Der FC Erzgebirge Aue stürzt tiefer und tiefer.
Der FC Erzgebirge Aue stürzt tiefer und tiefer. Bild: PICTURE POINT
FC Erzgebirge Aue
Auch Aberglaube-Maßnahmen helfen nicht: Erzgebirge Aue unterliegt Osnabrück

Der Absturz des FC Erzgebirge setzt sich weiter fort. Gegen den VfL Osnabrück kassierte Aue eine 1:3-Niederlage. Die „Freie Presse“ liefert die Geschichten zum Spiel.

Aue.

Die prekäre Lage des abstiegsbedrohten FC Erzgebirge Aue wird von Woche zu Woche immer drastischer. Gegen den VfL Osnabrück gab es am Samstagnachmittag die fünfte Niederlage seit dem Jahreswechsel. Gegen den Tabellendritten verlor das Kellerkind mit 1:3 (1:1). Die „Freie Presse“ liefert die Geschichten zum Spiel.

Aue greift zum Aberglaube: Beim FC Erzgebirge läuft es nicht. Sechs Rückrundenspiele, vier Niederlagen und lediglich zwei mickrige Pünktchen – eine Ergebnismisere, die sich niederschmetternd auf die Tabellenkonstellation auswirkt, denn vier Punkte fehlen bereits auf das rettende Ufer. Es braucht dringend Siege, um doch noch den Klassenerhalt einzutüten. Und hierfür ziehen die Veilchen alle Register; nichts bleibt offenbar unversucht: Aue hat erstmals seit vielen Jahren einen Trainerbankwechsel vorgenommen. Gegen Osnabrück saßen die Ersatzspieler und Vereinsoffiziellen um Chefcoach Christoph Dabrowski auf der Trainerbank nahe der Westkurve. Doch auch diese Veränderung führte nicht zu drei Punkten. Nach dem Spiel lautete die Rückrundenbilanz: sieben Spiele, fünf Niederlagen. Der Absturz aus dem Profifußball nach 23 Jahren rückt näher und näher.

Ein kapitaler Bock: „Wir wollen das Streichholz sein, welches das Stadion anzündet“, hatte Dabrowski im Vorfeld des Spiels betont. Um den Funke überspringen zu lassen und das Stadion anzuzünden, um es in Dabrowski-Worten zu beschreiben, machten die Hausherren allerdings zu wenig. Und dennoch: Aue agierte bemüht und lieferte sich mit den Osnabrückern eine ausgeglichene Anfangsviertelstunde. Dann allerdings kamen sich die Erzgebirger wieder selbst in die Quere: Eine gefühlte Ewigkeit war ein langer Schlag von VfL-Linksverteidiger Frederik Christensen in der Luft – offenbar nicht lange genug für die Innenverteidiger Ryan Malone und Tristan Zobel, die sich gegenseitig nach dem Motto „Nimm du ihn, ich hab‘ ihn sicher“ irritierten. Was folgte, war ein kapitaler Bock; ein Geschenk für den ambitionierten Aufstiegskandidaten: Zobel verzichtete darauf, den Ball einfach aus der Gefahrenzone zu befördern und rutschte anschließend weg. Ismail Badjie ging als Nutznießer dazwischen und umkurvte Martin Männel: 0:1 (18.).

Freudentaumel aus dem Nichts: Den Rückschlag verkrafteten die Veilchen ganz ordentlich. Direkt im Gegenzug hatte Marcel Bär die große Ausgleichschance, die VfL-Keeper Lukas Jonsson allerdings vereitelte (19.). Danach kam kaum etwas von beiden Mannschaften. Osnabrück war zu fahrig, Aue zu behäbig. Mit Drittligafußball hatte das Geschehen im Erzgebirgsstadion wenig zu tun. Der Gegentreffer war den Veilchen nun doch anzumerken. „Bist du am Boden, ja dann stehen wir für dich ein!“, sangen die Fans, während einige Anhänger schon den Glauben aufgegeben hatten, ihre Mannschaft würde sich überhaupt eine Tormöglichkeit erspielen. Aber genau so kam es wenige Minuten vor der Halbzeitpause: Marvin Stefaniak schickte Jannic Ehlers in die Tiefe, dieser bediente Julian Günther-Schmidt – der Ausgleich (42.). Die drei Beteiligten Veilchenakteure waren bis dahin gar nicht positiv in Erscheinung getreten. Nun aber sorgten sie aus dem Nichts für den Ausgleich.

Aue spielt, Osnabrück trifft: Nach dem Seitenwechsel spielte die Dabrowski-Elf lebendiger und leidenschaftlicher. Aue dominierte das Geschehen und war einem zweiten Treffer näher als der Gegner – wenngleich auch die großen Chancen fehlten. Und gerade, als die Fans so richtig Blut geleckt hatten, die Hoffnung auf einen Sieg zurückgekehrt war und Dabrowski frische Kräfte von der Bank brachte, kam Osnabrück zu einem Doppelschlag. Drei gute Minuten genügten den Niedersachsen, um das Blatt wieder zu wenden. Tony Lesueur (74.) und Ex-Dynamo-Profi Robin Meißner (76.) trafen aus dem Nichts.

„Unsere Situation wird immer schwieriger, die Zeit immer knapper“, hatte Stadionsprecher Mario Dörfler vor Anpfiff gesagt. Die Situation hat sich mit diesem siebten sieglosen Spiel in Serie erneut verschlechtert. Am Sonntag kann Saarbrücken mit einem Sieg in Schweinfurt auf acht Punkte davonziehen.

Statistik
Aue: Männel - Fallmann, Malone, Zobel (V), Collins - Uhlmann (V/84. Simnica) - Clausen (78. Ocansey), Günther-Schmidt (68. Guttau), Stefaniak (V/78. Weinhauer) - Bär, Ehlers (68. Schmid)
Osnabrück: Jonsson - Fabinski, Müller, Wiemann - Pröger, Wagner, Wiethaup, Christensen - Badjie (63. Lesueur), Kehl (V/79. Tesche/V) - Meißner
SR.: Hasmann (Neunkirchen/Saar). Zuschauer: 7372. Tore: 0:1 Badje (18.), 1:1 Stefaniak (42.), 1:2 Lesueur (74.), 1:3 Meißner (76.)

 
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