FSV Zwickau gegen Sonnenhof: Wer ersetzt Pfeil Morris Schröter?

Der Fußball-Drittligist aus Zwickau muss am Freitagabend gegen Sonnenhof Großaspach auf seinen schnellen Außenbahnspieler verzichten. Doch auch ohne Morris Schröter soll der Lauf anhalten.

Zwickau.

Es könnte frisch werden am Freitagabend, wenn der Ball für die Zwickauer Fußballprofis in der Dritten Liga wieder rollt. Gegen den selbsternannten Dorfklub Sonnenhof Großaspach steht das siebente Heimspiel der Saison an. Schon tagsüber sind die Temperaturen auf der zugigen Eckersbacher Höhe einstellig geworden. Da hilft nach Anpfiff um 19 Uhr wohl nur rennen, rennen und rennen, um sich warm zu halten. Oder? "Geht das überhaupt noch mehr?", stellt Fabio Viteritti die Gegenfrage und grinst dabei.

Der Spielgestalter des FSV ist gut gelaunt in diesen Tagen. Sein Team befindet sich derzeit im sicheren Fahrwasser in dieser so ausgeglichenen Spielklasse. Fünf Partien in Serie wurden nicht verloren. Bereits siebenmal hat Keeper Johannes Brinkies in den 13 Spielen den Kasten sauber gehalten. 19 Zähler, ein positives Torverhältnis (+5), Rang 8 in der Tabelle - Zwickau steht im vierten Drittligajahr so gut wie noch nie da. Nach der Aufstiegssaison standen zum gleichen Zeitpunkt 12 Punkte (Platz 18) zu Buche. 2017 waren es 16 Zähler (9.) und 2018 (16.) gerade mal 14. Jedes Mal spuckte das Torverhältnis einen negativen Wert aus. "Ja, das ist aktuell schön anzusehen, aber noch haben wir gar nichts erreicht", hebt Abwehrmann Davy Frick warnend den Zeigefinger: "Wenn nur ein Gedanke aufkommt, dass Großaspach ein leichterer Gegner sein könnte, weil die Mannschaft in der Tabelle hinter uns steht, dann haben wir schon verloren."

Sturmtank Ronny König schlug nach dem beachtlichen 0:0 letzten Samstag in Unterhaching in die gleiche Kerbe, erinnerte an die angestrebte 47-Punkte-Marke für den sicheren Klassenerhalt und wie weit man davon noch entfernt ist. Gegen den Tabellen-18. Großaspach erwartet der Torjäger ein kampfbetontes Spiel. Denn die Elf von Trainer Oliver Zapel setzt auf ähnliche Tugenden wie Zwickau. "Da müssen wir in erster Linie mal in den Zweikämpfen dagegenhalten", bekräftigt Linksfuß Nils Miatke.

Der FSV muss in jedem Fall ein Handicap verkraften: Morris Schröter fehlt in der Partie. Mit geschientem Knöchel lief der auf dem Rasen pfeilschnelle Rechtsaußen am Dienstag schon wieder ganz gut übers Stadiongelände der GGZ- Arena. "Am Freitag habe ich noch eine Untersuchung. Vielleicht kann ich kommende Woche schon wieder mit leichtem Lauftraining beginnen", sagt der 24-Jährige optimistisch.

Für Trainer Joe Enochs stellt sich allerdings die Herausforderung, die rechte Offensivbahn neu zu besetzen. Dafür bieten sich drei Varianten an. Zwei verkörpern die positionsgetreuen Wechsel mit zum einen Marius Hauptmann oder mit Janik Mäder in der Startelf. Beide sind im Saisonverlauf bereits mehrfach für Schröter eingewechselt worden. Vor allem bei Hauptmann, dem mit der Lichtschranke gemessen schnellsten FSV-Profi, macht dies Sinn, wenn beim Gegner zunehmend die Kräfte nachlassen und Konterfußball gefragt ist. "Ich hoffe natürlich, dass ich eine Chance von Beginn an bekomme. Ich habe immer versucht, wenn ich eingewechselt wurde, Tempo reinzubringen", fühlt sich der erst 20-jährige Hauptmann gewappnet.

Gut möglich ist allerdings auch eine dritte Variante, die bereits in Unterhaching nach Schröters Ausfall in der 31. Minute ganz gut funktionierte. Enochs brachte Nils Miatke auf dessen angestammter Position vorn links, Viteritti wechselte dafür auf die rechte Seite. Dort kann er zwar seinen stärkeren rechten Fuß für den Torabschluss nicht ganz so gut einsetzen, als wenn er von der linken Seite nach innen dribbelt und dann abzieht. Doch für den viermaligen Saisontorschützen ist der Wechsel kein Problem. "Wo ich spiele, ist letztlich egal. Hauptsache, wir gewinnen."

Das sieht Joe Enochs sicher genauso. Dass es Schröter in einer guten Phase (erster Drittligatreffer und vier Torvorlagen) nun bei den Rand-Münchnern erwischte, gefällt dem Chefcoach natürlich nicht. Doch vor der Saison hat der Verein auch klar den Anspruch formuliert, mit weniger Quantität und mehr Qualität den internen Konkurrenzkampf im Team forcieren zu wollen. Insofern wird die Partie gegen Sonnenhof Großaspach auch ein Prüfstein, wie weit der FSV auf diesem Weg vorangekommen ist. "Unsere Mannschaft besteht nicht nur aus elf Spielern", sagt Joe Enochs: "Bisher haben die Einwechsler immer ihren Job erledigt." Mal sehen, ob das auch am Freitagabend gelingt, wenn es frisch wird und sicher heiß zur Sache geht auf der Eckersbacher Höhe.

Voraussichtliche Aufstellung,  FSV: Brinkies - Godinho, Handke (Hehne), Frick, Lange - Viteritti, Reinhardt, Jensen, Miatke (Mäder, Hauptmann) - König, Huth.

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