Handke: Ich bin noch nicht bei 100 Prozent

Er war der erste Neuzugang für diese Saison beim Fußball-Drittligisten FSV Zwickau. Gekommen, um die Lücke von Kapitän Toni Wachsmuth zu schließen. Nach holprigem Start ist der Abwehrhüne nun auf einem guten Weg.

Zwickau.

Langweilig ist es in der punktspielfreien Zeit beim FSV Zwickau nicht gewesen, wenngleich die Westsachsen mit der Schlagzeilentaktung im Vergleich zum nachbarlichen Ligakonkurrenten Chemnitzer FC aktuell nicht mithalten können. Negativ wirkte sich nur die schwere Verletzung von Linksfuß Sascha Härtel im Test gegen Regensburg auf die gute Stimmung bei den Rot-Weißen aus. Für gute Laune sorgten allerdings auch ein Mannschaftsbrunch in der Bäckerei eines Sponsors oder ein Ausflug in die neue Motorsportarena Mülsen, wo kein Profi an die Fahrkünste im E-Kart des FSV-Athletiktrainers Christoph Rezler heranreichte. Und ein freies Wochenende diente ebenso zum Krafttanken vor dem nächsten Topspiel am Samstag (14 Uhr) zu Hause gegen den KFC Uerdingen.

"Es war das letzte spielfreie Wochenende zum Durchpusten vor der Winterpause. Wir haben die Jungs in der Woche voll auf den KFC fokussiert", sagt Trainer Joe Enochs vor dem "sehr wichtigen Punktspiel". Die vor der Saison hoch gehandelten Rheinländer stehen nach sieben Spieltagen mit sechs Zählern auf einem Abstiegsplatz. Für den Chefcoach ist es aber noch zu früh, um ein Urteil über den Gegner abzugeben. In jedem Fall schießt die Mannschaft bisher zu wenige Tore (acht Saisontreffer) und arbeitet sich zu wenige Chancen heraus. Enochs hat die letzten drei Spiele der Elf von Kollege Heiko Vogel angeschaut und sagt: "Der KFC ist gut besetzt. Aber wir sind genauso gut beraten, uns auf uns zu konzentrieren."

Und da gibt es gute Anzeichen dafür, dass der FSV an den 2:0-Auswärtssieg in Würzburg anknüpfen kann. So hatte Leon Jensen in Unterfranken sein erstes Tor für Zwickau erzielt. Und Mittelstürmer Elias Huth scheint auch immer besser in Fahrt zu kommen. In den vergangenen beiden Partien traf er und bereitete jeweils Tore vor, wenn auch das Duell gegen seinen Arbeitgeber 1. FC Kaiserslautern (3:5) in die Hose ging. Doch von den fünf Gegentoren zeigte sich Zwickau in Würzburg gut erholt. Dabei verließ Christopher Handke erstmals als Sieger im FSV-Trikot den Platz. "Das Spiel war zufriedenstellend für mich. Aber es geht noch besser. Ich bin noch nicht ganz bei 100 Prozent", schätzt der Innenverteidiger ein. Und dafür gibt es Gründe. Der Muskelfaserriss in der Wade während der Vorbereitung ist nur einer. Das verpasste Training hatte ihn in der Fitness zurückgeworfen, zumal er schon mit mangelnder Spielpraxis vom 1. FC Magdeburg an die Mulde gewechselt war. Nachdem sich Handke noch einige Behandlungstipps von Ärzten geholt hatte und das Zwicken in der Wade gut überspielen konnte, ist der 30-Jährige nun schmerzfrei und auch athletisch einen Schritt vorangekommen. Dabei hat ihm sicher auch seine selbstkritische Einstellung geholfen. Bei zwei seiner drei Startelfeinsätze, nämlich bei 1860 München und gegen Kaiserslautern, hagelte es acht Gegentore.

Den Druck hat Handke nach dem persönlichen Holperstart schon verspürt. "Es war das erste Mal in meiner Laufbahn, dass viel von mir erwartet wurde", sagt er und fügt an: "Am Anfang hatte ich durch die Verletzung ein paar Fitnessprobleme, das muss ich ehrlich zugeben, auch wenn ich das nicht gern gehört habe. Vielleicht dachte ich auch, es geht alles ein bisschen von allein. Wir haben viel gesprochen, es waren nicht immer schöne Gespräche", erzählt der 1,91-m-Hüne. Offenbar haben sie ihm aber geholfen. Der Trainer sieht jedenfalls Fortschritte: "Mittlerweile hat Christopher verinnerlicht, was wir wollen."

Was Zwickau gegen Uerdingen machen will, um zu gewinnen, ist kein Geheimnis. Früh den Gegner anlaufen und mutig spielen, so lautet die Philosophie, und so sollen die Krefelder ohne den gesperrten Weltmeister Kevin Großkreutz erst gar nicht ins Spielen kommen. Dann könnte es klappen mit dem vierten Saisonerfolg nach drei 2:0-Siegen. Und das wäre sicher auch gut fürs Gemüt von Christopher Handke.

Voraussichtliche Aufstellung, FSV: Brinkies - Hehne, Handke, Frick, Lange - Schröter, Jensen, Reinhardt, Viteritti - König, Huth.

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