CFC verpasst Sprung an die Spitze

In der 3. Fußball-Liga riss am Freitagabend die Erfolgsserie des Chemnitzer FC. Nach sechs Spielen kassierte das Team bei Preußen Münster wieder eine Niederlage. Eine verhängnisvolle Szene gab es in der Anfangsphase.

Münster.

Die Mission Gipfelsturm ist für die Seilschaft von Cheftrainer Sven Köhler am Freitagabend nicht geglückt. Der Chemnitzer FC verlor beim SC Preußen Münster 0:1 (0:0) und verpasste es dadurch, wenigstens für einen Tag Tabellenführer der 3. Fußball-Liga zu werden. Zudem kassierte Chemnitz erstmals seit sechs Spielen wieder eine Niederlage. Dabei wurde die taktischen Pläne der Sachsen vor 6333 Zuschauern zeitig durchkreuzt, denn ab der 16. Minute musste der CFC in Unterzahl agieren.

Im Unterschied zum Auswärtssieg in Erfurt stand Anton Fink wieder in der Startelf, Julius Reinhardt musste hingegen auf der Bank Platz nehmen. Zunächst hielt sich der Unterhaltungswert der Partie in sehr überschaubaren Grenzen. Denn in der ersten Viertelstunde passierte in den beiden Strafräumen kaum etwas, was notierenswert gewesen wäre. Doch dann war es mit der Langeweile auf dem Platz schlagartig vorbei. In der 16. Minute stürmte Benjamin Schwarz einsam auf den Chemnitzer Kasten zu. Abwehrspieler Alexander Bittroff wusste sich in seiner Not nur noch regelwidrig zu helfen, brachte den Preußen-Spieler zu Fall und wurde für diese Aktion von Schiedsrichter Patrick Schult vorzeitig in die Kabine geschickt.

Mit dieser schweren personellen Hypothek konnten die Himmelblauen zunächst aber ganz gut umgehen. Sie übernahmen auf dem Platz die Initiative und hielten den Gegner, in dessen Reihen mit Sebastian Mai und Jeron Al-Hazaimeh zwei Ex-Chemnitzer standen, vom eigenen Strafraum fern. Allerdings konnten sich die Gäste in der gegnerischen Box nicht in Szene setzen. Nach einer reichlichen halben Stunde hatte dann auch Münster wieder den Vorwärtsgang gefunden, ein Kopfball von Lennart Stoll ging knapp am Gehäuse vorbei. Die restlichen Minuten bis zur Pause gehörten den Platzherren aus Westfalen, dennoch ging es mit einem torlosen Remis in die Kabinen.

Coach Köhler hatte erkannt, dass sich seine Männer in Unterzahl bis dahin gut geschlagen hatten, und sah deshalb auch keine Veranlassung, nach 45 Minuten Veränderungen in seinem Kader vorzunehmen. Doch in der 52. Minute ging die Ordnung im Chemnitzer Defensivverband verloren. Schwarz setzte sich auf der linken Seite durch, seinen Ball verwertete Tobias Warschewski zum 1:0 für die Gastgeber. Dieser Treffer befeuerte nun das Münsteraner Selbstbewusstsein, kurz danach hätte es sogar 2:0 stehen können. Doch die Chemnitzer Kicker versuchten, sich mit Moral gegen die drohende Niederlage zu stemmen, doch allein der Wille reichte in dieser Phase nicht, um das Spielgerät in den gegnerischen Kasten zu befördern.

Vielmehr brachte Münster frisches Personal und verstärkte die eigenen offensiven Bemühungen. Spielerischen Glanz vermochte dann keine Seite zu verbreiten, längst hatte sich die Partie zu einem Kampfspiel entwickelt. In der 85. Minute wollte Köhler mit einem Doppelwechsel noch einmal neue Reize setzen: Für Dennis Grote und Tim Danneberg kamen Florian Hansch und Philip Türpitz. Doch schließlich blieb es beim knappen Sieg für Münster.

Meinungen zum Spiel

CFC-Trainer Sven Köhler: "Für uns ist es eine bittere Niederlage, denn auch nach der Roten Karte haben wir aktiv gespielt, immer wieder Nadelstiche gesetzt. Leider kassierten wir nach einem eigenen Standard das Gegentor. Danach haben wir alles versucht, wurden aber nicht wenigstens mit einem Punkt belohnt. Aber das wirft meine Mannschaft nicht um."

Alexander Bittroff: "In der 16. Minute kam ein langer Ball über die Mitte, aus meinem Blickwinkel war es abseitsverdächtig. Ich habe den Gegenspieler zwar mit dem Oberkörper berührt, er hat es aber offenbar auch darauf angelegt, in dieser Situation zu fallen. Er hat das clever gemacht. Aber es wundert mich schon, wie ein Sportler mit rund 80 kg Gewicht so schnell fallen kann."

Dennis Grote: "Die Rote Karte war sicherlich die Schlüsselszene. Das hat unseren Plan über den Haufen geworfen. Dennoch haben wir in der ersten Halbzeit nichts zugelassen."

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