Wenn das Tor wie vernagelt ist

Die Serie nach fünf ungeschlagenen Spielen ist gerissen: Trainer und Spieler des FSV Zwickau versprechen baldige Besserung.

Zwickau.

Als die Flutlichter in der Zwickauer GGZ-Arena am Freitagabend längst erloschen waren, bemühten sich die Trainer des FSV Zwickau und der SG Sonnenhof Großaspach auf der obligatorischen Pressekonferenz um eine erhellende Analyse. Wer den Worten von Joe Enochs und Oliver Zapel lauschte ohne das Ergebnis zu kennen, hätte denken können, dass ein Spiel zum ersten Mal in der Sportgeschichte zwei Sieger erlebt hatte - so sehr lobten die Fußballlehrer jeweils ihre Mannschaften.

Einziges Betrübnis aus Sicht der Gastgeber: Der FSV hatte 0:1 verloren. Und durch die erste Niederlage nach fünf ungeschlagenen Spielen hatten die Zwickauer eine gute Möglichkeit vertan, die Euphorie im Umfeld nach dem besten Saisonstart in der 3. Liga zu schüren. "Es hört sich vielleicht blöd an, wenn ich meine Mannschaft jetzt lobe. Aber ich bin stolz auf die Jungs. Uns hat heute das Quäntchen Glück im Torabschluss gefehlt", meinte Enochs und führte vor der Auswärtsaufgabe am Samstag in Ingolstadt an: "Wir werden wieder aufstehen. Es macht riesigen Spaß, mit diesem Team zu arbeiten."

Ungewöhnlich ist es nicht, wenn Fußballlehrer öffentlich Spiele so bewerten. Bei Siegen gibt es oft ein bisschen Kritik, damit keiner abhebt. Und bei Niederlagen mischt der Trainer eher etwas Lob bei, um seine Spieler mental wieder aufzubauen. Großaspachs Oliver Zapel hatte in jüngster Vergangenheit eher mit letzterer Variante zu tun: "Diesmal haben wir aber nicht nur fußballerisch überzeugt, sondern auch kämpferisch. Mit der Aufopferung in den Schlussminuten haben wir diesen Sieg verdient."

Intern gab es wenig zu rätseln, worin bei den Zwickauern an diesem nasskalten Abend die Defizite lagen. Ein selbstkritischer Elias Huth redete Klartext: "Wenn du als Stürmer solche Großchancen bekommst, musst du sie auch machen." Zweimal wurde er mit Musterpässen von Christopher Handke in Szene gesetzt: Einmal war das Aluminium im Weg, einmal hielt Keeper Max Reule glänzend. Kein Wunder, dass sich nach Abpfiff eine Traube um den Schlussmann der Schwaben bildete, während sein Gegenüber Johannes Brinkies noch etwas außer Atem war. Der FSV-Torwart hatte in den Schlussminuten versucht, was seinen zehn Kollegen zuvor nicht geglückt war: das Tor zu treffen. "Es gibt solche Tage im Fußball. Wir hätten gefühlt noch eine Stunde anrennen können und kein Tor geschossen. Ich kann den Jungs aber keinen Vorwurf machen", sagte Sportdirektor Toni Wachsmuth.

Dass beim Gegentor nach Eckball die Zuordnung nicht stimmte und Kai Brünker relativ unbedrängt einköpfen konnte, war das zweite Manko an diesem Abend. Innenverteidiger Davy Frick gab für den Säumigen allerdings gleich Entwarnung: "Deswegen hacken wir demjenigen jetzt nicht den Kopf ab." Mit Blick auf die Partie in Ingolstadt, wo man am Samstag kühlen Kopf bewahren sollte, ist das nur zu begrüßen.

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