Viteritti: Regionalliga war keine Option

Er ist einer von elf Neuzugängen beim Fußball-Drittligisten FSV Zwickau. Von seinen Ideen und seinem Spielwitz soll die Mannschaft profitieren.

Zwickau.

Hochgradig temperamentvoll wirkt Fabio Viteritti nicht, trotz seiner italienischen Wurzeln aufgrund der Herkunft des Vaters. Vielleicht ist das aber auch nicht zu erwarten. Denn alles ist noch ziemlich neu für ihn beim FSV Zwickau: neuer Trainer, neue Spieler, neue Journalisten. "Es gibt nichts groß zu erzählen. Ich bin ganz einfach und normal", antwortet der Deutschitaliener auf die Frage, was er denn abseits vom Rasen für ein Typ sei, welche Hobbys er pflegt.

Ganz einfach? Dabei soll der Offensivspieler, der die klassische Zehn hinter den Stürmern verkörpert, doch der Mann für die besonderen Dinge beim FSV in der kommenden Saison sein. Einer, der für das Kreative, für den finalen Pass im Angriffsspiel der Westsachsen steht. Trainer Joe Enochs hat sich vor der Punktspiel-Generalprobe am morgigen Samstag bei Lok Leipzig festgelegt: "Fabio hat das Zeug zum absoluten Führungsspieler. Seine Fähigkeit, die Situation im schnellen Umschaltspiel zu erkennen, ist enorm. Zudem besitzt er Zweikampfstärke, und er ist torgefährlich", kommt Enochs fast ins Schwärmen. Aber der Chefcoach warnte in gleichem Atemzug davor, Wunderdinge von ihm zu erwarten. "Auch für ihn ist die Mannschaft neu."

Fabio Viteritti hat eine interessante Vita. Geboren ist er in Lörrach, im Dreiländereck zur Schweiz und zu Frankreich. Beim SV Weil am Rhein lernte er von seinem Vater das Einmaleins des Fußballs, bevor er als Zehnjähriger in die Nachwuchsschule des FC Basel wechselte. Dort kreuzte er später die Wege eines gewissen Granit Xhaka, der sich zum Schweizer Nationalspieler mauserte und derzeit in der englischen Premier League bei Arsenal London seine Brötchen verdient. Für Viteritti ging es nicht ganz so hoch hinaus. Mit 17 Jahren der große Sprung nach Deutschland. Über die U-19 des 1. FC Magdeburg gelang ihm der Aufstieg in die erste Mannschaft der Anhalter. Das halbe Jahr bei der TSG Neustrelitz sollte nur eine Zwischenstationen sein, bevor er bei Energie Cottbus anheuerte.

In der Lausitz erlebte Viteritti im Vorjahr einen umjubelten Aufstieg, im Mai aber auch einen bitteren Abstieg mit nur einem Tor weniger in der Bilanz als Eintracht Braunschweig. "Ich habe den Urlaub mit meiner Freundin und Freunden in der Heimat verbracht und versucht, diese Enttäuschung abzuhaken", meint der Techniker mit dem feinen Füßchen. Dabei hatte der 26-Jährige sofort für klare Fronten gesorgt und Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz mitgeteilt, dass ein Neubeginn mit Cottbus in der Regionalliga für ihn nicht infrage kommt: "Die Regionalliga war keine Option für mich. Das war von Anfang an klar."

Nun also ein weiteres Jahr 3. Liga. Dass die Saison bei erneut vier Absteigern nicht wieder bitter für Viteritti endet, treibt den Fußballprofi an. In den Testspielen deutete sich an, dass der 1,74 Meter kleine Dribbler eine Bereicherung für den FSV werden kann. Dass er besonders für eine höhere Spielqualität steht, sieht er ziemlich entspannt: "Ich versuche, der Mannschaft zu helfen, egal wie. Dass in dieser 3. Liga nicht alles über das spielerische Element geht, sondern lange Bälle gespielt werden, weiß man ja", schätzt Viteritti ein. Spielstarke Teams wie Kaiserslautern oder Braunschweig würden dies vermutlich bestätigen. Sie waren am Ende der Spielzeit froh, über dem Strich zu stehen.

Das Unwort "Abstieg" möchte Viteritti am liebsten aus seinem Wortschatz streichen und dies mit dem einen oder anderen Tor, aber vor allem mit Torvorlagen untermauern. Auch wenn er ein Jahr in Cottbus die Standards dem Spezialisten Maximilian Zimmer überlassen musste, fühlt sich der Neu-Zwickauer für gefährliche Freistöße oder Ecken bereit. Dann wäre sicher auch mal die unnormale Variante eine Option - zur Überraschung des Gegners. Die Zwickauer Fans dürfen gespannt sein auf Fabio Viteritti.

Termingenaue Ansetzungen des FSV Zwickau, Spieltag 1 bis 4: 20. Juli, 14 Uhr: SV Meppen (A), 28. Juli, 14 Uhr: 1. FC Magdeburg (H), 31. Juli, 19 Uhr: 1860 München (A), 4. August, 14 Uhr: Carl Zeiss Jena (H).

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...