Abbruch, Absteiger, Meister: Der Stand in den Regionalligen

In den Regionalligen steht eine finale Entscheidung der Landesverbände über die Fortsetzung der Saison noch aus. Ein Abbruch gilt in allen fünf Staffeln als die wahrscheinlichste Lösung. Die Frage um den Aufstieg sorgt allerdings für Streit.

Berlin (dpa) - In der Fußball-Bundesliga und in der 2. Liga läuft der Spielbetrieb schon wieder, die 3. Liga soll am 30. Mai starten - noch ungewiss ist dagegen die Fortsetzung der Saison in den fünf Regionalligen.

Dort sorgen offene Fragen in der Corona-Krise für Streit. Ein Überblick über den Stand in den fünf Staffeln:

REGIONALLIGA BAYERN: Im Fokus stehen aktuell die Turbulenzen um Tabellenführer Türkgücü. Der Durchmarsch des Aufsteigers in die 3. Liga ist bei neun Punkten Vorsprung sportlich eigentlich kaum zu stoppen. Wegen der Corona-Krise und einer offenen Stadionfrage aber stellte der Geschäftsführer jüngst infrage, dass dies klappt. Am Wochenende verkündete Trainer Rainer Mauer selbst seinen Rauswurf.

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) beschloss indes bereits, dass jenes Team in die 3. Liga aufsteigen darf, das bei Meldefrist die Tabelle anführt. Das Datum gibt es noch nicht. Neben Türkgücü hat nur der zweitplatzierte 1. FC Schweinfurt eine Drittligalizenz beantragt.

Just die Schweinfurter gehören aber zu jenen Regionalligisten, die eine zweigleisige 3. Liga fordern. Aus Bayern sind zudem noch Bayreuth und Aschaffenburg für die Reform.

REGIONALLIGA SÜDWEST: Die Vereine votieren mehrheitlich für einen Saisonabbruch. Die Verlängerung der Spielzeit 2019/20 über den 30. Juni hinaus lehnen sie ebenso ab wie Geisterspiele. Eine endgültige Entscheidung soll aber erst nach dem DFB-Bundestag am 25. Mai fallen. Offen ist weiter die Wertung der Saison im Falle des Abbruchs. Die wahrscheinlichste Variante: Mit Hilfe der Quotientenregelung gibt es eine Abschlusstabelle. Aufsteiger wäre dann der 1. FC Saarbrücken, sportliche Absteiger soll es nicht geben. Diskutiert wird momentan auch darüber, wer für die Einnahmeausfälle der Vereine aufkommt. Dazu wurden mehrere Rechtsgutachten eingeholt.

REGIONALLIGA WEST: Im Westen geht der Trend klar zum Abbruch. Nur Rot-Weiss Essen war in einer Abstimmung dagegen, nur ein weiterer Verein enthielt sich. Einig sind sich alle darüber, dass es keinen Absteiger gibt. Was es so schwierig macht, ist die komplizierte Ermittlung des Relegations-Teilnehmers um den Aufstieg. Der souveräne Tabellenführer SV Rödinghausen hat keine Lizenz für die 3. Liga beantragt. Verl, mit 53 Punkten nach 22 Spielen Zweiter, hat im ersten Anlauf keine Lizenz bekommen. Essen liegt zwei Punkte dahinter bei zwei mehr absolvierten Spielen, hat aber nach der Abmeldung der SG Wattenscheid Punkte verloren und läge sonst vor Verl, das das schwerste Restprogramm hätte. Oberhausen ist auch noch im Rennen. RWE und RWO haben nun in Eigenregie einen Antrag gestellt, den Teilnehmer in einer Finalrunde zu ermitteln: Die beiden Traditionsvereine wollen gegeneinander spielen, der Sieger dann gegen Verl.

REGIONALLIGA NORD: Die Vereine der Fußball-Regionalliga Nord haben sich für eine Relegation zwischen dem VfB Lübeck und VfL Wolfsburg II um den Aufstieg in die 3. Liga ausgesprochen. Darüber hinaus soll die Saison wegen der Corona-Pandemie abgebrochen werden und kein Verein absteigen müssen. Mehrheitlich votierten die Vereine dafür, die Liga in der kommenden Spielzeit aufzustocken. Das Votum ist aber nur ein Stimmungsbild. Dieses soll in die Entscheidung des Norddeutschen Fußball-Verbandes bei einem Außerordentlichen Verbandstag voraussichtlich Ende Juni einfließen.

Sollte der NFV sich dem Abstimmungsergebnis der 18 Nord-Clubs anschließen, würde nur die Aufstiegsfrage geklärt. Demnach würden der Tabellenführer VfB Lübeck und die zweite Mannschaft des VfL Wolfsburg als Tabellenzweiter um den Sprung in die 3. Liga spielen. Die Lübecker haben schon ihren Widerstand gegen eine solche Regelung angekündigt.

REGIONALLIGA NORDOST: In einem abgefragten Meinungsbild stimmten 80 Prozent der Clubs für ein vorzeitiges Saisonende. Der Abbruch gilt damit als sicher. Unklar ist, wie der Meister bestimmt werden soll, der gegen den Sieger der West-Staffel um den Aufstieg in die 3. Liga spielen müsste. Die Mehrheit der Vereine ist dafür, die Tabelle mittels Quotientenregelung zu bestimmen. Damit wäre Lok Leipzig Meister. Gegenwehr kommt vom derzeitigen Tabellenführer Altglienicke, der bei selber Punktzahl ein Spiel mehr als Leipzig hat. Auch Cottbus ist gegen eine Quotientenregelung. Altglienicke möchte gern ein «Meister-Finale» gegen Lok, Cottbus präferiert Playoffs. Der Verband NOFV will erst nach dem Bundestag am 25. Mai entscheiden. Die Spitzenteams der Liga unterstützen den Antrag auf eine zweigleisige 3. Liga.

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