Der «Flanken-Pharao»: Salah spielt beim Afrika-Cup

Nach dem Champions-League-Sieg mit dem FC Liverpool steht Superstar Mohamed Salah wieder im Nationaltrikot auf dem Rasen. Auch dank ihm geht Gastgeber Ägypten beim diesjährigen Afrika-Cup als Favorit ins Rennen. «Mo» gilt inzwischen als wertvollster Spieler des Kontinents.

Kairo (dpa) - Zweifacher Fußballer des Jahres in Afrika, ehemaliger Spieler des Jahres in der englischen Premier League, zudem zweifacher Torschützenkönig beim FC Liverpool: Beim diesjährigen Afrika-Cup in Ägypten starten die Gastgeber dank Mohamed Salah mit einem Fußballer von Weltklasse.

Der für seine flinken Dribblings gefeierte und gefürchtete Rechtsaußen könnte den Ägyptern dazu verhelfen, den Afrika-Cup nun schon zum achten Mal für sich zu entscheiden.

Salah und seine Teamkollegen treffen auf Simbabwe, wenn das bis 19. Juli laufende Turnier an diesem Freitag in Kairo beginnt. Im FIFA-Ranking liegt das südafrikanische Land mehr als 50 Plätze hinter Ägypten, ein starker Auftakt sollte den Gastgebern also eigentlich gelingen. Kein Land hat den alle zwei Jahre stattfindenden Afrika-Cup so häufig gewonnen wie Ägypten mit sieben Titeln, gefolgt von Kamerun (5), Ghana (4) und Nigeria (3). Zuletzt entschied Kamerun das Finale für sich, Ägypten holte den zweiten Platz.

Salah ist seit seinem Wechsel zum FC Liverpool im Sommer 2017 zum Fußball-Schwergewicht avanciert. Mit einem Marktwert von geschätzt 150 Millionen Euro ist er dem Online-Portal «Transfermarkt» zufolge heute der wertvollste Spieler seines Kontinents, weltweit kommt er in dem Ranking auf den dritten Platz hinter Frankreichs Jungstar Kylian Mbappé (200 Millionen Euro) und dem Brasilianer Neymar (180 Mio. Euro).

«Mo» Salah stammt aus Basiun, einer Kleinstadt am Nil, gut zwei Stunden vom Mittelmeer entfernt. Seine Karriere begann er beim Verein Al-Mukawilun. Aber die Liga des Landes brach ein und erholte sich lange nicht, nachdem 2012 bei Fan-Ausschreitungen in Port Said in politisch aufgeheizter Stimmung 74 Menschen ums Leben gekommen waren. Nach Stationen in der Schweiz und beim FC Chelsea kam Salah schließlich zum AS Rom, bevor Manager Jürgen Klopp auf ihn aufmerksam wurde und ihn nach Liverpool holte.

Dort bezeichnen Fans den 27-Jährigen gern als «Ein-Saison-Wunder»: 44 Tore schoss Salah für den Verein in seiner Auftakt-Spielzeit - mehr als jeder andere Spieler bei Liverpool zuvor. Auf dem Rasen zeigt er sich als Multitalent. Er platziert punktgenaue Pässe, trifft als Torjäger aus entlegensten Winkeln und lässt bei schnellen Dribblings gern zwei oder drei Gegenspieler hinter sich. «Flanken-Pharao» nannte ihn der Weltverband FIFA in einem Tweet zu seinem Geburtstag am vergangenen Samstag. Von Salahs Form wird zum großen Teil abhängen, ob Ägypten beim Afrika-Cup erneut bis ins Finale vorrücken kann.

An Motivation dürfte es jedenfalls nicht mangeln. Mit dem Sieg in der Champions League gegen Tottenham Hotspur (2:0) vor zwei Wochen hat Salah in seiner Karriere mit den Reds einen wichtigen Meilenstein erreicht. In den Tagen vor dem Finale hatten ihn noch dunkle Erinnerungen aus Kiew verfolgt: 2018 musste er dort im Champions-League-Finale gegen Real Madrid nach einem Foul von Sergio Ramos wegen einer schweren Schulterverletzung ausgewechselt werden und erholt sich anschließend nur langsam.

Zuletzt traf der gefeierte Stürmer in Liverpool nicht mehr, in der Boulevardpresse war von einer «Tor-Dürre» und dem «Second Season Syndrome» die Rede, von einer schwachen zweiten Saison nach einem glänzenden Auftakt also. In Premier und Champions League kam er in 52 Spielen aber immer noch auf stolze 27 Treffer. Mit der Nationalmannschaft stand Salah zuletzt bei der WM 2018 in Russland auf dem Platz - es war die erste WM-Teilnahme Ägyptens seit 1990.

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