Erst überlegen, dann gezittert: FSV erreicht Minimalziel in Aalen

Die Zwickauer müssen sich gegen das Schlusslicht der Dritten Liga mit einem Remis zufrieden geben. Die FSV-Spieler durften sich am Ende bei ihrem Torhüter bedanken, dass man gegen den VfR Aalen nicht den Kürzeren zog.

Aalen.

Der FSV Zwickau hat beim Schlusslicht VfR Aalen das Minimalziel erreicht und durch ein 1:1 (1:1) einen Punkt von der Ostalb mitgenommen. Im ersten Durchgang bestimmten die Gäste aus Westsachsen das Geschehen eindeutig, verpassten es aber, den Sack zuzumachen. So wurden zwei wichtige Punkte verschenkt, am Ende musste sogar noch gezittert werden.

"Wir haben stark angefangen und in der ersten halben Stunde ein sehr gutes Spiel gemacht. Da waren wir die wesentlich bessere und aktivere Mannschaft, haben aber unsere Chancen nicht genutzt. Dann haben wir immer mehr Spielanteile abgegeben und müssen am Ende mit einem Punkt leben", brachte Joe Enochs den Spielverlauf auf den Punkt. Mit dem Rückenwind des 2:0 gegen Uerdingen legten die Zwickauer los wie die Feuerwehr und überraschten damit den Gegner. "Wir hatten vorher gewusst, wie schwer es wird, aber Zwickau hat uns überrascht, war nicht nur in den Zweikämpfen giftig und präsent, sondern hat auch mutig und druckvoll nach vorn gespielt", bemerkte VfR-Coach Rico Schmitt.

In einer munteren ersten Halbzeit verpassten es die Zwickauer, die Weichen eindeutig auf Sieg zu stellen. Zunächst köpfte Ronny König nach einer scharfen Eingabe von Nils Miatke knapp am Ziel vorbei (6.). Dann flankte Anthony Barylla auf Mike Könnecke, der ebenfalls per Kopf den Ball knapp am linken Pfosten vorbeisetzte (10.). "Ich war selbst etwas überrascht, dass der Ball noch durchkam. Ich dachte, der Torhüter fängt ihn vorher ab. Ich habe ihn nicht voll mit der Stirn erwischt. Schade, da hat nicht viel gefehlt", ärgerte sich Könnecke.

Der 30-Jährige fühlte sich in der Rolle als zweite Spitze neben Sturmtank König pudelwohl. "Mir liegt diese Position, weil ich da offensiv viele Freiheiten habe und mich gut in die Mannschaft einbringen kann", erklärte Könnecke. Kurz nach seiner vergebenen Chance spielte der Blondschopf einen Traumpass auf Morris Schröter, der beim Abschluss noch geblockt wurde (12.).

Mit einem mustergültigen Angriff gingen die Gäste in Führung. Miatke setzte sich im Zweikampf gegen Sascha Traut durch und flankte aus der Drehung vor das Tor, wo König aus sechs Metern einnickte. Wenig später vergab der "King" die Riesenchance, die Führung auszubauen. Nach der nächsten Flanke von Miatke hatte König alle Zeit der Welt, schlenzte aber das Spielgerät aus acht Metern am Tor vorbei. "Ich hätte es vielleicht mit einem Direktschuss probieren sollen. Manchmal ist es nicht gut, wenn man zu viel Zeit zum Nachdenken hat. Das Ding muss ich machen", trauerte König der vergebenen Chance zum zweiten Treffer nach.

Wenn eine überlegene Mannschaft die Chancen nicht nutzt, wird sie bestraft, dachte sich der Aalener Petar Sliskovic und köpfte wie aus dem Nichts zum 1:1 ein. Dabei nahm der Stürmer eine falsche Entscheidung des Schiedsrichters dankend an. Nach einem Duell zwischen Barylla und Traut hätte der Unparteiische eigentlich auf Abstoß für Zwickau entscheiden müssen. "Der Aalener Morys hat den Ball zuletzt berührt", sagte Barylla. Anstatt Abstoß gab es Eckball, der zum Ausgleich führte.

Nach dem Seitenwechsel ging es munter weiter, aber das Geschehen verlagerte sich zusehends in die Zwickauer Hälfte. Das erste Signal setzte dennoch Könnecke, der mit einem abgefälschten Schuss den Aalener Querbalken traf (54.).

Danach rückte Torhüter Johannes Brinkies in den Mittelpunkt -und der FSV-Keeper hielt mit seinen Paraden den Punkt fest. Zunächst parierte die Zwickauer Nummer eins glänzend gegen Aalens Torjäger Morys (58.) und schließlich rettete er zweimal mit Wahnsinnsreflexen gegen Domenique Fennell, der es erst mit einem tückischen Flatterball versuchte (72.) und anschließend mit einem Kopfball an Brinkies scheiterte (82.). "Dafür stehe ich im Tor, dass ich Bälle halte. Den Punkt hat die ganze Mannschaft geholt. Wenn wir in der ersten Halbzeit abgezockter und cleverer agieren, nehmen wir einen Dreier mit", betonte Brinkies.

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