Davy Frick im Freudentaumel

Der FSV Zwickau hat einen Auswärtssieg in Karlsruhe knapp verpasst. Dafür sorgt ein ehemaliger Torjäger des CFC.

Ein besonderer Moment zum Genießen für Davy Frick. Der Zwickauer Mittelfeldspieler erzielte beim Karlsruher SC die Führung für seine Mannschaft.

Von Gerd Daßler

Schade, FSV Zwickau! Die Westsachsen boten beim Gastspiel in Karlsruhe eine couragierte Vorstellung und kontrollierten die Partie. In einer Hitzeschlacht waren drei Punkte für die Westsachsen zum Greifen nahe, doch letztendlich konnte die Elf von Trainer Joe Enochs mit dem 1:1 und einem Zähler gut leben. Mit vier Punkten nach zwei Spielen gelang den Zwickauern ihr bisher bester Drittligastart.

Enochs begann mit der gleichen Startelf wie beim 2:0 gegen Halle. "Wir haben ein paar Minuten gebraucht, um richtig ins Spiel reinzukommen, dann agierten wir gut organisiert und stabil", meinte Enochs zum Verlauf der ersten Halbzeit.

Der FSV agierte aggressiv, zeigte sich stark im Verschieben, mit dem die Räume für die Karlsruher zugemacht wurden. Die Gastgeber wirkten in der ersten Halbzeit leicht überlegen, fanden aber keine probaten Mittel, um Löcher in die Zwickauer Defensive zu reißen. Erst kurz vor der Pause wurde es vor dem Gästetor gefährlich. Bei einer Bogenlampe von Florent Muslija hatte FSV-Keeper Johannes Brinkies die Fingerspitzen noch dran (38.). In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit sorgte Tarsis Bonga für Aufregung: Der Zwickauer tanzte den Karlsruher Kapitän David Pisot aus und schloss die Aktion mit einem Schuss aufs lange Eck ab, doch Torwart Benjamin Uphoff verhinderte den Einschlag des Balles. "Schade, das Tor hätte uns wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff gut getan", ärgerte sich Bonga.

Das Duell auf Augenhöhe ging nach dem Seitenwechsel munter weiter. Nach jeweils zwei vergebenen Chancen auf beiden Seiten sorgte Davy Frick für einen rot-weißen Freudentaumel. Nach einem Eckball von Christian Bickel kam der Ball zu René Lange, der sofort in Richtung Tor hämmerte. Das Spielgerät prallte von der Karlsruher Abwehrmauer erneut zu Lange, der im zweiten Versuch den rechten Pfosten traf. Frick reagierte am schnellsten und staubte aus fünf Metern zur Führung ab (58.). Für den dienstältesten FSV-Spieler (seit 2011 im Verein) war es das dritte Drittliga-Tor im 65. Spiel. "Die Bilanz möchte ich schon noch etwas ausbauen", sagte er lachend nach dem Abpfiff.

In der Schlussphase wähnten sich die Zwickauer schon am Drei-Punkte-Ziel, hatten ihre Rechnung aber ohne Anton Fink gemacht. Der Routinier gehört aktuell zwar nicht zur Karlsruher Startelf, bewies aber einmal mehr, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Nach einer Linksflanke von Marco Thiede köpfte der ungedeckte 1,71 Meter große Torjäger vom Elfmeterpunkt unhaltbar ein. "Das ist eben die Qualität von Anton Fink. Er wittert eine Chance und ist zum richtigen Zeitpunkt da", zollte Enochs dem Ex-Chemnitzer Respekt und betonte zugleich, dass man bis zum Schluss mit dem Ausgleich rechnen müsse, wenn man vorher nicht das 2:0 macht. Enochs lobte aber seine Mannschaft: "Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs, die bei tropischen Temperaturen einen Aufstiegsaspiranten geärgert haben."

Am Ende musste selbst ein hitzeverträglicher Spieler wie Torschütze Frick ("Ich hole bei jedem Wetter alles aus mir heraus") erst einmal kräftig durchpusten, um das Geschehen zu verarbeiten. "Vor dem Anpfiff hätten wir einen Punkt gern mitgenommen. Der späte Ausgleich war ärgerlich, weil wir lange geführt haben", brachte Frick den Verlauf der zweiten Halbzeit auf den Punkt.

Statistik KSC: Uphoff - Thiede, Gordon, Pisot, Roßbach - Röser (65. Choi), Stiefler (78. Lorenz), Wanitzek, Muslija - Sane (78. Fink), Pourie.

FSV: Brinkies - Barylla, Wachsmuth (75. Kartalis), Antonitsch, Lange (V) - Reinhardt, Frick - Bickel (V), Könnecke, Miatke (83. Lauberbach) - Bonga (62. König).

SR: Dietz (Kronach ); Zu.: 10.763; Tore: 0:1 Frick (58.), 1:1 Fink (90 + 1).

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