Das Duell der Torjäger-Dinos

Die Partie der 3. Fußball-Liga zwischen dem FSV Zwickau und Viktoria Köln hält auch ein interessantes Duell im Angriff bereit: Ronny König zieht schon mal den Hut vor Kontrahent Albert Bunjaku.

Zwickau/Köln.

Ronny König? Schon mal gehört? "Klar", sagt Albert Bunjaku. "Persönlich hatten wir zwar noch nie Kontakt, aber als Torjäger kennt man ihn natürlich", meint der Stürmer von Viktoria Köln. Der 35 Jahre alte Schweizer reist am Wochenende mit der Empfehlung von acht Saisontoren in neun Drittligapartien zum Gastspiel beim FSV Zwickau (Anpfiff Samstag, 14 Uhr) an. Und in Sachsen kennt sich Bunjaku ganz gut aus. Vor seinem Wechsel ins Rheinland kickte er bei Zweitligist Erzgebirge Aue, wohnte in Chemnitz, sein Sohn ging in Stollberg und Niederwürschnitz zur Schule. Doch beim Zweitligisten kam Bunjaku kaum zum Einsatz. Im August 2018 trennten sich die Wege des Schweizers und der Sachsen. Einvernehmlich, wie er im Nachhinein sagt: "Menschlich war alles korrekt. Sportlich lief es aber nicht so, wie ich es wollte", blickt er zurück.

Das ganze Gegenteil erlebt er nun beim FC Viktoria. In der Vorsaison trug der Angreifer mit elf Toren erheblich zum Aufstieg der Kölner bei. Und in dieser Saison führt Bunjaku mit Moritz Stoppelkamp (Duisburg) die Drittliga-Torschützenliste an. Der FC Viktoria hat überhaupt erst zweimal, jeweils zu Hause 0:2 gegen Halle und Unterhaching, verloren. Auswärts kam die Elf von Pavel Dotchev auf drei Siege und ein Remis. "Wir haben uns zur neuen Saison nur punktuell verstärkt, sind eingespielt. In der Mannschaft verstehen wir uns auch neben dem Platz gut, das passt alles", begründet Bunjaku die starke Startphase des Aufsteigers mit Tabellenrang vier und bereits 17 Zählern auf der Habenseite.

In Zwickau hat der im Kosovo geborene Profi noch nie gespielt. Gehört hat er von einem schönen Stadion, von einer guten und erfahrenen FSV-Mannschaft. Der Erfahrenste spielt ebenso im Sturm. Ronny König ist noch ein Jahr älter. Und es gibt Parallelen zwischen den Torjägern. Beide sind sie durch das Stahlbad beim FC Erzgebirge Aue gegangen. Und König begründet seine immer noch körperlich gute Verfassung und geringe Verletzungsanfälligkeit damit, dass er so richtig mit Leistungssport erst im Alter von 17 Jahren angefangen hat. Dann aber startete der 1,90-m-Hüne durch, brachte es auf 220 Zweitligapartien für vier Vereine und war in den vergangenen drei Spielzeiten als jeweils bester Torjäger so etwas wie eine Lebensversicherung für den FSV.

Albert Bunjaku zollt seinem Kontrahenten für diese Karriere Respekt: "Auch ich habe erst als 14-Jähriger richtig mit Fußball im Verein begonnen. Und erst mit 20 bin ich Profi geworden, weil ich mich zuvor auf meine Ausbildung konzentriert habe. Ich fühle mich jedenfalls auch mit 35 noch super, bin zuletzt von Verletzungen verschont geblieben", sagt der dreimalige Nationalspieler des Kosovo. Am Saisonende läuft sein Vertrag zwar aus: "Doch ein, zwei Jahre möchte ich im Profibereich noch spielen. Dafür tue ich einiges: viel Schlaf, zusätzliches Stabilisationstraining - diese Dinge helfen schon in meinem Alter."

Auch Ronny Königs Arbeitspapier endet 2020, zumindest als Spieler. Denn er besitzt einen Anschlussvertrag als Trainer im Nachwuchsbereich beim FSV. Vor der Saison wollte sich der gebürtige Lichtensteiner nicht festlegen, in welcher Funktion er nach der Saison in Zwickau weitermacht. Erst mal spielen und möglichst oft treffen. Dieses Ziel hat König im Visier und seine Erwartungen an sich in dieser Spielzeit noch nicht erfüllt. Ein Joker-Tor markierte "King" gleich zum Auftakt in Meppen, danach herrschte Flaute. "Ich muss mir nichts mehr beweisen. Aber klar, es hätte das eine oder andere Tor mehr sein können. Ich möchte meinen Teil beitragen, dass wir am Ende die Klasse halten", sieht König seine Ausbeute ausbaufähig. In jedem Fall will er aber die Ruhe behalten, an seinem Spiel festhalten und wenn es drauf ankommt dort stehen, wo man als Stürmer stehen muss. Wie wichtig er nach wie vor für den FSV ist, zeigte die letzte Heimpartie gegen Uerdingen, als mit seiner Einwechslung ein Ruck durch die Mannschaft ging. Vor Albert Bunjaku zieht Ronny König in jedem Fall den Hut. "Er ist kaltschnäuzig vor dem Tor, da müssen wir hellwach sein", sagt der Zwickauer Stürmer-Dino. Sein Kölner Pendant nimmt das zur Kenntnis und meint selbstbewusst: "Wenn bei uns jeder 100 Prozent fit ist, haben wir gute Chancen, die drei Punkte nach Köln mitzunehmen."

Voraussichtliche Aufstellung, FSV: Brinkies - Hehne, Handke, Frick, Lange (Odabas) - Wimmer - Schröter, Reinhardt, Viteritti - König, Huth (Wegkamp).

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