Dardai bastelt an Überraschungsplan: Fan-Banner-Verbot

2:6 und 1:4 - die bisherigen Heimauftritte gegen RB Leipzig waren für Hertha BSC sportlich ein Desaster. Diesmal soll es anders laufen. Der Club reagiert mit Verboten von bestimmten Fan-Utensilien auf die Ausschreitungen in Dortmund und verschärft die Sicherheitskontrollen.

Berlin (dpa) - Die Bayern mit mutiger Offensive bezwungen, die Dortmunder mit dem Oldie-Sturm Ibisevic und Kalou geärgert - nun bastelt Hertha-Coach Pal Dardai an seinem nächsten Überraschungsplan. «Wir werden etwas anders machen», kündigte der Trainer des Berliner Fußball-Bundesligisten für das Duell Sechster gegen Fünfter an. «Wir haben in dieser Saison drei, manchmal auch vier taktische Richtungen», bemerkte der Ungar, ohne mit Blick auf die Partie am Samstag (18.30 Uhr) gegen RB Leipzig Konkretes zu verraten. «Das sollen sie an der eigenen Haut spüren.»

Seine Mannschaft wolle das 2:2 bei Spitzenreiter Borussia Dortmund nun «vergolden», gab der Berliner Cheftrainer eine klare Sieg-Vorgabe für den zehnten Bundesliga-Spieltag. Dazu seien aber auch personelle Umstellungen nötig, erklärte Dardai: «Es ist ein anderer Gegner, eine andere Spielweise. Wir brauchen Veränderungen.» So wird der 42-Jährige wohl die beim Überraschungs-Remis gegen den BVB praktizierte Fünfer-Abwehrkette auflösen. Auf die routinierten Offensivspieler Vedad Ibisevic und Salomon Kalou aber dürfte Dardai wieder setzen: «Wir sind froh, dass wir sie haben.»

Ob U21-Europameister Davie Selke nach seinem Startelf-Einsatz im Pokal in Darmstadt (2:0) erstmals in dieser Saison auch in der Bundesliga beginnen wird, ließ Dardai offen. «Er muss auf den Moment warten. Er ist fit», sagte Dardai über den Ex-Leipziger, der sich im Sommer einer Lungen-Operation unterziehen musste. Das «Luxusproblem» derzeit sei: Kapitän Ibisevic (34), der auch im Pokal wieder traf, «ist richtig gut drauf». Man sehe Selke (23) auch als Stürmer für die Zukunft. Wenn er sich stabilisiert, könnte er auch ein Kandidat für die Nationalmannschaft werden, meinte Dardai.

Die bisherigen zwei Heimauftritte in der Fußball-Bundesliga gegen Leipzig gingen für Hertha mit 2:6 und 1:4 grandios daneben. «Das ist so weit weg, wir wollen uns damit nicht beschäftigen», sagte Dardai am Donnerstag. «Es ist ein anderes Spiel. Natürlich brauchen wir eine gute Tagesform. Aber die Jungs werden es diesmal gut machen. Ich habe einfach ein gutes Gefühl.» Bis auf Mittelfeldspieler Marko Grujic, der in kommende Woche wieder ins Teamtraining einsteigen soll, hat Dardai alle Spieler zur Verfügung. «Alle sind fit», sagte der Ungar.

Hertha reagierte mit einer Reihe von Maßnahmen auf die schweren Fan-Ausschreitungen am vergangenen Samstag in Dortmund. Der Hauptstadtclub untersagt beginnend mit dem Spiel gegen Leipzig «das Einbringen von Bannern, Spruchbändern, Blockfahnen und Doppelhaltern», wie der Club am Donnerstag mitteilte. Die Verbote gelten «bis auf Weiteres» sowohl für die Heim- als auch die Auswärtsbereiche im Olympiastadion. Die Verbote dürften vor allem organisierte Fan-Gruppierungen treffen.

Da Hertha die «Sicherheit aller Zuschauer bestmöglich gewährleisten» möchte, werden künftig auch die Sicherheitsmaßnahmen «insbesondere bei den Einlasskontrollen» verschärft.

Gut 100 Berliner Fans hatten am vergangenen Wochenende rund um das Bundesligaduell der Hertha beim BVB (2:2) Polizisten mit Faustschlägen, Fahnenstangen und anderen Gegenständen attackiert. Manager Michael Preetz hofft vor allem darauf, dass gegen RB «die sportlichen Bilder in Erinnerung bleiben.» Das Verhältnis zwischen den Berliner Fans und dem Leipziger Club gilt als angespannt.

«Ich hoffe nicht, dass es eine Entwicklung in dieser Richtung gibt», sagte Preetz zu den jüngsten Ereignisse in Dortmund und anderen Bundesliga-Stadien sowie im DFB-Pokal, bei denen Fans und die Sicherheitskräfte beteiligt waren. Die Aufarbeitung der Ausschreitungen in Dortmund mit 45 Verletzten werde «noch einige Zeit in Anspruch nehmen», kündigte der Manager an. Derzeit gebe es noch keine konkreten Ergebnisse.

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