Turbo Bonga entdeckt seine Qualitäten als Torjäger

Mitte September war der CFC mit drei Pünktchen Vorletzter der Drittligatabelle, nach zehn Zählern aus den vergangenen fünf Partien haben die Himmelblauen die Abstiegszone verlassen. Ein Grund: Der Längste trifft jetzt.

Chemnitz.

Ihm zuzuschauen, macht einfach Spaß, gegen ihn zu verteidigen, ganz bestimmt nicht: Wenn Tarsis Bonga seinen Turbo anwirft und übers Feld - meistens das ganze - sprintet, jubeln die Fans. Die Gegenspieler keuchen, später fluchen sie. So war es auch am vergangenen Sonntag beim 3:1-Heimsieg des Chemnitzer FC gegen den 1. FC Kaiserslautern, so soll es an diesem Sonnabend (Anstoß 14 Uhr) wieder sein, wenn die Himmelblauen ihre Aufholjagd in der Dritten Liga beim Vorletzten in Münster fortsetzten wollen. Wieder wird Bonga auf der rechten Flanke losstiefeln, den Ball bei seinen energischen Sprints mit seinem athletischen, 196 Zentimeter langen Körper so abschirmen, dass für den Kontrahenten kaum je ein Fuß an die Kugel zu kriegen ist. Auch in der 80. Minute ist er noch so unterwegs.

Macht ihm das denn Spaß? "Meine Trainer verlangen das von mir, deswegen muss ich das bringen", antwortet Tarsis Bonga mit einem breiten Grinsen. "Außerdem ist es eine meiner Stärken, ich mache das gern." Und hat er nicht Angst, dass ein frustrierter Gegenspieler seinen Vorwärtsdrang mal mit einer üblen Grätsche stoppt? "Ja, das kann schon passieren", weiß er. "Ich denke aber, die meisten Spieler in der Dritten Liga sind sehr fair. Darauf vertraue ich."

Tempo, Kraft, Ausdauer - diese Qualitäten des 22-Jährigen mit kongolesischen Wurzeln sind bekannt, waren auch schon bei seinen Auftritten im Trikot des FSV Zwickau zu bestaunen. Was neu ist: Bonga kann auch Tore schießen.

Das zeigte er bereits beim zurückliegenden 3:1-Heimsieg gegen den MSV Duisburg. "Ich bin kein Hellseher, aber ich glaube, der Knoten ist geplatzt. Da kommen noch mehr", hatte Coach Patrick Glöckner schon da so eine Ahnung.

Die bestätigte sich im Match gegen die Lauterer: Hellwach war Tarsis Bonga, als FCK-Keeper Lennart Grill einen Distanzschuss von Garcia nach vorn abprallen ließ, schneller am Brennpunkt als alle Pfälzer Verteidiger. Bonga drückte den Ball zum 2:0 in die Maschen. Es war sein drittes Saisontor, dafür brauchte er beim FSV die ganze vergangene Drittligasaison. Ein viertes oder gar fünftes in der laufenden Serie verhinderte am Sonntag Grill, der in der zweiten Halbzeit zwei weitere gefährliche Bonga-Schüsse abwehrte. Der Aufschwung soll weitergehen. "Wir wissen jetzt, dass wir gegen jeden Gegner mithalten können. Das macht es ein bisschen leichter für den Kopf", sagt Torjäger Bonga.

Letzte sechs Duelle gingen an den SC Preußen 

Die Bilanz des CFC gegen Münster ist ausbaufähig: 14 von bislang 24 Duellen gewann der SC Preußen, nur fünf der CFC. Den letzten Chemnitzer Sieg gab es am 11. April 2015 in Münster, Fink, Löning und Stenzel trafen damals bei 3:2-Auswärtererfolg der Himmelblauen. Die folgenden sechs Vergleiche gingen alle an Münster.

In dieser Saison sind die Westfalen nun schon seit neun Ligapartien sieglos. Für die Chemnitzer wäre ein Erfolg am Samstag der insgesamt 100. Drittligasieg.

Die Preußen erwarten 5000 Fans im Stadion, zwischen 300 und 400 wollen sich aus Chemnitz auf den gut 500 Kilometer langen Weg machen.

CFC-Coach Patrick Glöckner kann personell aus dem Vollen schöpfen, hat bis auf die Langzeitverletzten Ioannis Karsanidis und Philipp Sturm alle Mann an Bord.

Voraussichtliche Aufstellung des CFC: Jakubov - Itter, Hoheneder, Reddemann, Milde - Bohl, Langer - Bonga, Müller, Garcia - Hosiner. (ts)

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