FSV Zwickau: Publikum huldigt Huth, Huth, Huth

Fußball-Drittligist FSV Zwickau hat beim 4:0 gegen Viktoria Köln den vierten und höchsten Saisonsieg gefeiert. Für Doppeltorschütze Elias Huth war es ein besonders schöner Nachmittag.

Zwickau.

Nach 76 Minuten war das Tagewerk vollbracht. Doppeltorschütze Elias Huth trabte zur Seitenlinie und machte für Saisondebütant Denis Jäpel Platz. Der ausgewechselte Stürmer genoss das Bad in der Menge. Die Fans äußerten ihre Zuneigung - in Anlehnung an den ehemaligen deutschen Nationalspieler Robert Huth - mit "Huth, Huth, Huth"-Sprechchören.

Während Robert seine Profikarriere inzwischen beendet hat, will sein Namensvetter erst mal so richtig durchstarten. Elias Huth feierte am Sonnabend beim 4:0-Sieg über Viktoria Köln seinen ersten Doppelpack im Trikot des FSV Zwickau. Zuletzt hatte er im März 2018, damals für Drittligist Rot-Weiß-Erfurt beim 4:4-Heimremis gegen Osnabrück, doppelt in einer Partie getroffen. "Es fühlt sich diesmal definitiv besser an, weil wir auch noch gewonnen haben. Das hat heute richtig Spaß gemacht", schwärmte der 22-Jährige und erklärte den höchsten Saisonsieg so: "Der Schlüssel war, dass wir bissig und giftig in den Zweikämpfen gewesen sind. Und dann haben uns noch ein paar Dinge in die Karten gespielt."

In die Karten gespielt, traf es bildlich. Denn Kölns Mart Ristl war in der 40. Minute durch den 0:2-Rückstand vermutlich so gefrustet, dass er seine Gelbe Karte, die er bereits gesehen hatte, gedanklich verdrängte und nahe der Mittellinie in den Gegenspieler grätschte. Viktoria-Trainer Pavel Dotchev, der an seinem 54. Ehrentag letztlich eine bittere 0:4-Klatsche mit auf die lange Heimfahrt nehmen musste, wollte die spielentscheidenden Szene nicht bewerten. Mit dem Schiri schien der Coach aber nicht gänzlich zufrieden gewesen zu sein. "Beim Stand von 0:1 haben wir einen klaren Elfmeter nicht bekommen", sagte Dotchev, wies aber gleichzeitig auf die Versäumnisse seiner Mannschaft hin: "Durch unsere eigenen Fehler haben wir fast drei Eigentore geschossen."

Seinem Gegenüber Joe Enochs konnte diese Einschätzung egal sein. Zwickaus Trainer wusste, dass seine Jungs mit hohem Laufaufwand die Fehler des Gegners auch provoziert hatten. Auf das frühe Pressing fand das bis dato beste Auswärtsteam der 3. Liga (14 Auswärtstore) kein geeignetes Gegenmittel. Hinzu kam die frühe 1:0-Führung (2.), als Sturmtank Ronny König einen Freistoß von René Lange mit all seiner Routine und Wucht hinter die Linie drückte. Auch den Freistoß hatte der Torjäger selbst herausgeholt. Dass es dem FSV mit einer Führung im Rücken deutlich leichter fällt, erfolgreich zu spielen, zeigt auch die Statistik: Fünfmal erzielte Zwickau in dieser Saison den ersten Treffer, und nur in Duisburg gingen die Rot-Weißen danach nicht als Sieger vom Platz.

Elias Huth strahlte jedenfalls übers ganze Gesicht. Mit seinem gelungenen Auftritt steigen die Chancen, dass er auch am kommenden Samstag beim Derby in Halle in der Startelf steht. Im Kampf um die zwei Plätze im Angriff hat sich das Duo Huth/König empfohlen. "Das ist unser Spiel, dass Ronny mit seiner Wucht den einen oder anderen Gegenspieler mehr bindet und ich dadurch vielleicht ein paar Freiräume mehr bekomme", berichtet Huth, der als Leihgabe vom 1. FC Kaiserslautern in Zwickau Spielpraxis sammeln soll. Und das passiert gerade mit einem positiven Nebeneffekt: "Von Ronny König kann man sich immer was abschauen." Dazulernen trifft auch auf die Spielweise des FSV zu. So gab Huth offen zu, dass es für ihn noch einmal eine ganz neue Erfahrung gewesen sei, wenn Stürmer nicht nur an Toren gemessen werden, sondern im Mannschaftsgefüge der Balleroberung ziemlich viel laufen müssen. Elias Huth sagt: "Auch wenn es sehr anstrengend ist, macht es viel Spaß, so zu spielen." Trainer Joe Enochs wird das gern hören, wobei er den 4:0-Triumph aufgrund des Spielverlaufs nicht überbewertete: "Das waren drei Punkte, mehr nicht. Wir müssen unsere Fehler abstellen und weiter hart arbeiten."

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