Julius Reinhardt vom FSV-Gen infiziert

Drei Spiele, fünf Punkte - der Saisonstart ist dem FSV Zwickau gelungen. Morgen soll der zweite Heimsieg gelingen. Maßgeblich dazu beitragen kann einer, der nach einem schlimmen Jahr nun wieder aufblüht.

Neuzugang Julius Reinhardt gehört schon zu den Stützen des Zwickauer Teams.

Von Gerd Daßler

Ungeschlagen geht der FSV morgen (Anstoß 14 Uhr) in sein viertes Saisonspiel. Das soll auch nach dem Match gegen Fortuna Köln noch so sein. Trainer Joe Enochs ist mit der bisherigen Ausbeute zufrieden, räumt aber ein, dass es hätten noch zwei Punkte mehr sein können: "Das Unentschieden gegen starke Braunschweiger geht in Ordnung, auch wenn wir das 1:1 durch einen unberechtigten Elfmeter kassierten. Den späten Ausgleich in Karlsruhe hätten wir aber mit etwas mehr Cleverness verhindern können." Enochs lobt die Mentalität der Mannschaft. Kein anderer Drittligist habe einen so harten Auftakt gehabt - mit zwei schweren Auswärtsspielen innerhalb von drei Tagen. "Kein einziger Mensch im Verein hat sich darüber beschwert, alle haben die langen Busfahrten und die extremen Bedingungen durch die Hitze in Kauf genommen. Alle haben mitgezogen und sich zu 100 Prozent mit Fußball beschäftigt", so Enochs.

Mit Fortuna Köln reist morgen ein unbequemer Kontrahent im "Schwanennest" an, der sein erstes Auswärtsspiel der Saison mit 2:1 in Halle gewann. "Das ist eine gestandene Drittligamannschaft, die sehr stabil und variabel sowie ein gutes Pressing spielt. Die Kölner Achse agiert schon lange zusammen. Fortuna hat Spieler mit Erstligaerfahrung in seinen Reihen", warnt Enochs. Mit dem Ex-Dortmunder Michael Eberwein sei ein guter Mann im zentralen Mittelfeld dazugekommen und die Außenbahnen seien durch Robin Scheu und Kwame Yeboah mit sehr schnellen Leuten besetzt. "Wir müssen uns schon etwas einfallen lassen und wieder ans Limit gehen, wenn wir drei Punkte in Zwickau behalten wollen", sagt Enochs, der eine oder zwei Veränderungen in seiner Startelf gegenüber dem Braunschweig-Spiel vornehmen wird.

Offen ist noch, ob als Sturmspitze Ronny König oder Tarsis Bonga beginnt. Toni Wachsmuth hat seine leichte Prellung vom Dienstag auskuriert und wird mit Nico Anto- nitsch die Innenverteidigung bilden. "Gerade die Achse mit Brinkies, Wachsmuth, Antonitsch, den drei Leuten im Mittelfeld und vorn mit König oder Bonga ist wichtig für unsere Stabilität", erklärt Enochs, der ständig den Dialog mit den Kickern sucht und auch die Reservisten bei Laune hält. "Für Spieler wie Fabian Eisele oder Daniel Gremsl ist es im Moment schwer, doch die Saison ist lang, es wird leider Verletzungen geben, wir werden jeden Spieler brauchen. Ich freue mich, dass sich keiner hängen lässt. Die Jungs zeigen mir jeden Tag, dass sie in die Mannschaft wollen. Dadurch erreichen wir ein hohes Trainingsniveau."

Die Zwickauer laufen mit breiter Brust gegen Köln auf. Für Julius Reinhardt ist es wichtig, dass "wir unser gutes Gesamtgebilde zum Tragen bringen. Wir müssen die taktischen Vorgabe des Trainerteams eins zu eins umsetzen, aus einer stabilen Defensiven die Zweikämpfe gewinnen und mit einem schnellen Umschalten im Vorwärtsgang für Torgefahr sorgen." Reinhardt sieht den FSV auf einem guten Weg. Die Mannschaft dürfe aber nicht vergessen, dass noch 35 schwere Spiele ausstehen. "Wir müssen weiter Vollgas geben", powert der 30-Jährige, der schon voll vom FSV-Virus infiziert ist.

Beim Chemnitzer FC durchlebte der gebürtige Karl-Marx-Städter zuletzt sein schlimmstes Jahr als Fußballer. Querelen im Vorstand, Trainerentlassung, Insolvenz und letztendlich der Abstieg. "So etwas will ich nicht noch einmal erleben. In Zwickau macht es mir wieder viel Spaß, Fußball zu spielen. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, bringe ich auch meine Leistung, das war schon bei meinen vorherigen Stationen in Braunschweig und Heidenheim so", schwört Reinhardt auf das "Wir-Gefühl" im Fußball. Beim FSV sei auf dem Platz jeder Spieler für den anderen da, keiner sei sich zu schade, die Drecksarbeit zu machen. Das werde im ganzen Verein so vorgelebt: "Hier herrscht ein enormes Miteinander. Das fängt bei der Vereinsführung an, setzt sich im Trainerteam fort und geht über Führungsspieler wie Toni Wachsmuth oder Ronny König bis in die ganze Mannschaft weiter."

Voraussichtliche Aufstellung des FSV: Brinkies - Barylla, Wachsmuth, Anto-nitsch, Lange - Reinhardt, Frick - Bickel, Könnecke (Hoffmann), Miatke - König (Bonga).

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