Wachsmuth eiskalt, Bonga spät: Zwickau bezwingt Uerdingen

Der FSV hat sein DrittligaHeimspiel gegen ein mit prominenten Namen gespicktes Team mit 2:0 gewonnen. Im zweiten Durchgang half auch zweimal das Aluminium.

Zwickau.

Die Erfahrung von mehr als 500 Bundesligaspielen steckte in der Startelf des Drittligisten KFC Uerdingen, die der Aufsteiger am Dienstagabend in Zwickau auf den Rasen schickte. Etwas Zählbares konnte die in die Jahre gekommenen Profis nicht mit auf die Heimreise nach Krefeld nehmen. Der FSV Zwickau gewann mit 2:0 (1:0).

FSV-Trainer Joe Enochs stellte im Vergleich zur 0:3-Niederlage in Osnabrück komplett um. Statt einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette verteidigten die Gastgeber mit vier Spielern in der hintersten Reihe. Besonders deutlich wurde die Änderung an Maurice Schröter: Am Sonnabend war er neben Ronny König die zweite Spitze, gegen Uerdingen Rechtsverteidiger.

Die Zwickauer ließen sich davon nichts anmerken. Es waren vielmehr die Gäste vom Rhein, die die vergangenen acht Spielen nicht gewinnen konnten, die sich schwer taten, in die Partie zu finden. Lion Lauberbach kam gleich in der fünften Minute zu einer großen Chance. Der FSV-Stürmer wühlte sich gegen die prominente Verteidigung um Weltmeister Kevin Großkreutz durch, verpasste aber den Moment für den Abschluss, sodass KFC-Torwart Robin Benz die Situation nahe vor dem eigenen Kasten klären konnte. Nur eine Minute später leitete ein dicker Patzer der Krefelder das 1:0 ein. Im Spielaufbau schenkten sie die Kugel her, Zwickaus Mittelfeldspieler Julius Reinhardt war zur Stelle und wurde im Strafraum von Manuel Konrad zu Fall gebracht - Elfmeter. FSV-Kapitän Toni Wachsmuth verwandelte ganz souverän (6.) und eiskalt.

Erst nachdem René Lange mit einem Freistoß Gästekeeper Benz prüfte (10.), kamen die Uerdinger in die Gänge. Immer länger verlagerten sie das Geschehen in die Zwickauer Hälfte. Der FSV hatte Probleme, den Ball in den eigenen Reihen zu halten. Aus dem Übergewicht konnte das Team von Norbert Meier allerdings gar kein Kapital schlagen. Zwickaus Abwehr stand stabil und sicher, Schlussmann Johannes Brinkies musste im ersten Durchgang nicht einen Schuss entschärfen. Einziger Wermutstropfen in Halbzeit eins: Lauberbach musste verletzt ausgewechselt werden (39.).

Meier reagierte in der Pause und wechselte gleich zweimal. Mit Johannes Dörfler und Patrick Pflücke brachte der Coach, selbst einst in der Bundesliga unter Vertrag, für Uerdinger Verhältnisse unbeschriebene Blätter in die Partie. Und die Wechsel zeigten Wirkung: Die Krefelder suchten konsequenter den Weg in die gefährliche Zone - und der FSV hatte zweimal Glück, dass der Ausgleich nicht fiel. Osayamen Osawe drosch wenige Meter vor dem Tor eine flache Hereingabe an die Latte (57.) und köpfte nur kurze Zeit später nach einer Flanke an den Querbalken (63.). Nachdem Brinkies zweimal nicht mehr übrig blieb, als sich bei seinem Gestänge zu bedanken, zeigte der FSV-Torwart in der 70. Minute seine Klasse, als er einen Schuss von Dörfler entschärfte.

Offensiv gelang den Zwickauern lange Zeit nicht viel. In der Schlussphase hatte Davy Frick aber zweimal kurz hintereinander die Möglichkeit, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Sein abgefälschter Schuss (83.) und seine Volleyabnahme nach dem anschließenden Eckball landeten jedoch nicht im Netz. Dann wurde es kurios: Schröter zog nach einem weiteren Eckstoß ab, doch mit Ronny König verhinderte der eigene Mann auf der Torlinie das 2:0, weil der Routinier nicht mehr ausweichen konnte (86.). Am Ende konnten die Hausherren das verschmerzen, weil die Schlussoffensive der Krefelder komplett ausblieb und der eingewechselte Tarsis Bonga mit Ablauf der regulären Spielzeit einen Konter zum 2:0-Endstand verwertete (90.).

Nach drei Partien ohne Sieg war der Heimerfolg vor 3285 Zuschauern im Kampf um den Klassenerhalt ungemein wichtig für das Enochs-Team. Am Sonnabend kann der FSV gleich nachlegen: Dann treten die Zwickauer bei Schlusslicht VfR Aalen an.

Statistik Zwickau: Brinkies - Schröter (90. Antonitsch), Gaul, Wachsmuth, Lange - Gaines (58. Bonga), Reinhardt, Frick, Miatke - Lauberbach (39. Barylla), König. Uerdingen: Benz - Großkreutz, Maroh, Lukimya, Dorda - Konrad (V/46. Pflücke)- Beister, Litka, Matuschyk (81. Rodriguez), Kefkir (46. Dörfler) - Osawe. SR.: Hussein (Bad Harzburg); Zu.: 3285; Tore: 1:0 Wachsmuth (6./Foulelfmeter), 2:0 Bonga (90.).

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