Tarsis Bonga: Dem Einstand nach Maß folgt der Siegertanz

Der FSV Zwickau ist mit einem 2:0-Sieg gegen den Halleschen FC in die neue Saison der 3. Fußball-Liga gestartet. Mit dem Karlsruher SC wartet nächsten Sonnabend aber ein anderes Kaliber.

Zwickau.

Als der Schlusspfiff ertönte, gab es kein Halten mehr. Die FSV-Spieler rissen die Arme hoch, Trainer Joe Enochs herzte jeden Einzelnen von ihnen. Dann bildeten die Zwickauer einen Kreis, und Tarsis Bonga tanzte mittendrin. "Das war ein Einstand nach Maß für mich, ein tolles Erlebnis vor dieser Kulisse zu spielen und ein Tor zu erzielen. Viel wichtiger war aber der Erfolg für die Mannschaft. In der Truppe ist keiner abgefallen, jeder hat für den anderen gearbeitet und alles für den Erfolg gegeben", strahlte Bonga nach dem Dreier beim Auftaktspiel.

Der FSV hat den Ostklassiker gegen den Halleschen FC verdient gewonnen und ist in seiner dritten Drittligasaison zum ersten Mal mit einem Sieg gestartet. "Der Erfolg war enorm wichtig, weil mit den Auswärtsspielen in Karlsruhe und Braunschweig zwei ganz dicke Brocken folgen. Nach der Vorstellung gegen Halle fahren wir mit gestärktem Selbstvertrauen dahin", wies Johannes Brinkies auf den Schub des Auftaktsieges hin. Der 25-jährige Torhüter glänzte nach seiner Fußoperation wie in vergangenen Zeiten und war mit tollen Reflexen und Paraden einer der Garanten, dass hinten die Null stehen blieb.

Für eine zusätzliche Motivationsspritze hatte Ex-Trainer Torsten Ziegner vor dem Spiel gesorgt, der die Zwickauer als möglichen Absteiger bezeichnete. "Natürlich lesen wir so was. Für uns ging es aber darum, gegen Halle und nicht gegen Torsten Ziegner zu gewinnen", erklärte Toni Wachsmuth, der mit seinem Defensivverbund wenig anbrennen ließ. Trainer Joe Enochs betonte, dass sein Team auch ohne die Aussage seines Vorgängers heiß gewesen sei: "Fußball in Zwickau, das bedeutet nun mal Leidenschaft. Wir haben auf unsere Grundtugenden aufgebaut und vor allem in der ersten Halbzeit zu guten Spielzügen gefunden und waren in den entscheidenden Momenten sehr effektiv."

Die Zwickauer gingen mit ihrem ersten Abschluss auf das Gästetor in Führung. Nils Miatke legte wenige Meter von der Eckfahne entfernt auf Christian Bickel ab, dessen Eingabe verpasste Bonga knapp, Könnecke drückte den Ball aber dann aus fünf Metern über die Torlinie. Der Knackpunkt der Partie folgte wenige Minuten vor der Halbzeitpause. Gleich zweimal verpasste die Ziegner-Elf die Chance zum Ausgleich, weil FSV-Keeper Johannes Brinkies glänzend gegen Matthias Fetsch und Pascal Sohm parierte.

Im Gegenzug markierten die Platzherren mit einem mustergültigen Konter das 2:0. Bickel trieb den Ball nach vorn, bediente Könnecke, der das Leder mit einem herausragenden Hackentrick zu Bonga weiterleitete. Der 1,96 Meter große FSV-Stürmer, der aus Düsseldorf kam, tanzte die Hallenser Abwehr aus und schoss aus zwölf Metern flach ins lange Eck ein. "Der Mike hat mich so toll angespielt, den musste ich einfach reinmachen", wusste Bonga, wem er sein Tor zu verdanken hatte.

Nach dem Seitenwechsel verwalteten die Zwickauer den Vorsprung und lauerten auf Kontermöglichkeiten. Da die Gastgeber aufopferungsvoll und kompakt verteidigten, kamen die Hallenser zu keiner zwingenden Torchance mehr. Auffällig beim FSV, dass im zentralen Mittelfeld das Trio Julius Reinhardt, Davy Frick und Mike Könnecke sehr gut harmonierte. Fast wäre dem überragenden Könnecke sogar noch das 3:0 geglückt, als ein Drehschuss von der Strafraumgrenze nur hauchdünn am linken Pfosten vorbeistreifte (90.). Torsten Ziegner erwies sich als fairer Verlierer, gratulierte seinen ehemaligen Schützlingen und relativierte auch seine Aussage: "Ich habe nicht gesagt, dass Zwickau absteigt, sondern ein Abstiegskandidat ist, aber das sind bei der Ausgeglichenheit viele Mannschaften in dieser Liga."

"Die Mannschaft hat bei den hohen Temperaturen gut funktioniert" 

Mit seinem Treffer zum 1:0 leitete Mike Könnecke den Sieg des FSV Zwickau gegen Halle ein. Mit dem Mittelfeldspieler sprach Gerd Daßler. 

Freie Presse: Im Vorjahr ohne Tor, nun haben Sie gleich im ersten Spiel getroffen. Wie ist Ihre Gefühlslage?

Mike Könnecke: Ich habe mir für die neue Saison viel vorgenommen und gleich getroffen. Das soll nur der Anfang sein. Viel wichtiger war, dass die Mannschaft bei diesen hohen Temperaturen gut funktioniert hat. Wir müssen so weitermachen.

Und wie war es mit der tollen Vorarbeit zum 2:0?

Als mich Christian Bickel anspielte, habe ich Tarsis Bonga rufen gehört. Ich konnte den Ball im richtigen Moment mit der Hacke in die Tiefe spielen. Tarsis hat großartig vollendet.

Wie sind Sie mit dem Zusammenspiel im Mittelfeld zufrieden?

Julius Reinhardt, Davy Frick und ich haben richtig gut miteinander harmoniert. Das Lob verdient aber die gesamte Mannschaft, die viel für den Erfolg investiert hat. Wir müssen aber noch zielstrebiger nach vorn spielen und eiskalt beim Abschluss sein.

Torsten Ziegner hatte den FSV als Abstiegskandidat bezeichnet. War das 2:0 die richtige Antwort?

Sicherlich. Ich bin überzeugt, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Auf den Sieg gegen den Halleschen FC müssen wir aufbauen, dann bleiben wir sicher drin und sind auch in den beiden schweren Auswärtsspielen in Karlsruhe und Braunschweig nicht chancenlos.

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