Ermedin Demirovic feiert sein 1:0.
Ermedin Demirovic feiert sein 1:0. Bild: Harry Langer/dpa
1. Bundesliga
Dank Demirovic: Stuttgart springt auf Platz vier

Demirovic trifft doppelt, Ache schockt den VfB nur kurz. Mit späten Toren sichert der VfB Stuttgart den Sieg gegen Köln und liebäugelt wieder mit der Qualifikation für die Champions League.

Stuttgart.

Der VfB Stuttgart hat sich dank Doppelpacker Ermedin Demirovic erfolgreich auf seinen Europapokal-Hit bei Celtic Glasgow eingestimmt. Unter Flutlicht setzte sich der DFB-Pokalsieger mit 3:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln durch und meldete sich eine Woche nach dem 1:2 beim FC St. Pauli im Rennen um die Champions-League-Ränge zurück.

Vor 60.000 Zuschauern schoss Ermedin Demirovic die Schwaben mit seinen beiden Treffern (15./84. Minute) zumindest bis Sonntag auf Tabellenplatz vier in der Fußball-Bundesliga. Deniz Undav machte in der Nachspielzeit alles klar (90.+2). RB Leipzig kann mit einem Sieg gegen den VfL Wolfsburg aber noch an den Stuttgartern vorbeiziehen.

"Solche Spiele sind auch mal wichtig für die Mannschaft. Um mal zu sehen, dass wir auch arbeiten können und Arbeitssiege einfahren können. Das ist genauso wichtig wie ein 5:0, wo wir den Gegner an die Wand spielen", sagte Demirovic beim TV-Sender Sky. 

Nach der Führung aus der ersten Hälfte drohte den Schwaben kurzzeitig der nächste Dämpfer, weil Ragnar Ache einen VfB-Fehler im Spielaufbau bestrafte und ausglich (79.). Doch dann ließen Demirovic und Undav die Stuttgarter jubeln, die am Donnerstag beim schottischen Traditionsverein in Glasgow die Basis für den erhofften Achtelfinaleinzug in der Europa League legen möchten. "Das ist ein Highlight. Celtic, Champions-League-Stimmung. Ich freue mich extrem auf diese Nächte, auf diese Abende", betonte Demirovic.

Köln-Fans auf Anreise gestoppt

So manchem Kölner Anhänger dürften die Schwaben das Karnevalswochenende damit vermiest haben. Der FC war den Feierlichkeiten mit einer frühen Anreise und einem Zwischenstopp in Frankfurt aus dem Wege gegangen. "Das ist keine Karnevalsflucht, sondern Professionalität", hatte Kwasniok erläutert, "die Ablenkungsgefahr ist einfach groß."

Rund 700 Anhänger schafften es nicht ins Stadion, weil die Polizei ihnen nach Angaben des Präsidiums bei Siegburg die Weiterfahrt nach Stuttgart "zur Verhinderung von Straftaten" untersagte. 

Kwasnioks Elf unterlag nach dem 1:2 gegen RB Leipzig dem nächsten Champions-League-Aspiranten. Am kommenden Samstag geht es mit dem Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim gleich gegen das nächste Topteam der Fußball-Bundesliga.

Undav verpasst Blitzstart

Bei Regen waren die Schwaben auch ohne Schlüsselspieler Angelo Stiller in Hälfte eins die aktivere Mannschaft. Nach seiner Erkältung hatte es für den Taktgeber nur für die Ersatzbank gereicht. Auf dem Rasen rückte Deniz Undav schnell in den Fokus, als er bereits nach 70 Sekunden allein vor Torhüter Marvin Schwäbe die Riesenchance auf das 1:0 liegen ließ. 

In seinem 100. Pflichtspiel für den VfB versuchte Undav den Ball über den Keeper zu lupfen, blieb aber an Schwäbe hängen und hätte wohl lieber eine andere Variante gewählt. Gut zehn Minuten später machte es sein Offensiv-Kollege Demirovic dann besser und belohnte das Heimteam für seine Überlegenheit. 

Köln kommt zunehmend besser ins Spiel

Eine Flanke von Chris Führich hinter die Abwehrreihe legte Jamie Leweling im Strafraum per Kopf für den Torjäger ab. Demirovic vollendete per Direktabnahme. Die Kölner kamen mit zunehmendem Spielverlauf in Hälfte eins besser ins Spiel, blieben aber in Summe zu ungefährlich.

Beim 1:0 von Ermedin Demirovic war FC-Keeper Marvin Schwäbe machtlos.
Beim 1:0 von Ermedin Demirovic war FC-Keeper Marvin Schwäbe machtlos. Bild: Harry Langer/dpa

Der FC startete besser in die zweite Hälfte und verstärkte seine Offensivbemühungen. Vor dem Tor waren die Gäste aber lange nicht zwingend genug, so landete der Abschluss von Marius Bülter aus der Drehung deutlich neben dem Tor (59.). 

Der Ausgleich fiel dann durchaus verdient. Einen Pass vom Stuttgarter Abwehrchef Jeff Chabot landete bei den Gästen. Ache blieb vor VfB-Keeper Alexander Nübel cool. Doch wenige Minuten später unterstrich Demirovic mit seinem zweiten Treffer doch noch die Heimstärke der Schwaben. Mit dem Tor von Undav war das Spiel endgültig entschieden. (dpa)

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