Ideenlos, glücklos, ratlos - beim CFC wird's ungemütlich

Der Chemnitzer FC tritt in der 3. Liga weiter auf der Stelle. Bei Fortuna Köln unterlag die Mannschaft von Sven Köhler mit 0:1. Und der Trainer weiß, dass der Druck jetzt zunimmt.

Köln.

Fortuna Köln war in der jüngeren Drittligahistorie für den Chemnitzer FC eine Art Lieblingsgegner. Die letzten vier Spiele gegen die Domstädter konnten die Himmelblauen gewinnen. Doch am Samstag gab es für die Sachsen in der rheinischen Karnevalshochburg nichts zu lachen. Vielmehr konnten die Fortunen nach dem Abpfiff die Siegesfeierlichkeiten starten. Sie gewannen durch ein Tor von Cauly Oliveira Souza nach 33 Minuten mit 1:0. Und die Bilanz der letzten Spiele dürfte jedem Fan des CFC das letzte Lächeln aus dem Gesicht getrieben haben. Seit drei Spielen ist die Köhler-Elf ohne Sieg, zudem kassierte sie die zweite Pleite in Folge.

"Für uns ist die Niederlage sehr ärgerlich. Jetzt nimmt der Druck zu", wusste Köhler, dass es vor dem Derby gegen den FSV Zwickau am kommenden Freitag keine so ruhigen Tage im Chemnitzer Sportforum werden. "Nach dem Gegentreffer hatten wir bis zur Pause am Rückstand zu knabbern. Nach dem Wechsel hatten wir die eine oder andere Möglichkeit, doch es fehlte die richtige spielerische Linie. Am Ende ist es sehr ärgerlich, dass wir ohne Punkte nach Hause fahren müssen", sagte Köhler. Er hatte in seinem Mittelfeld das Personalkarussell angeschoben, stellte die beiden Berliner Jamil Dem und Björn Jopek als Defensivduo auf, beorderte Dennis Mast nach rechts und bescherte Stefano Cincotta seine ersten Drittligaminuten in dieser Saison.

Die erste Möglichkeit ließ nicht lange auf sich warten. In der 5. Minute bediente Dem mustergültig Daniel Frahn, der jedoch aus Nahdistanz am Kölner Torwart Andre Poggenborg scheiterte. Danach dauert es relativ lange, bis die Liste mit nennenswerten Torchancen um einen weiteren Eintrag ergänzt werden konnte. Nach 20 Minuten köpfte der Kölner Serhat Koruk über das Tor, fast im Gegenzug verfehlte Frahn mit seinem Schuss nur knapp das Gehäuse der Fortunen. Dann blieb eine starke Einzelleistung von Cincotta, der insgesamt auffällig agierte, unbelohnt. Er ließ die Kölner Abwehr geschickt ins Leere laufen, donnerte dann aber das Spielgerät nur an den Pfosten. Das Tor machten dann die Gastgeber. In einem Moment, als die Chemnitzer Spieler zu optimistisch nach vorn stürmten und sich einen Fehlpass im Spielaufbau leisteten, packten die Domstädter einen Konter aus. Cauly Oliviera Souza drückte eine Eingabe von Hamdi Dahmani aus Nahdistanz zum 1:0 über die Linie.

Dennis Mast blieb zur Pause in der Kabine, dafür spielte Florian Hansch. Den Chemnitzern war anzumerken, dass sie nun vor der überschaubaren Kulisse von 1487 Zuschauern, darunter rund 150 aus Chemnitz, mehr nach vorn tun wollten. Aber mehr als ein Freistoß von der Strafraumgrenze, den Anton Fink über die Querlatte beförderte, sprang nicht heraus. Den Chemnitzern gelang es nicht, den Ball in die gefährliche Zone zu befördern, zudem hatte die Köhler-Elf Glück, dass Dahmani einen Konter nicht erfolgreich abschließen konnte. Auch danach herrschte im Chemnitzer Strafraum erhöhte Temperatur. Köln beschränkte sich keinesfalls darauf, den knappen Vorteil zu verwalten. Zwar blieb der CFC engagiert, doch zwingende Chancen sollten kaum mehr herausspringen. Jamil Dem versuchte es im Kölner Strafraum noch einmal mit der Brust, doch der Ball landete neben dem Kasten.

Am Ende mussten sich die Chemnitzer Profis wieder in einem Fach üben, das keinem so richtig liegt: Ursachen für eine Niederlage finden. "So richtig froh kann ich über meinen ersten Saisoneinsatz nicht sein. Gefreut hätte ich mich, wenn wir wenigstens einen Punkt mitgenommen hätten", sagte Stefano Cincotta.

Jamil Dem über eine bittere Niederlage

Jamil Dem stand für den CFC in Köln 90 Minuten auf dem Platz. Nach dem Abpfiff war er sehr enttäuscht. Knut Berger sprach mit dem 23-Jährigen.

Freie Presse: Wie haben sie das Spiel gesehen?

Jamil Dem: Wir haben nicht schlecht begonnen und hatten zwei Chancen. Das Gegentor fiel dann aus einem Konter heraus. Nach dem Wechsel waren wir am Drücker, aber das Tor wollte nicht fallen. Dass wir ohne Punkte nach Hause fahren müssen, ist sehr bitter.

Sie bildeten erstmals mit Björn Jopek, der wie Sie aus Berlin kommt, beim CFC im defensiven Mittelfeld ein Duo. Sind Sie früher schon einmal zusammen aufgelaufen?

In Berlin standen wir uns in der Regel als Spieler verschiedener Mannschaften gegenüber. Wir haben früher mal in der Berliner Auswahl zusammen gespielt, aber das ist schon sehr lange her. So richtig wiedergesehen haben wir uns erst jetzt beim CFC.

Nach sechs Spielen hat der CFC als Tabellendreizehnter sechs Punkte auf dem Konto. Wie schätzen sie diese bisherige Ausbeute ein ?

Wir haben zuletzt keine guten Leistungen gezeigt, das muss anders werden. Jetzt müssen wir in dieser Woche alles tun, um gut vorbereitet in das Derby gegen den FSV Zwickau zu gehen und am Freitag zu Hause den Dreier zu holen.

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