Abbruch-Befürworter in Not: Mannheim und Magdeburg verlieren

Nach fast drei Monaten Pause ist die 3. Liga zurück im Spielbetrieb. Viele Befürworter eines Saisonabbruchs können beim Wiederbeginn nicht gewinnen. Das Top-Duo verliert - und auch das Team, das umziehen muss, bleibt erfolglos.

Leipzig (dpa) - Die Aufstiegskandidaten MSV Duisburg und Waldhof Mannheim haben einen ernüchternden Wiederbeginn in der 3. Fußball-Liga erlebt.

Beim 2:3 bei Verfolger TSV 1860 München verspielte Tabellenführer Duisburg am Sonntag nach gut zwölf Wochen Corona-Pause eine 2:0-Führung. Mannheim präsentierte sich ebenfalls nicht zweitligareif und verlor 1:2 gegen den KFC Uerdingen. Wie Waldhof hatte sich auch der 1. FC Magdeburg vehement für einen Abbruch ausgesprochen und rutschte nach dem 0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern noch weiter in den Abstiegskampf.

Die Kritik am Wiederbeginn ist zwar leiser geworden, beendet ist sie aber nicht. Magdeburgs Trainer Claus-Dieter Wollitz legte in bekannter Manier nach der Niederlage gegen Kaiserslautern noch einmal nach. «Das haben Leute entschieden, die noch nie in so einer Verantwortung im Fußball waren», sagte der Coach bei Magentasport. «Die Spieler, sowohl auf der einen wie auf der anderen Seite, haben heute alles rausgehauen. Die werden das aber nicht elf Mal wiederholen können. Das ist auch klar», meinte der Ex-Profi.

Man könne «ohne Rhythmus und ohne Vorbereitung nicht so ein Mammutprogramm ohne Verletzung durchstehen». Die Saison soll mit fünf englischen Wochen bis zum 4. Juli sportlich beendet werden.

Viermal hatte Magdeburg vor dem Samstag als Mannschaft trainiert. Viel mehr war es auch bei anderen Abbruch-Befürwortern nicht. Der abgeschlagene Tabellenletzte FC Carl Zeiss Jena verlor am Sonntagabend gegen den Chemnitzer FC mit 0:1. Die Thüringer waren nach Würzburg umgezogen, weil in ihrem Bundesland aufgrund behördlicher Anordnungen noch kein Spielbetrieb wieder möglich ist.

Viktoria Köln, bei denen Trainer Pavel Dotchev seinen 238. Drittliga-Einsatz an der Seitenlinie hatte und damit zum Rekord-Trainer aufstieg, unterlag bei Eintracht Braunschweig mit 2:4. Der FSV Zwickau holte beim 2:2 gegen Hansa Rostock nach 0:2-Rückstand wenigstens einen Punkt.

Als Ausrede wollte das aber niemand stehen lassen, zumal die Chancen für mehr durchaus vorhanden waren. So verschoss Magdeburgs Jürgen Gjasula einen Foulelfmeter. Waldhof-Trainer Bernhard Trares bemängelte eine verschlafene erste Halbzeit. «In der zweiten Halbzeit haben wir einen ordentlichen Ball gespielt, das Spiel haben wir in der ersten halben Stunde verloren», sagte Trares.

Duisburg vergab den möglichen Sieg in München hingegen in den letzten gut 20 Minuten. Dennis Dressel (68.), Efkan Bekiroglu (73.) und Prince Owusu (86.) drehten die Partie mit ihren Treffer für 1860, nachdem Ex-Nationalspieler Marvin Compper (33. Minute) und Vincent Vermeij (49.) für den MSV trafen. «Das ist eine Frage des Charakters und der Fitness. Wir haben gut gearbeitet und die Mannschaft hatte hinten raus viele Körner», sagte Löwen-Coach Michael Köllner, der weiter ungeschlagen mit den Münchnern ist.

Ausgeschlafen präsentierte sich auch die SpVgg Unterhaching. Ein 2:0-Sieg bei der stark kämpfenden SG Sonnenhof Großaspach brachte Rang zwei ein.Am Dienstag gegen den FC Ingolstadt kann sich die SpVgg daheim erneut beweisen. Die Ingolstädter mit Trainer-Rückkehrer Tomas Oral unterlagen dem FC Bayern München II mit 1:2 und rutschten vom fünften auf den neunten Platz ab.

Die Tabelle ist nach dem 28. Spieltag zweigeteilt. Zwischen Spitzenreiter MSV Duisburg und dem Elften Uerdingen liegen gerade einmal fünf Zähler. Und den Tabellenzwölften Chemnitz trennen vier Punkte vom ersten Abstiegsplatz, den der Hallesche FC belegt. Die letzten zehn Spieltage versprechen Spannung und Dramatik.

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