Brasilianer für Sachsen zu stark

Der VfL Hohenstein-Ernstthal verlor das Finale um die Deutsche Futsalmeisterschaft gegen Regensburg. Ein Pechvogel konnte nur zuschauen.

Zwickau.

Die Bayern setzten sich im Endspiel vor 803 Zuschauern in Zwickau mit 7:4 gegen die Sachsen durch. "Im Endeffekt geht es so in Ordnung", sagte Christopher Wittig, Nationalspieler in Reihen der Hohenstein-Ernstthaler, der kurz vor Schluss das vierte Tor für die Gastgeber erzielte. Da war die Partie, die von den brasilianischen Ballkünstlern aus Regensburg geprägt wurde, aber schon entschieden.

In der Anfangsphase spielte der VfL zu nervös und geriet durch zwei Tore von Luis Gustavo in Rückstand. In der 14. Minute gelang Jurij Melnyk der Anschlusstreffer - und es gab weitere gute Möglichkeiten. Kurz vor der Pause traf Halison Goncalves allerdings zum 1:3. Mit einem energischen Start in die zweite Hälfte trafen Piotr Papierowski und Ievgen Smolovyk zum 3:3. Doch die Hoffnung währte nicht lange. "Dann haben wir zwei wirklich vermeidbare Gegentore bekommen", analysierte Marco Pohl, der Pechvogel des VfL. Der Torhüter, der die Nummer drei im deutschen Nationalteam ist, verpasste das Endspiel, weil er sich einen Haarriss im Mittelfuß zugezogen hatte. Nach dem 3:5 spielte der VfL mit fliegendem Torhüter, allerdings brachte das nur wenige Chancen. Goncalves mit seinem vierten Treffer, diesmal ins verwaiste Tor, machte alles klar, ehe Christopher Wittig noch Ergebniskosmetik betrieb.

Am Spielfeldrand dabei war Ex-Profi Sebastian Helbig, der für das MDR Radiointerviews führte. Er selbst bestritt schon viele Futsalpartien für den VfL, sieht eine Weiterentwicklung beim Futsal in Deutschland. In der kommenden Saison wird er wahrscheinlich wieder mitmischen. "So eine Chance kommt vielleicht nicht wieder", meinte der 40-Jährige mit Blick auf das verlorene Finale seiner Teamkollegen vom VfL, wo er nach wie vor in Landesliga und Landesklasse auf Torejagd geht.

Oliver Vogel, Teamchef bei den Regensburgern, verteidigte den intensiven Einsatz brasilianischer Futsalspezialisten. "Wenn du etwas aufbauen willst, musst du Spieler von dort holen, wo der Futsal herkommt", begründete Vogel, dem für die kommende Saison ein Profiteam vorschwebt. Ein Weltklasseprofi, der ein Stück weit mitverantwortlich für den Aufschwung von Jahn Regensburg ist, feierte in der Halle mit: Douglas Costa, der beim FC Bayern München spielt, hat Regensburgs Spielertrainer Lucas Kruel als persönlichen Fitnesscoach und kam mit ihm gemeinsam nach Deutschland. Kruel, der wiederum mit Regensburgs Oliver Vogel befreundet ist, lotste dann eine Reihe brasilianischer Kicker in die Donaumetropole und krönte sein ehrgeiziges Projekt mit dem verdienten Titelgewinn.

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