Geldnöte vorerst beseitigt - Zwickau startet gegen Karlsruhe

3. Fußball-Liga: Der FSV schließt sein Finanzloch und empfängt nach der Winterpause gleich den Tabellenzweiten

Zwickau.

Die fünfwöchige Winterpause ist zu Ende. Der FSV Zwickau, Zehnter der Tabelle mit vier Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, muss am Sonntag (Anpfiff 13 Uhr) daheim gegen den Karlsruher SC ran. "Freie Presse" erörtert die wichtigsten Fragen vor der zweiten Saisonhälfte.

Wird es ein großer Nachteil sein, auf ein Wintercamp im Süden verzichtet zu haben?

Aufgrund der finanziellen Notlage blieb dem FSV kaum eine andere Möglichkeit, als auf die Reise nach Spanien oder in die Türkei zu verzichten. Dass in heimischen Gefilden aufgrund des Winterwetters kaum Rasentraining möglich war, ist zumindest in spieltaktischer Hinsicht kein Vorteil. Immerhin suchten 14 der 20 Drittligisten den Süden auf, um auf Rasenplätzen zu üben. Allerdings hat der FSV auch schon im Vorjahr kein Trainingslager absolviert, verlor dann in den ersten neun Partien nach der Winterpause nur zweimal. Zwickau kommt traditionell über die kämpferische Schiene. Diese Tugend wird durch fehlendes Rasentraining nicht beeinträchtigt. Trainer Joe Enochs sagte: "Die Jungs sind schon in gutem Zustand aus dem Urlaub zurückgekehrt, haben die Bedingungen angenommen und sich voll reingehängt."

Droht dem FSV auch in der kommenden Drittliga-Spielzeit, falls die Klasse gehalten wird, ein finanzieller Balanceakt?

Ja. Auch wenn zum wiederholten Male eine Finanzlücke im laufenden Saisonetat gestopft werden konnte, bleibt das wirtschaftliche Problem bestehen, zumal der für die Nachlizenzierung aufgenommene Kredit zurückgezahlt werden muss. Der Verein hatte den Etat für die erste Mannschaft vor der Saison von in der Planung angegebenen 1,9 auf 2,6 Millionen Euro "überzogen", um wettbewerbsfähig zu bleiben. Um das auch künftig zu sein, sagte Vorstandssprecher Tobias Leege, müsse der Verein mit einem Budget von 2,3 bis 2,5 Millionen Euro in der 3. Liga rechnen. Deshalb plane man u. a. eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. Auch die angestrebte Reduzierung der Stadionmiete von 390.000 auf 200.000 Euro bleibt ein Thema.

Sind alle Profis für das Auftaktspiel gegen den KSC fit?

Janik Mäder (Reha nach Hirnhautentzündung) und Julian Hodek (Reha nach Kreuzbandriss) stehen nicht zur Verfügung. Beim Stammpersonal allerdings kann Enochs aus dem Vollen schöpfen. Auch Toni Wachsmuth (Schlag aufs Knie im Testspiel) hat die Generalprobe in Magdeburg (2:3) bestanden. Der Kapitän spielte 70 Minuten durch. Während Stürmer Daniel Gremsl keine Rolle mehr in den Planungen spielt, mausert sich Bryan Gaul zu einer Alternative für die Abwehr. Nach siebenmonatiger Verletzung fehlt dem US-Amerikaner zwar noch die Wettkampfhärte. Mit dem 29-Jährigen hätte Joe Enochs aber erstmals einen echten Linksfuß für die linke Seite der Dreierabwehrkette (bisher Nico Antonitsch) zur Verfügung. Antonitsch könnte dann eine andere Position einnehmen.

Haben Zwickaus Kontrahenten in der Winterpause personell aufgerüstet?

Die größten Transferbewegungen gingen auf das Konto von Schlusslicht Braunschweig. Mit sieben Neuzugängen, darunter mit Keeper Jasmin Fejzic (Magdeburg), Bernd Nehrig (St. Pauli), Mike Feigenspan (Mönchengladbach) oder Julius Düker (Paderborn) auch von höherklassigen Klubs, will die Eintracht das rettende Ufer noch erreichen. Auch der Ex-Zwickauer Marcel Bär (bisher Aalen) stürmt künftig für Braunschweig. Der ohnehin schon bestens besetzte KFC Uerdingen verpflichtete mit Adriano Grimaldi von 1860 München und Osayamen Osawe (Ingolstadt) zwei Topstürmer. Interessant: Torjäger Benjamin Girth ist von Holstein Kiel zu Tabellenführer VfL Osnabrück ausgeliehen worden. Florian Hansch, beim Chemnitzer FC ausgebildet, stürmt wegen zu geringer Spielpraxis beim Zweitligisten SV Sandhausen nun auf Leihbasis für den SV Wehen Wiesbaden in der 3. Liga.

Was lief beim FSV-Gegner Karlsruher SC in der Winterpause?

Trainer Alois Schwartz verzichtete auf Zugänge. Bereits Anfang Dezember hatte sich der KSC die Dienste des vereinslosen Sercan Sararer gesichert. Der 29-jährige Mittelfeldspieler trug 12-mal das Trikot der türkischen Nationalelf. Sturmtalent Vujinovic und Mittelfeldspieler Siebeck wurden ausgeliehen. Die Mannschaft weilte vom 9. Januar an eine Woche zum Camp im spanischen Marbella. In den Testspielen gab es Niederlagen gegen Magdeburg (0:3) und Feyenoord Rotterdam (2:4) sowie einen 3:1-Sieg gegen den FC Winterthur. "Wir wollen viele Dinge verbessern und verfeinern und wieder in den Rhythmus kommen", sagte KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer auf der Internetseite des Vereins. Mit verbessern meinte er vor allem das schnellere Umschaltspiel zwischen Defensive und Offensive. (tp)

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