Alario Leverkusens Hoffnungsträger - Völler warnt

Für Argentiniens Fußball-Weisen Cesar Luis Menotti ist er nach Lionel Messi der beste Stürmer Argentiniens. Bei Bayer Leverkusen war Lucas Alario bisher meist Edeljoker. Doch nun kommt seine große Chance.

Porto (dpa) - In der Nationalmannschaft stürmte er an der Seite von Lionel Messi, er trägt die 13 wie Michael Ballack und Rudi Völler - und nun wird Lucas Alario auch bei Bayer Leverkusen endlich richtig wichtig.

Doch vor dem Abflug zum Zwischenrunden-Rückspiel der Europa League beim FC Porto (Donnerstag, 18.55 Uhr/DAZN) wirkte der 27-Jährige nicht angespannter als ohnehin meist. Sondern vielmehr gelöst. Gelassen, aber voller Vorfreude. Mit den Händen in den Hosentaschen, den weißen Kopfhörern in den Ohren und sogar einem kleinen Lächeln im Gesicht schlenderte der Argentinier in den Kölner Flughafen.

Fast während der gesamten zweieinhalb Jahre in Deutschland war der einst 24 Millionen Euro teure Torjäger nur Edeljoker bei Leverkusen. Doch nun kommt es richtig auf ihn an. Kevin Volland fällt wegen eines gerissenen Syndesmosebandes wohl für den Rest der Saison aus. Alario, der immer wieder mehr Spielzeit eingefordert hat und bereits mehrfach mit eine Wechsel kokettierte, wird nun gesetzt sein.

«Er wird jetzt sicher viel mehr Spielanteile bekommen», sagte Sportchef Völler: «Und ich bin sicher, er wird es richtig gut machen.» Völler, als Profi Torjäger und 1990 sogar Weltmeister, sieht in Alario «einen klassischen Mittelstürmer alter Prägung, der auch ein bisschen von Flanken und Vorlagen lebt». Volland fehle schon, «vor allem, weil er auf vielen Positionen spielen kann». Doch eines der großen Probleme der Leverkusener in dieser Saison war die mangelnde Effizienz. Und ein Alario mit Selbstvertrauen kann da eigentlich nur helfen. Trainer Peter Bosz wollte dies im Vorfeld nicht zu sehr thematisieren. «Für Kevin ist es grausam, dass er in dieser Saisonphase ausfällt», sagte der Niederländer: «Aber ich konzentriere mich auf die Spieler, die da sind.»

Zumal er schon als oft hadernder Teilzeitarbeiter eine gute Quote hat. 33 Tore in 87 Pflichtspielen erzielte er bisher. In seiner Heimat schätzt man den Stürmer aus der Kleinstadt Tostado, dessen Vorbild Luis Suárez ist. Das größte Lob kam von Cesar Luis Menotti, dem argentinischen Fußball-Weisen und Weltmeister-Trainer von 1978. «Lucas Alario ist unser zweitbester Stürmer nach Messi», sagte Menotti. Und das, obwohl die Konkurrenten im Sturm der Albiceleste Sergio Agüero (Manchester City), Gonzalo Higuaín, Paulo Dybala (beide Juventus Turin) und Angel Di Maria (Paris Saint-Germain) heißen.

In der Heimat traf Alario schon so zuverlässig, dass viele annahmen, sein Spitzname «El Pipa» würde «Gewehr» bedeuten. Was so nicht stimmt. «Es bedeutet «Die Pfeife»», sagte Alario schmunzelnd: «So heiße ich schon seit meiner Jugend. Sie sagten, dass sie meine große Nase an eine Pfeife erinnert.»

Am Donnerstag ist Alario jedenfalls Bayers Hoffnungsträger nach dem 2:1-Hinspielsieg gegen Porto. Denn Tore sollen der Schlüssel zum Einzug ins Achtelfinale sein. «Wir haben immer wieder gezeigt, dass wir auch auswärts gegen starke Gegner Tore erzielen können», sagte Völler. «Und das wird die Basis sein. Nur zu verteidigen, bringt in Porto nix.» Grundsätzlich sei ein 2:1 aber «immer ein gefährliches Ergebnis. Wir haben alle Antennen ausgefahren.» Bosz erklärte auf die Frage, ob er vor dem K.o.-Spiel Elfmeterschießen geübt habe, ausweichend und mit einem Schmunzeln: «Wir trainieren das jede Woche. Auch wenn keine Europa-League-Spiele anstehen.»


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