Viele Fragen, wenige Antworten

Für den Chemnitzer FC ist in der 3. Fußball-Liga der Aufstiegszug vier Spieltage vor Saisonende abgefahren. Für Torhüter Kevin Kunz ist dies jedoch kein Grund, Punkte herzuschenken.

Chemnitz.

Wenn es auf der Zielgeraden einer Fußballsaison für eine Mannschaft weder nach oben noch nach unten gehen kann, werden die verbleibenden Spiele bis zum Ende der Serie gern als ein Wettbewerb um die Goldene Ananas bezeichnet. Doch mit dieser Fantasiefrucht kann Kevin Kunz nichts anfangen. "Es ist sicherlich so, dass wir uns mit 48 Punkten und dem 8. Platz in einem Fahrwasser bewegen, in dem nicht mehr viel passieren wird. Aber dennoch haben wir nichts zu verschenken", stellt der Torwart des Chemnitzer FC klar, dass es am Samstag im Heimspiel gegen den FC Rot-Weiß Erfurt (Anstoß 14 Uhr) nicht um eine veredelte Südfrucht, sondern um drei Punkte geht. Dass es für die Truppe enorm wichtig sei, im Rhythmus zu bleiben und die Spannung hoch zu halten, begründet er insbesondere damit, dass für die Himmelblauen nach dem letzten Spieltag der 3. Liga am 20. Mai die Saison noch nicht beendet ist. Denn vier Tage später steht der CFC im Endspiel des Sachsenpokals. "Und um uns auf das Endspiel gut vorzubereiten, müssen wir die verbleibenden Spiele unbedingt hochkonzentriert absolvieren", fordert der 25-Jährige. Schließlich will er mit seinem Team den Pott holen und so die Qualifikation für die erste Runde des DFB-Pokals schaffen.

Allerdings schwingt in diesen Tagen auch stets ein Hauch Ungewissheit mit. "Bleibt der Trainer, wechselt der Trainer, werden die finanziellen Probleme gelöst? Im Moment gibt es viele offene Fragen, und es ist für uns Spieler schwierig, damit umzugehen. Es wäre schön, wenn wir wüssten, wie es weitergeht", sagt der Schlussmann, der im Sommer 2015 von der SG Sonnenhof Großaspach nach Chemnitz wechselte, sich längst zur Stammkraft entwickelt hat und bei den Fans beliebt ist. Er absolvierte in der laufenden Saison alle 34 Punktspiele über die komplette Distanz. Immerhin scheint Kunz wenigstens nun in einer Sache endlich Klarheit zu bekommen. Zwar läuft im Juni sein Vertrag bei den Himmelblauen aus, doch eine Lösung steht offenbar bevor. "Der Verein hat mir deutlich signalisiert, dass er wohl die vereinbarte Option ziehen wird und ich für ein weiteres Jahr in Chemnitz bleibe", sagt der Keeper.

Doch zunächst steht das Duell mit dem FC Rot-Weiß an. Im Hinspiel konnte Chemnitz durch Tore von Jamil Dem und Daniel Frahn mit 2:1 gewinnen. Dem wird allerdings fehlen - so wie weitere Abwehrspieler (siehe nebenstehenden Text). Kevin Kunz verliert deshalb aber nicht die Nerven. "Mit Julius Reinhardt habe ich in der Zentrale einen sehr erfahrenen und mit Emmanuel Mbende einen jungen und kantigen Spieler unmittelbar vor mir, die ihre Sache ganz ordentlich machen", ist Kunz überzeugt. Im Hinspiel gegen den Thüringer Traditionsklub musste er übrigens nur einmal hinter sich greifen. Im November hatte Erfurts Torjäger Carsten Kammlott für das zwischenzeitliche 1:1 gesorgt. "Jeder weiß um die Qualitäten eines Carsten Kammlott. Aber es gehören ja auch noch zehn andere Spieler zum Gegner dazu", stellt Kunz klar, dass seine Vorderleute keinen Gegenspieler aus den Augen verlieren dürfen, um erfolgreich zu sein. Schließlich geht es aus Sicht von Kevin Kunz für den CFC gegen Erfurt um viel mehr als nur die Goldene Ananas. Nicht zuletzt um Prämien.

Pokalfinale bei Lok am 24. Mai

Das Endspiel um den Wernesgrüner-Sachsenpokal ist terminiert. Demnach tritt der Chemnitzer FC am Mittwoch, dem 24. Mai, im Bruno-Plache-Stadion beim Regionalligisten Lok Leipzig an. Das Spiel wird 18 Uhr angepfiffen. Über die Modalitäten des Kartenvorverkaufs will der Club zeitnah informieren.

Der Gegner FC Rot-Weiß Erfurt hat den Klassenerhalt noch nicht in der Tasche. Die Thüringer stehen aktuell mit 40 Punkten auf dem 16. Tabellenplatz und haben auf den ersten Abstiegsrang vier Zähler Vorsprung. Kapitän Erb kehrt nach abgesessener Gelbsperre in die Startelf der seit sieben Partien sieglosen Thüringer zurück.

In der Defensivabteilung des CFC bleibt die Personalsituation angespannt. Mit Jamil Dem, Berkay Dabanli, Marc Endres und Kapitän Kevin Conrad (Foto) fehlt weiterhin ein Quartett aus Verletzungsgründen. Dafür trainierten Dennis Grote und Björn Jopek, die sich Anfang der Woche jeweils mit einem Infekt herumplagten, wieder mit der Mannschaft mit.

Am kommenden Mittwoch tritt der CFC wieder in der internationalen Testspielrunde an. Dann sind die Himmelblauen 14 Uhr beim tschechischen Erstligisten Sparta Prag zu Gast. (kbe)

Voraussichtliche Aufstellung, CFC: Kunz - Stenzel, Reinhardt, Mbende, Koch - Danneberg, Jopek - Mast, Fink, Grote - Frahn (Hansch).

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