Wenn aus Kumpels Kontrahenten werden

Man sieht sich immer zweimal im Leben: Nico Antonitsch war Publikumsliebling beim FSV Zwickau: Am Samstag zählt das nicht mehr.

Zwickau.

Zugänglich, freundlich, bescheiden. So hat sich Nico Antonitsch während seiner Zeit beim Fußball-Drittligisten FSV Zwickau viele Freunde gemacht, wohlgemerkt mit diesem Auftreten fernab des Rasens. Auf dem Platz hatten die gegnerischen Stürmer oft nicht viel zu lachen: Hart, kompromisslos und auch noch torgefährlich, mit diesen Eigenschaften blieb der gebürtige Wiener den FSV-Fans in guter Erinnerung, als er nach Saisonende trotz Vertragsangebotes Zwickau verließ. In 68 Partien für die Westsachsen gelangen ihm 7 Treffer, die meisten mit dem Kopf. Die FSV-Mannschaft weiß also, auf was sie am Sonnabend ab 14 Uhr beim FC Ingolstadt u. a. achten muss. Im Duell der Kopfballspezialisten trifft das vornehmlich auf Ronny König zu. Dessen Laufwege sollten sich das eine oder andere Mal mit dem Innenverteidiger kreuzen. "Ich freue mich drauf", sagt König und schiebt nach: "Hoffentlich geht alles verletzungsfrei aus."

Sein Team will nach der 0:1-Heimniederlage gegen Großaspach wieder in die Spur finden. Das wird in der Audistadt nicht einfach, wie auch Trainer Joe Enochs als aufmerksamer Beobachter des 3:0-Auswärtssieges der Ingolstädter in Braunschweig weiß. Innerhalb von sechs Minuten netzte der FCI dreimal in der ersten Halbzeit ein. Und fast wie im Drehbuch: Vor der ersten Partie gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Zwickau erzielte Antonitsch sein erstes Saisontor. "Das hat mich riesig gefreut. Wir haben als Mannschaft ein Superspiel hingelegt. So kann es jetzt weitergehen", erzählt Antonitsch.

Siebenmal stand der kantige Abwehrhüne bisher in der Startelf des FCI. Nur zu Saisonbeginn gehörte der 28-Jährige noch nicht dazu. Das hat einen plausiblen Grund: Nachdem der Österreicher vergangene Saison seinen Vertrag in Zwickau nicht verlängert hatte, zerschlugen sich zunächst seine Wechselpläne. Erst kurz vor Transferschluss Ende August verpflichtete Ingolstadt den Abräumer bis Saisonende, weil Benedikt Gimber bei Zweitligist Jahn Regensburg angeheuert hatte. "Bis dahin hatte ich mich daheim bei Vorwärts Steyr fit gehalten. Dass es dann noch mit Ingolstadt geklappt hat, ist für mich perfekt. Ich hoffe, dass es nach dieser Spielzeit weiter geht."

Dass er Ronny König und ein paar andere Mitstreiter aus zahlreichen Trainingseinheiten kennt, hat für den 1,87 Meter großen und zweikampfstarken Profi nicht die immense Bedeutung. "Es gibt in jedem Spiel viele verschiedene Situationen. Ein Nachteil ist es aber zumindest nicht", sagt Antonitsch. Auch König sieht das Duell eher pragmatisch: "Wir hatten schöne Zeiten mit Nico. Er ist ein harter Gegenspieler, aber es gibt auch andere gute Verteidiger in der 3. Liga, gegen die ich mich schon durchgesetzt habe", rechnet sich der Kopfballspezialist etwas aus. Was seinen Kumpel betrifft, so habe er sich über dessen erstes Saisontor in Braunschweig ehrlich gefreut. Ganz spitzbübig fügt der 36-Jährige an: "Ich kann mich nicht erinnern, dass Nico bei uns mal zwei Spiele in Folge getroffen hat. Von daher passt es ja gut."

Voraussichtliche Startelf: Brinkies - Godinho, Handke, Frick, Lange - Viteritti, Reinhardt, Jensen, Miatke - König, Huth.

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