Zwickau-Magdeburg: Keine Tore im Ost-Klassiker

Fußball-Drittligist Zwickau und der 1. FC Magdeburg erkämpfen sich in einem packenden Spiel jeweils einen Punkt. Wie schon in der DFB-Pokalpartie gegen den HSV glänzte ein FSV-Spieler besonders.

Erster Punkt, aber noch kein Torschütze im neuen Stadion Zwickau: 0:0 endete am Donnerstagabend vor 7844 Zuschauern der Ost-Klassiker zwischen dem FSV Zwickau und dem 1. FC Magdeburg. Am Ende ein gerechtes Resultat, womit beide "Kellerkinder" der 3. Liga leben können - mehr noch Neuling FSV. Trainer Torsten Ziegner veränderte seine Startelf gegenüber der 0:3-Niederlage in Kiel auf drei Positionen. Für Mike Könnecke, Michael Schlicht und Robert Berger erhielten Davy Frick, Alexander Sorge sowie Robert Paul das Vertrauen. Auch Magdeburgs Trainer Jens Härtel, der in den 1990er-Jahren unter Coach Gerd Schädlich Zweitligafußball in Zwickau erlebte, schickte drei Neue aufs Feld.

"Es geht nicht um den schönsten Offensivfußball. Wer die wenigsten Fehler begeht, wird dieses Spiel gewinnen", hatte Ziegner schon vor der Partie gemutmaßt. Entsprechend entschlossen eröffnete seine Elf den Ost-Klassiker. Die drei großgewachsenen Sorge, Marcel Gebers und Paul bildeten die Dreier-Abwehrkette. Und gleich zu Beginn deutete sich an, wie der Gastgeber im Punktspiel im neuen Wohnzimmer zum Erfolg kommen könnte. Nach einer flach getretenen Ecke von René Lange kam Frick (7.) zum Schuss, doch der Ball verfing sich in der vielbeinigen FCM-Abwehr. Magdeburg hatte bis zu dieser Nachholpartie vier von acht Gegentoren nach Standards kassiert.

Die Zwickauer legten sofort viel Leidenschaft ins Spiel, kämpften um jeden Ball. Stürmer Marc-Philipp Zimmermann musste nach 17 Minuten mit einer Platzwunde am Kopf behandelt werden. Kurz
danach besaß FSV-Oldie Ronny König die Chance zur Führung. Nach einer schönen Drehung zog der 33-Jährige ab, doch FCM-Keeper Jan Glinker parierte gut. Nach gut einer halben Stunde scheiterte Patrick Göbel (31.) mit seinem Schuss aus spitzem Winkel am Gäste-Torhüter.

Mitte der ersten Halbzeit kamen die Magdeburger, die stimmgewaltig von ihrem Anhang unterstützt wurden, besser ins Spiel. Torjäger Christian Beck prüfte zuerst FSV-Keeper Johannes Brinkies. Kurz vor der Pause verfehlte Verteidiger Christopher Handke nach einer Ecke per Kopf das Gehäuse knapp.

Die zweite Halbzeit begann mit einer Schocksekunde für die Gastgeber. Nach einem Handspiel von Sorge zeigte Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus auf den Punkt. Doch Magdeburgs Kapitän Mario Sowislo scheiterte mit einem unplatzierten Schuss am erneut gut aufgelegten Brinkies. Der Neuzugang aus Rostock hatte bereits im DFB-Pokal gegen den HSV mit guten Reflexen überzeugt. Diesmal hielt er sein Team mit einer Fußabwehr im Spiel.

Nur kurze Zeit keimte die Hoffnung beim Zwickauer Anhang auf, dass der gehaltene Strafstoß wie eine Initialzündung für den FSV wirken könnte. Doch vielmehr kamen die Magdeburger mehr in Ballbesitz, ließen aber in der Offensive den letzten Biss und zum Teil auch das Können vermissen. Die Zwickauer kämpften weiter, standen diesmal kompakter und näher an den Gegenspielern als noch in Kiel, blieben bei Standards weiter gefährlich. So landete der Freistoß des eingewechselten Schlicht haarscharf neben dem linken Pfosten.

Statistik

FSV: Brinkies - Sorge, Gebers, Paul - Wachsmuth (V), Lange (V) - P. Göbel (84. Schröter), Frick (V/Schlicht), C. Göbel (V) - Zimmermann (64. Nietfeld), König. 1. FCM: Glinker - Butzen, Handke (V/70. Puttkammer), Schiller, Sprenger - Sowislo, Brandt - Farrona Pulido (V/80. Razeek), Müller, Schwede (90. Ernst) - Beck. Schiedsrichterin: Steinhaus (Hannover); Zuschauer: 7844.

Stimmen zum Spiel

FSV-Verteidiger Robert Paul: "Unser Konzept ist gut aufgegangen. Wenn Magdeburg angegriffen hat, waren wir zu Fünft hinten. Der Gegner hat keine Mittel gefunden, Druck auszuüben. Auf dieses 0:0 lässt sich aufbauen. Ich bin froh, dass meine Wade gehalten hat. Mit 31 Jahren zwickt es halt ab und zu mal."

FSV-Keeper Johannes Brinkies: "Klar bereitet man sich auf jeden Elfmeter vor, aber es gehört auch immer Glück dazu. Ich bin froh, dass es geklappt hat."

FCM-Kapitän Mario Sowislo: "Das ist natürlich bitter. Wenn ich den Elfmeter verwandele, gehen wir als Sieger vom Platz. Ich wollte Verantwortung übernehmen. Dennoch: Der Punkt wird für uns noch wichtig. Kompliment auch an den FSV: Zwickau kann stolz auf so ein schönes Stadion sein. Die Stimmung war toll, und zum Glück ist alles friedlich geblieben."

FSV-Stürmer Marc-Philipp Zimmermann: "Die Platzwunde wird bei mir langsam zur Routine. Schade, ich hätte gern das erste Punktspieltor im neuen Stadion erzielt. Aber Hauptsache, dass wir zu Null gespielt haben."

FSV-Trainer Torsten Ziegner: "Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden. Das war Leidenschaft über 90 Minuten. Nur so können wir in der 3. Liga bestehen."

FCM-Trainer Jens Härtel: "Es war das erwartete Kampfspiel entsprechend der Tabellenlage. Obwohl Zwickau bei Standards gefährlich war, bin ich froh, dass wir in diesen Situationen kein Tor bekommen haben."

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