Spannungsabfall in Schwaben

Der Fußball-Drittligist FSV Zwickau verliert mit 2:5 beim selbst ernannten Dorfclub Großaspach. Derweil bahnt sich die Verpflichtung eines alten Bekannten an.

Aspach.

Der FSV Zwickau konnte beim Auswärtsspiel gegen die SG Sonnenhof Großaspach keine Aufbauhilfe Ost für Jena oder Cottbus im Abstiegskampf leisten und kam gegen den selbst ernannten "Dorfclub" mit 2:5 (1:3) unter die Räder. "Wir denken zuerst an uns und wollten gewinnen, aber mir hat vieles nicht gefallen. In der ersten Halbzeit haben wir unsere Grundtugenden vermissen lassen. Wenn wir ein kleines bisschen was weglassen, passiert so etwas wie vor der Pause", sagte FSV-Trainer Joe Enochs.

Trotz aller Bemühungen, ein Spannungsabfall nach dem gesicherten Klassenverbleib eine Woche zuvor war in Schwaben zu spüren. Dabei wollte man genau dies (Enochs: "Das sind wir auch der Konkurrenz schuldig") verhindern. Entsprechend nominierte der Cheftrainer die siegreiche Startelf vom 5:2-Sieg gegen 1860 München, geriet dennoch früh in Rückstand. Beim 1:0 bediente Timo Röttger (12.) Mitspieler Makano Baku, der im Sprintduell Nico Antonitsch das Nachsehen gab und einnetzte. Die erste richtige Zwickauer Chance brachte den Ausgleich. Davy Frick lupfte in die Gasse zu Ronny König, der mit einem Flachschuss aus acht Metern seinen zehnten Saisontreffer markierte. Die Freude beim FSV währte nur kurz, denn nur zwei Minuten später kam Bryan Gaul einen Schritt zu spät gegen Röttger. Der nutzte den Fußkontakt im Strafraum geschickt aus, fiel spektakulär. Die Hoffnungen von Johannes Brinkies, den vierten Elfmeter in dieser Saison zu parieren, erfüllten sich nicht.

Danach stand Toni Wachsmuth zweimal im Mittelpunkt. Erst verkürzte der FSV-Kapitän mit seinem zehnten Saisontreffer aus dem Gewühl heraus auf 2:3. Damit zog er im internen Duell mit König bei den Saisontoren gleich. Dann wurde er - schon am Boden liegend - am angelegten Arm angeschossen. "Ich kann den Elfmeter nicht nachvollziehen. Es wird zur Mode, im Strafraum jemanden an den Arm zu schießen, um einen Elfmeter zu bekommen", erklärte Wachsmuth enttäuscht.

Danach durfte Tarsis Bonga für 20 Minuten Eigenwerbung in Sachen Vertragsverlängerung betreiben. Der 22-Jährige sorgte für Belebung im Angriff. Doch auf der Gegenseite schnürte Röttger seinen Doppelpack - 5:2. Bonga machte indes keinen Hehl daraus, dass er gern beim FSV bleiben möchte: "Doch ich brauche in meinem Alter auch mehr Spielzeiten", bemerkte der Stürmer. Wie bei Bonga soll auch in weiteren Gesprächen mit Ali Odabas geklärt werden, ob der Verteidiger aus Regensburg, der bereits 2017/18 das FSV-Trikot trug, nach Westsachsen zurückkehrt. "Unterschrieben ist noch nichts", sagte Enochs. Odabas hatte lange Zeit an einem Kreuzbandriss laboriert, absolvierte in der zurückliegenden Spielzeit nur drei Einsätze mit der zweiten Mannschaft in der Bayern-Liga. Enochs weilte gestern noch zur Spielbeobachtung bei ZFC Meuselwitz gegen den Berliner AK, um den BAK-Kapitän Tunay Deniz unter die Lupe zu nehmen.

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