Fabian Müller: Ich weiß, was uns erwartet

Sechseinhalb Jahre spielte der Defensivmann für den FC Erzgebirge Aue. Mit Dynamo Dresden kehrt er am Samstag zurück. Einen freundlichen Empfang erhofft er sich nicht.

Aue/Dresden.

Fabian Müller freut sich riesig auf seine Rückkehr nach Aue. Sechseinhalb Jahre, die er insgesamt im Veilchentrikot auflief, sind kein Pappenstiel. Der Außenverteidiger von Drittliga-Spitzenreiter Dynamo Dresden, der am Samstag (14 Uhr) im Erzgebirgsstadion zu Gast ist, freut sich auf ein "ausverkauftes Haus, ein Duell auf Augenhöhe und tolle Stimmung auf den Rängen". Dass ihm aus dem Fanlager des FCE donnernder Applaus entgegenschlägt, erwartet der ehemalige Publikumsliebling freilich nicht: "Selbstverständlich wird es Pfiffe geben, das wird nicht ausbleiben", sagt Fabian Müller. "Aber das blocke ich ab, blende es aus. Beeinflussen kann ich es ohnehin nicht."

Nach dem Abstieg der Auer aus der 2. Fußball-Bundesliga wechselte der gebürtige Berchtesgadener im vergangenen Jahr aus dem Erzgebirge an die Elbe. Der Transfer ging relativ schnell vonstatten. Anfang Juni war die Tinte unter einen Dreijahreskontrakt trocken. "Das war damals keine einfache Situation für mich, denn ich stand ohne Vertrag da. Dann kam Dynamo und das Gesamtpaket hat einfach gepasst", blickt der 29-Jährige zurück.

Und wie es passt. Privat fühlt sich Fabian Müller in Elbflorenz pudelwohl. Mit Freundin Theresa, die ihm aus Kaiserslautern ins Sachsenland gefolgt ist, wohnt er nahe des Zwingers. "Dresden ist eine wunderschöne Stadt", schwärmt der Profi, der die Nachwuchsschule von Bayern München durchlief. Sportlich läuft es nicht weniger rund. Einsam thronen die Schwarz-Gelben an der Tabellenspitze. "Da ist viel Qualität im Kader, wir sind breit aufgestellt. Das Trainingsniveau ist dadurch sehr hoch. Es bleibt keine Zeit, sich hängen zu lassen, und davon profitiert die gesamte Mannschaft", meint Fabian Müller, der 173 Zweitligaeinsätze vorweisen kann.

Apell an Fans

Einen Bonus genießt er dadurch nicht. Mit seinen Außenverteidigerkollegen Nils Teixera und Niklas Kreuzer streitet er immer wieder neu um einen Platz in der Startelf. "Ich denke, wir drei sind absolut auf einem Level, unterscheiden uns nur in Kleinigkeiten. Damit hat der Trainer die Qual der Wahl."

Natürlich hofft der Defensivmann, den auch die Auer Fans wegen seiner Zuverlässigkeit, Kompromisslosigkeit und mannschaftsdienlichen Spielweise schätzten, dass sich Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus am Samstag für ihn entscheidet. Allerdings steht Fabian Müller nach einer leichteren Blessur erst seit Montag wieder im Mannschaftstraining. Ob das für einen Platz in der Startelf reicht, wird sich zeigen. "Ich werde alles dafür tun", sagt der Schwarzschopf, der 2007/08 zu den Veilchen gewechselt war. In der Winterpause 2008/09 ging er zum 1. FC Kaiserslautern, kehrte nach dem Intermezzo zur Saison 2010/11 jedoch zurück. "Es war eine prima Zeit in Aue mit einer duften Truppe, die ich keinesfalls missen möchte."

Von der "duften Truppe" spielen nun nicht mehr viele beim FCE. "Mit Nils Miatke oder Mike Könnecke simse ich ab und an, ansonsten kenne ich kaum jemanden aus dem aktuellen Team", meint Fabian Müller, der sich dessen ungeachtet auf einen heißen Tanz einrichtet. "Ich weiß, was uns in Aue erwartet, und in der unberechenbaren dritten Liga ist kein Spiel einfach. Wir müssen 90 Minuten Vollgas geben und den Kampf annehmen", blickt er auf das Sachsenderby voraus. Nach diesem könnte eine Serie enden. Der FCE hat in dieser Saison zu Hause noch nicht verloren, Dresden auswärts noch nicht. "Ich hoffe, dass das so weitergeht", sagt Fabian Müller lächelnd, wohlwissend, dass ihm das weitere Pfiffe einbringen dürfte.

Zum brisanten Thema Sicherheit hat FCE-Geschäftsführer Michael Voigt vor dem Spiel der Auer gegen Dresden an die Fans in beiden Lagern appelliert. Er bat um Verständnis, falls strengere Sicherheitskontrollen zu längeren Wartezeiten führen. Außerdem warnte Voigt eindringlich vor dem Abbrennen von Pyrotechnik, um keine nicht beherrschbaren Reaktionen zu provozieren.

Das Erzgebirgsstadion ist mit rund 15.000 Zuschauern zum ersten Mal in dieser Saison ausverkauft. Wie der FCE mitteilte, bleiben die Tageskassen geschlossen. Eine Anreise ohne gültige Karten sei zwecklos. 2760 Tickets gingen nach Dresden.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...