Wachsmuth: Das wichtigste Argument ist die Perspektive

Von Planungssicherheit für die nächste Saison kann keine Rede sein, solange Fußball-Drittligist Zwickau um den Klassenerhalt kämpft. Wie will der FSV die Situation lösen?

Zwickau.

Es ist ein Balanceakt, den Sportdirektor Toni Wachsmuth und Trainer Joe Enochs beim FSV Zwickau derzeit vollführen. Einerseits muss die volle Konzentration dem Tagesgeschäft gelten. Und da steht schon am morgigen Samstag, 14 Uhr, in der heimischen GGZ-Arena gegen die Würzburger Kickers ein vielleicht richtungsweisendes Spiel an. Andererseits muss der Verein schon an die kommende Spielzeit denken, die Fühler nach potenziellen Verstärkungen ausstrecken und mit den Profis des aktuellen Kaders Gespräche führen. Denn wer zu spät kommt, den bestraft der Transfermarkt. Doch wie will man gegenüber Spielern argumentieren, wenn die Spielklasse für die Saison 2020/21 vielleicht erst am vorletzten oder gar letzten Spieltag feststeht?

"Das wichtigste ist, dass wir als Verein eine sportliche Perspektive aufzeigen können. Dahinter sind natürlich auch noch andere Bausteine wichtig", sagt Toni Wachsmuth. Dass er damit auch die Steine im Portemonnaie meint, lässt sich erahnen. Diesbezüglich stellt Wachsmuth klar, dass der FSV seinen Prämissen auch nach der Ausgliederung der Profimannschaft treu bleiben will. "Egal was passiert: Wir werden keine Dinge tun, die das Gehaltsgefüge in der Mannschaft sprengen", verrät Wachsmuth. Diese Herangehensweise trifft dann wohl auch zu, wenn es zum Beispiel um die Verpflichtung des bis Saisonende vom 1. FC Kaiserslautern ausgeliehenen Elias Huth geht.

Der beste Torjäger des FSV, der nach seinem Mittelfußbruch am Dienstag erstmals wieder mit der Mannschaft trainierte, ist nur ein Spieler, dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Dasselbe trifft auf die ebenso ausgeliehenen Johannes Dörfler (Paderborn) und den langzeitverletzten Sascha Härtel (Aue) zu. Gleichfalls enden laut dem Internetportal "transfermarkt.de" am 30. Juni 2020 die Verträge der Torhüter Johannes Brinkies, Matti Kamenz und Max Sprang sowie der Spieler Maurice Hehne, Ali Odabas, René Lange, Sebastian Wimmer, Nils Miatke, Denis Jäpel und Ronny König. Auch Janik Mäder, der sich diese Woche im Training einen Anriss des Syndesmosebandes im rechten Sprunggelenk zugezogen hat und wochenlang ausfällt, gehört dazu. Viel Arbeit also für Sportdirektor Wachsmuth: "Einige Verträge werden sich wie gerade bei Leon Jensen automatisch durch die Anzahl der Spiele verlängern. Ansonsten sind wir ständig im Austausch. Jeder Spieler weiß, woran er ist."

Die Anzahl der auslaufenden Verträge bestätigt Wachsmuth nicht. Auch sagt er nichts darüber, ob Joe Enochs, der vor drei Wochen seinen Kontrakt beim FSV bis 2022 verlängerte, im Falle eines Abstiegs in die Regionalliga weiter vertraglich an den FSV gebunden ist. Fest steht: Auch wenn durch die beschlossene Ausgliederung der Weg für Investoren geebnet wurde, wie Vorstandssprecher Tobias Leege es sagt: Der Verein kann nicht sofort in neuen Dimensionen eine Mannschaft zusammenstellen. "Die Ausgliederung ist nur der Grundstein. Die Perspektive muss man auch langfristig sehen. Sie liegt nicht nur an Investoren, sondern auch an Sponsoren und externen Firmen, die uns unterstützen", sagt Wachsmuth. Und was bedeutet das für den Kader in der kommenden Spielzeit - den Klassenerhalt vorausgesetzt? "Wir wollen das Gerüst halten und die Mannschaft punktuell verstärken. Einen Riesenumbruch soll es nicht geben", antwortet Wachsmuth. Dabei ist es kein Geheimnis, dass man sich besonders für Torhüter Brinkies bis an die Decke strecken wird, um einen der stärksten Keeper der 3. Liga in Zwickau zu halten. In den letzten beiden Partien hat "Pommes" seine Bude sauber gehalten. Und auch am Samstag soll gegen die offensivstarken Würzburger bei den Gegentoren eine Null stehen.

Voraussichtliche Aufstellung,FSV: Brinkies - Hehne, Frick, Odabas - Wimmer, Reinhardt - Schröter, Viteritti, Miatke (Coskun) - König, Wegkamp.


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