwa zur 70. Minute zeigten, musste Fans wie neuem Trainer Sorgenfalten ins Gesicht graben. Nicht der CFC, sondern die Thüringer dominierten das Geschehen auf dem Rasen, die Chemnitzer wirkten konfus, und halfen bei den Gegentoren von Raphael Obermair (nach einer Ecke/26.) und Niklas Jahn (nach einem leichtfertigen Ballverlust von Georgi Sarmov (53.) kräftig mit. Dass Jena nicht noch mehr Tore schoss, war vor allem ein Verdienst von CFC-Torwart Jakub Jakubov.

Nur einmal in der ersten Halbzeit hatte Stadionsprecher Olaf Kadner bei seinem Comeback Gelegenheit, seine Stimme zu heben: beim sicher ins rechte untere Eck verwandelten Elfmeter von Philipp Hosiner (42.). Den Strafstoß hatte der Ex-Jenaer Davud Tuma herausgeholt, dessen Solo Zeiss-Schlussmann Jo Coppens nur mit einem Foul stoppen konnte.

Auch nach Wiederbeginn fiel dem CFC lange kaum etwas Vernünftiges ein. Frischen Schwung brachten erst die Joker Tarsis Bonga und Noah Awuku. Bonga beeindruckte mit seinen Sprints, Awuku mit seinem Tor zum 2:2 (80.). Dem ging freilich ein ordentlicher Schubser des aus Kiel ausgeliehenen Angreifers an seinem Gegenspieler voraus. Schiedsrichter Manuel Gräfe ließ es - wie so vieles an diesem Nachmittag - durchgehen.

Für den CFC war der Treffer noch einmal ein letzter Weckruf, für die Jenaer ein Schock. Verunsichert und fast schon lethargisch agierten die Gäste in den letzten zehn Minuten. Und ermöglichten folgerichtig den dritten Chemnitzer Treffer: Nahezu unbehelligt konnte Raphael Garcia durch den Strafraum spazieren und auf Philipp Hosiner passen, der den Ball aus Nahdistanz über die Linie drückte (90.). Die Gesichter der Hausherren zeigten Erleichterung, die der Jenaer Fragezeichen: Wer ein so überlegen geführtes Spiel ohne Punkte beendet, steht zurecht auf dem letzten Platz.

Der CFC ist weiter Vorletzter, kann das aber schon am kommenden Samstag mit einem weiteren Sieg in Großaspach ändern. Dann wird Patrick Glöckner, der am 13. Mai einen Spieltag vor Saisonende bei Vikoria Köln freigestellt worden war, zum ersten Mal als Chef auf der CFC-Bank sitzen. Mit der klaren Empfehlung von Michael Ballack und mit Christian Tiffert als Co-Trainer an seiner Seite. Sreto Ristics Zeit ist abgelaufen. Der Assistent der letzten beiden himmelblauen Cheftrainer hat sich beim serbischen Verband zum Fußballlehrer-Lehrgang angemeldet. Vielleicht sieht man sich irgendwann wieder.

Statistik CFC: Jakubov - Hoheneder, Sarmov (78. Awuku), Reddemann (V) - Milde, Langer (V), Müller, Doyle - Tuma (63. Bonga), Hosiner, Garcia (90.+1 Campulka). Jena: Coppens (V) - Maranda, Volkmer, Hammann - Kircher (76. Schorr), Zejnullahu, Schau, Obermair (V) - Jahn, Rohr (87. Pagliuca), Günther-Schmidt (67. Gabriele) SR: Gräfe (Berlin). Zu: 5343. Tore: 0:1 Obermair (26.), 1:1 Hosiner (43./Foulelfmeter), 1:2 Jahn (54.), 2:2 Awuku (81.), 3:2 Hosiner (90.). Gelb-Rot: Zejnullahu (90.+2/wdh. Foulspiel)

Philipp Hosiner: Immer da, wo es brennt

Gleich in seinem ersten Heimspiel avancierte Philipp Hosiner mit zwei Toren zum CFC-Matchwinner. Thomas Scholze sprach mit dem 30-Jährigen.

Freie Presse: Das war ein schweres Stück Arbeit.

Philipp Hosiner: Es war alles drin, was Abstiegskampf ausmacht: große Verunsicherung, aber auch viel Wille und Einsatz auf beiden Seiten - bei uns am Ende noch ein bisschen mehr. Deswegen haben wir gewonnen.

Für Sie persönlich war es ein perfekter Einstand?

Ja, das kann man so sagen. Viel wichtiger ist aber der Sieg. Ich bin ja noch nicht so lange hier, aber ich habe schon gemerkt, wie sehr die Mannschaft sich nach so einem Erfolgserlebnis gesehnt hat. Das gibt uns jetzt Mut für die kommenden Aufgaben, jetzt wollen wir in Großaspach nachlegen.

Zwei Tore habe Sie erzielt, aber es hätten mindestens drei sein müssen?

Ja, ich habe schon noch einiges liegenlassen. Meine Stärke ist, dass ich immer da bin, wo es brennt. Wenn ich aus jeder Chance ein Tor machen würde, wäre ich wahrscheinlich nicht in Chemnitz. Mit zwei Toren und drei Punkte bin ich ganz zufrieden. Stürmer brauchen Tore, das stärkt das Selbstvertrauen. Wenn ich hier erst einmal meinen Rhythmus gefunden habe, sitzt bestimmt noch der eine oder andere mehr.

Am Dienstag steht ein neuer Cheftrainer auf dem Platz. Was erwarten Sie sich von ihm?

Eine gute Zusammenarbeit. Er wird bei der Analyse diese Spiels sicher ein paar Sachen ansprechen, die ihm nicht so gefallen haben. Ich hoffe, er betont auch die guten Seiten.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    2
    mathausmike
    23.09.2019

    CFC:Es geht wieder aufwärts!
    Jetzt nachwaschen mit Sieg in Großaspach! (*_*)



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