Chemnitzer wachen erst nach Gegentreffer auf - zu spät

Der Chemnitzer FC wartet auch nach sieben Spieltagen in der 3. Fußball-Liga weiter auf einen Sieg. Mehr noch: Nach dem 0:1 (0:0) gegen 1860 München droht sogar der Absturz ans Tabellenende.

Chemnitz.

Das war nichts. Der Chemnitzer FC läuft in der 3. Liga weiter dem ersten Sieg hinterher. Auch gegen den TSV 1860 München gelang es nicht, den ersten Dreier dieser Saison einzufahren. In einer Partie auf bescheidenem Niveau kassierten die Himmelblauen am Freitag in der 77. Minute den Gegentreffer zum 0:1, der alle Hoffnungen zumindest auf einen Punktgewinn wie gegen Magdeburg zunichte machte. Damit müssen die Chemnitzer auf eine Niederlage des FC Carl Zeiss Jena hoffen, um nicht ganz ans Tabellenende abzurutschen. In den kommenden zwei punktspielfreien Wochen muss ein Ruck durch die Mannschaft gehen, sonst schwimmen die Felle in Richtung Klassenerhalt schon in der Anfangsphase der Saison davon.

Die Himmelblauen, bei denen nach langer Verletzungspause Kapitän Niklas Hoheneder wieder mit an Bord war, gingen zunächst nach dem gleichen taktischen Prinzip wie beim 0:0 gegen den 1. FC Magdeburg zu Werke. Und das lautete: Die Null muss stehen. Im erwarteten 5-4-1-System wurden die Räume für die Münchner verengt, sodass diese nur selten im Strafraum für Torgefahr sorgen konnten. Da auch immer wieder Sascha Mölders gesucht und auf dessen Kopfballstärke vertraut wurde, waren die Aktionen leicht ausrechenbar. Dennoch lag für die Gäste bereits in der vierten Minute ein Treffer in der Luft, doch CFC-Torhüter Jakub Jakubov parierte sicher.

Das Rezept im Offensivspiel des CFC lautete, mit schnellen Konterangriffen für Torgefahr zu sorgen. Das gelang allerdings nur sporadisch und meist nur über die linke Seite. Hier wirbelten Paul Milde und Rafael Garcia das eine oder andere Mal. Wirkliche Torgefahr entstand aber nicht. Bei der gefährlichsten Aktion vor der Halbzeitpause konnte dabei Tarsis Bonga nur in letzter Sekunden vor dem Strafraum durch ein Foul gestoppt werden. Die CFC-Spieler monierten zwar, dass der Münchner Steinhart der letzte Mann gewesen sei und dafür die Rote Karte hätte sehen müssen, doch Schiedsrichter Bokop zeigte den Münchner nur Gelb.

Nach dem Seitenwechsel verstärkten die Chemnitzer ihre Angriffsbemühungen. Doch trotz aller Bemühungen sprang wenig Zählbares heraus. Zunächst platzierte Garcia (62.) nach einem tollen Solo das Leder über die Latte. Auch Matti Langer verfehlte mit einem Kopfball (63.) das Tor der Gäste. Mit der Einwechslung von Davud Tuma schien, neuer Schwung in den CFC-Angriff zu kommen. Doch auch der Ex-Hallenser entwickelte zu wenig Torgefahr. So kam es, wie es kommen musste. Nach dem schönsten Spielzug der Partie flankte Marius Willsch auf den vors Tor sprintenden Leon Klassen. Dieser brauchte unbedrängt nur noch das Leder ins Tor zu schießen (77.). Erst danach warf der CFC das taktische Konzept über den Haufen, stürmte furios, aber auch zu hektisch. Der Ausgleichstreffer lag zwar in der Luft, aber er fiel letztendlich nicht.

Die Münchner Löwen waren mit der Hypothek einer krachenden 1:5-Niederlage in der Vorwoche nach Chemnitz gekommen, hatten dagegen an diesem Tag alles richtig gemacht. Trainer Daniel Bierofka würfelte seine Formation kräftig durcheinander. Das Urgestein der Sechziger, Mölders, wurde als Sturmspitze aufgeboten. Außerdem brachte der Coach in der 69. Minute den ebenfalls bundesliga-erfahrenen Timo Gebhart. Dieser sorgte noch einmal für mehr Angriffsdruck und konnte sich mit den anderen Bayern über den ersten Auswärtssieg der Saison freuen. Die CFC-Kicker schlichen hingegen gegen mit hängenden Köpfen vom Rasen.

Statistik

CFC: Jakubov - Itter, Hoheneder, Sarmov, Reddemann, Milde - Garcia, Bohl (V/80. Tallig), Langer, Bonga (87. Blumberg) - Bozic (66. Tuma). 1860: Bonmann - Willsch (V), Weber, Berzel, Klassen (V) - Wein, Dressel - Greilinger (71. Lex), Bekiroglu (71. Gebhart), Steinhart (V) - Mölders (80. Ziereis). Schiedsrichter: Bokop (Vechta); Zuschauer: 4566; Tor: 0:1 Klassen (78.).

Bewertung des Artikels: Ø 3.3 Sterne bei 3 Bewertungen
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    6
    jeverfanchemnitz
    30.08.2019

    Das sind tolle Fans. Nur das sportliche im Sinn. Wie so mancher Verantwortliche der Vergangenheit. - Armes Chemnitz.



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