Enochs: Nicht alles in Frage stellen

Der Zwickauer Trainer über dünne Luft im Abstiegskampf, die Kraftfrage und die Chancen fürs Uerdingen-Spiel

Zwickau.

Der FSV Zwickau geht in der 3. Fußball-Liga am Sonntag, 13 Uhr, mit nur noch einem Punkt Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz ins Spiel beim KFC Uerdingen. Monty Gräßler sprach mit FSV-Trainer Joe Enochs (48).

Freie Presse: Wie haben Sie die Last-Minute-Niederlage gegen Würzburg weggesteckt? Versuchen Sie eher abzuschalten oder stürzen Sie sich in die Analyse?

Joe Enochs: Ich mache beides. Auf der einen Seite ist es wichtig, auch mal mit dem Hund spazieren zu gehen oder etwas mit der Familie zu unternehmen, um den Kopf freizubekommen. Aber natürlich haben wir das Spiel im Trainerteam auch ausgiebig ausgewertet.

Mit welcher Erkenntnis?

Das 1:2 war echt enttäuschend, keine Frage. Aber die Art und Weise, wie wir es über 70, 75 Minuten gegen einen starken Gegner gemacht haben, war richtig gut. Wir hatten in der ersten Halbzeit sieben Chancen. Wenn wir da halt das 2:0 schießen, ist das Spiel so gut wie entschieden.

Bei zwei Gegentoren in den letzten fünf Minuten stellt sich fast automatisch die Frage, ob die Mannschaft ein Kraft- oder Konditionsproblem hat.

Für mich nicht. Es war eher ein Problem der Konzentration, das zu einer Kette vieler kleiner Fehler geführt hat. Da müssen wir ansetzen und dazu zurückfinden, als komplette Mannschaft das Gegentor mit allen Mitteln zu verhindern. Deshalb haben wir am Mittwoch im Training nochmal angezogen und speziell bei dem Thema neue Impulse gesetzt.

Haben Sie unter der Woche gespürt, dass der Druck wächst?

Druck ist immer da. Wir haben zuvor auch nie gesagt, jetzt sind wir sorgenfrei oder so, weil jeder weiß, wie eng die Liga ist. Natürlich war nicht zu erwarten, dass Chemnitz, Viktoria Köln und Münster so viele Punkte holen. Aber da wird ganz schnell vergessen, dass sich auch unsere Bilanz sehen lassen kann, wenn ich nur an die Siege in Magdeburg und gegen Duisburg denke.

Dann geht es also darum, Ruhe zu bewahren?

Ich finde es wichtig, die Lage richtig einzuschätzen. Wir haben Tabellenführer Duisburg besiegt und in Kaiserslautern mit aller Macht die Null gehalten. Deshalb halte ich nichts davon, ein Spiel später gleich alles in Frage zu stellen, so bitter das 1:2 gegen Würzburg auch war. Wir müssen die Leistung bestätigen.

Da kommt der KFC Uerdingen, der zuletzt zweimal verloren hat, jetzt gerade recht?

Das kann ein Vor- oder auch ein Nachteil sein. Wir werden auf alle Fälle versuchen, Uerdingen mit unten reinzuziehen und es auszunutzen, falls beim KFC vielleicht doch eine kleine Verunsicherung da ist.

Voraussichtliche FSV-Aufstellung:  Brinkies - Wimmer, Frick, Odabas - Jensen, Hehne - Schröter, Vitteriti, Miatke - König, Wegkamp. Verletzt: Mäder, Godinho. Krank: Reinhardt.


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