Ronny König bringt den FSV Zwickau in die Erfolgsspur

Der FSV Zwickau richtet sich im Vorderfeld der 3. Liga ein. Beim 1:0-Sieg gegen Fortuna Köln beklagte der Trainer der Gäste ein "plötzlich ganz anderes Spiel".

Zwickau.

Der FSV Zwickau blieb auch im vierten Spiel unter dem neuen Trainer Joe Enochs ungeschlagen. Zum Abschluss einer englischen Woche mit Auswärtsfahrten nach Karlsruhe und Braunschweig feierten die Westsachsen im heimischen "Schwanennest" einen 1:0-Erfolg gegen Fortuna Köln. Das Tor des Tages erzielte Toni Wachsmuth vom Elfmeterpunkt, nachdem Ronny König gefoult worden war.

Die Zwickauer fanden zunächst keinen Zugriff auf das Spiel. Eine halbe Stunde lang herrschte Kölner Dominanz. Die Gäste hatten sich gut auf die Spielweise der Elf von Enochs eingestellt, störten früh und aggressiv und nahmen damit den Platzherren die Wucht beim Angriffsspiel. Die Rheinstädter kontrollierten das Spiel, konnten sich gegen die gut geordnete FSV-Defensive aber keine Tormöglichkeiten erspielen. "Wir haben das gut gemacht und den Ball laufen lassen, uns fehlte aber die Zielstrebigkeit und die Konsequenz, um zu richtigen Abschlüssen zu kommen", resümierte Fortuna-Trainer Uwe Koschinat.

Das erste Zwickauer Achtungszeichen gab es in der 30. Minute. Tarsis Bonga spielte zwei Kölner aus und konnte den Ball noch zu Mike Könnecke weiterleiten. Der Blondschopf stand mit dem Rücken zum Tor und wollte zu einem Drehschuss ansetzen, als ihm der Kölner Boné Uaferro ins Standbein trat. Es war der einzige Fehler des guten Schiedsrichters Jonas Weickenmeier, nicht auf Elfmeter zu entscheiden. "Er trifft mich klar am Bein. Es hätte einen Elfer geben müssen", ärgerte sich Könnecke. Ansonsten passierte nicht viel bis zum Pausenpfiff. "Wir müssen uns in der zweiten Halbzeit straffen. Wichtig ist, dass wir die Null gehalten haben. Mit Wiederbeginn müssen wir mehr für die Offensive tun", forderte Enochs bei seiner Kabinenansprache.

Seine Schützlinge beherzigten die Worte und unterstrichen nach dem Seitenwechsel, dass sie auch ihr zweites Heimspiel gewinnen wollten. Der Knackpunkt war die Einwechslung von Ronny König. "Das war plötzlich ein ganz anderes Spiel. Die beiden Brecher König und Bonga konnten wir nicht mehr verteidigen", erklärte Trainer Koschinat. König führte sich gleich mit einem Pfostenschuss ein (64.). Zwei Minuten später flankte Anthony Barylla auf Bonga, der leitete weiter zu König, der vom Kölner Innenverteidiger Uaferro mit einer Ringkampfeinlage gestoppt wurde. Den fälligen Elfmeter verwandelte Wachsmuth sicher. Weitere Tormöglichkeiten von Wachsmuth, König und Nils Miatke brachten nichts ein. Nur noch einmal musste die rot-weiße Fangemeinde tief durchatmen, als der freistehende Moritz Hartmann einen lehrbuchreifen Kopfball aufs FSV-Tor jagte, doch Johannes Brinkies hielt mit einer sensationellen Parade die drei Punkte fest (83.).

Joe Enochs ist vom guten Start mit acht Punkten aus vier Spielen überrascht und "unheimlich stolz auf die Mannschaft. So wie alle Jungs sich jeden Tag voll reinhängen, so präsentiert sich die Mannschaft auf dem Platz."

Statistik Zwickau: Brinkies - Barylla, Wachsmuth, Antonitsch, Lange - Reinhardt, Frick (V) - Bickel (90 + 1. Mäder), Könnecke (61. König), Miatke - Bonga (74. Kartalis/V).

Köln: Rehnen - Ernst (V), Uaferro (V), Kyere Mensah, Schiek - Brandenburger (V), Kegel (V; 71. Bröker) - Scheu (V), Eberwein (71. Andersen), Yeboah (57. Kurt) - Hartmann.

SR: Weickenmeier (Frankfurt). Zu.: 4456. Tor: 1:0 Wachsmuth (66./ Foulelfmeter).

"Bei uns ordnet jeder alles dem Erfolg der Mannschaft unter"

FSV-Kapitän Toni Wachsmuth erzielte gegen Fortuna Köln das Tor des Tages. Mit dem 31 Jahre alten Abwehrspieler sprach Gerd Daßler.

Freie Presse: Ihre Mannschaft ist gegen Köln schwer ins Spiel gekommen und hat am Ende trotzdem verdient gewonnen. Ist das eine neue Qualität des FSV Zwickau?

Toni Wachsmuth: Am Ende einer englischen Woche mit langen Auswärtsfahrten geht es nicht immer darum, wer die bessere Mannschaft ist. Wir haben nichts zugelassen, uns in der zweiten Halbzeit gesteigert und den Elfmeter erarbeitet. Wir haben uns weiterentwickelt und können jetzt auch solche Spiele gewinnen.

Haben Sie sich beim Elfmeter schon vorher auf eine Seite festgelegt?

Das habe ich spontan gemacht, mich beim Anlauf entschieden, flach ins rechte Eck zu schießen.

Wie wichtig ist der gute Saisonstart?

Der gute Start kann sich natürlich sehen lassen. Doch jedem von uns ist bewusst, dass wir noch 34 schwere Spiele vor uns haben. Da kann es bei der Ausgeglichenheit dieser Liga auch schnell mal in die andere Richtung gehen. Wir müssen dranbleiben, dürfen nicht nachlassen.

Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Die Mentalität hat bei uns schon immer gestimmt. Jetzt haben wir einige Jungs dazu bekommen, die das schnell verinnerlicht und auch die Qualität im Kader angehoben haben. Bei uns ordnet jeder alles dem Erfolg der Mannschaft unter.

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