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Trotz einer zähen ersten Halbzeit setzen sich die deutschen Fußballerinnen gegen Slowenien souverän durch. Wücks Wunsch nach "der nötigen Seriosität" geht in Erfüllung.
Die deutschen Fußballerinnen haben Bundestrainer Christian Wück zum Abschluss der WM-Qualifikation mit einem Sieg in Slowenien beschenkt. Zwar glänzte die DFB-Elf mit dem zuvor schon sicheren WM-Ticket in der Tasche nur selten, gewann gegen den Gruppenletzten am Ende aber souverän mit 2:0 (1:0). Sarai Linder (40. Minute) und Shekiera Martinez (50.) sorgten mit ihren Toren in Ljubljana für eine zufriedene Miene bei Wück, der am Spieltag seinen 53. Geburtstag feierte.
"Wir haben uns das Leben selber schwergemacht. Wir hatten viel Platz, viele Räume. Wir wollten immer etwas Besonderes machen, obwohl wir einfacher hätten Fußball spielen können schon in der ersten Halbzeit", kritisierte Kapitänin Janina Minge im ZDF. "Zweite Halbzeit war deutlich besser."
Der sonst oft kritische Wück gab sich zufrieden: "Man darf nicht vergessen den Zeitpunkt der Saison: Wir haben viele Spielerinnen, die wirklich müde sind." Er habe zwar keine "Glanzleistung von uns" gesehen, "aber wir haben es relativ souverän über die Bühne gebracht."
Wück setzt auf acht Wechsel
Wücks Wunsch vorab war fromm formuliert, nämlich "dass wir das Ganze mit der nötigen Seriosität angehen". Dafür rotierte der Coach wie angekündigt kräftig durch, lediglich Carlotta Wamser, Elisa Senß und Klara Bühl standen im Vergleich zum jüngsten 2:0 gegen Norwegen erneut in der Startelf. "Ich hoffe, dass der Anzug passt", sagte Wück. Und sah dann, dass dies über weite Strecken der ersten Halbzeit nicht der Fall war.
Träge wirkte das deutsche Spiel gegen tief stehende Sloweninnen, die schon beim 0:5 im Hinspiel chancenlos geblieben waren. Im schmucken Stadion Stozice aber ging zunächst wenig für das DFB-Team. Querpässe schoben sich die Adlerträgerinnen hin und her, Tiefenpässe und Torchancen gab es kaum.
Die eigentlich frischen Offensivkräfte wie die künftige Liverpoolerin Vivien Endemann, Martinez von West Ham United oder Melissa Kössler vom US-Team Denver fanden angesichts der fehlenden Tempowechsel kaum in die Partie. Im Mittelfeld konnte die künftig für Union Berlin spielende Lisanne Gräwe nicht die erhofften Impulse setzen.
Eckstoß von Klara Bühl führt zur Führung
Slowenien lauerte auf Umschaltmomente und hatte Pech, dass Maja Sternads Tor wegen Abseits nicht zählte. Nach einem Fehlpass von DFB-Torhüterin Ena Mahmutovic, die Ann-Katrin Berger ansonsten gut vertrat, schloss Ex-Bundesliga-Spielerin Prasnikar zwar wuchtig, aber zu zentral ab. Mahmutovic riss die Arme rechtzeitig hoch.
Das Führungstor schossen dann doch die Favoritinnen. Prasnikar, die inzwischen beim US-Team Utah ihr Geld verdient, verlängerte einen von Bühl scharf getretenen Eckstoß mit der Fußspitze ins eigene Gehäuse. Gutgeschrieben wurde der Treffer aber Linksverteidigerin Linder, die den Ball zuvor noch leicht mit dem Kopf touchiert hatte.
Wechsel zur Pause fruchten
Zur Pause reagierte Wück auf den matten Vortrag und schickte in Selina Cerci, Larissa Mühlhaus und Sophia Kleinherne drei frische Kräfte auf den Platz. Mühlhaus, mit der Nummer zehn auf dem Rücken, meldete sich mit einem Distanzschuss auch prompt an. Einen Patzer von Sloweniens Torhüterin Zala Mersnik, die einen Kössler-Schuss nach vorn prallen ließ, nutzte schließlich Martinez zum 2:0. Endemann verpasste kurz darauf das 3:0.
Gegen die nachlassenden Sloweninnen hatten die Deutschen in Hälfte zwei kaum noch Mühe und hätten das Ergebnis mit etwas mehr Konsequenz weiter ausbauen können. Wück nutzte die gemütliche Schlussphase für weitere Wechsel. So durften auch noch Jule Brand und Sjoeke Nüsken mithelfen, die WM-Qualifikation mit 16 von 18 möglichen Punkten abzuschließen. (dpa)





