Der FC Erzgebirge hat Moral im Abstiegskampf bewiesen und sich nach einem 0:2-Rückstand noch zurückgekämpft. Damit sorgten die Veilchen für einen Dämpfer in der Kölner Karnevalsstimmung.
Köln gilt unbestritten als Deutschlands Karnevalshochburg. Das bestätigte sich auch am Freitagabend im Sportpark Höhenberg. In der Heimspielstätte des Fußball-Drittligisten Viktoria Köln schallte ununterbrochen Karnevalsmusik aus den Lautsprechern. Zudem trugen etliche Zuschauer kunterbunte Kostüme, ebenso der Stadionsprecher und die Einlaufkinder. Es herrschte Feierstimmung – und diese wollte der FC Erzgebirge Aue zum Auftakt des 24. Spieltages unbedingt verderben. Ganz glückte dies nicht. Immerhin aber erkämpften die Veilchen nach 0:2-Rückstand noch ein Unentschieden und sorgten so zumindest für einen kleinen Dämpfer in der Kölner Karnevalsatmosphäre.
Aue offenbart zu viele Lücken
Stimmungstechnisch jedenfalls war schnell ein Sieger gefunden. Die gut 350 mitgereisten Veilchenanhänger machten auf den Rängen deutlich mehr Betrieb als die Viktoria-Fans. Ohnehin war die Heimkulisse im Sportpark geringer als üblich, zeitgleich nämlich kickte der Regionalliga-West-Spitzenreiter Fortuna Köln vor heimischen Publikum – und dieser hatte Zuschauer mit kostenlosen Eintrittskarten angelockt.
So oder so: Auf dem Platz bot sich ein umgekehrtes Bild, dort hatten – anders als auf den Zuschauerrängen – die Kölner die Nase vorn. Die Erzgebirger offenbarten im Mittelfeld viel zu große Räume – und diese Lücken ermöglichten es den Gastgebern, extrem einfach zu vielversprechenden Tormöglichkeiten zu gelangen. Die Dabrowski-Elf bettelte regelrecht um einen Gegentreffer und hatte Glück, dass Viktoria-Angreifer Benjamin Zank seine ersten beiden Großchancen ungenutzt ließ (9. und 15. Minute). Ein weiteres Mal aber ließ er sich nicht bitten: Sein dritter Versuch brachte die verdiente 1:0-Pausenführung (21.).
Dabrowski-Elf mit Aufholjagd
Nach dem Seitenwechsel waren die Auer, die Ende des ersten Durchgangs durchaus auch einen Foulelfmeter hätten bekommen können, um Spielkontrolle bemüht. Die Gäste machten nun einen besseren Eindruck. Doch inmitten dieser Phase kassierte die Dabrowski-Elf ein ganz bitteres Gegentor – ein Treffer, der so nur im Abstiegskampf fallen kann. Verteidiger Tristan Zobel stürzte nach einem Zweikampf auf den Ball, bugsierte das Spielgerät dadurch mit dem Knie vorbei an dem herauseilenden Martin Männel und über den Innenpfosten ins eigene Tor (57.). Kacktor-Alarm in Köln-Höhenberg.
Doch die Veilchen ließen sich nicht unterkriegen – und bewiesen Moral: Erst sorgte Marcel Bär per Kopf für den Anschluss (62.), dann zirkelte Julian Guttau einen Freistoß an den Pfosten und Jannic Ehlers verwertete den Abpraller zum Ausgleich (82.). Kurz zuvor aber hatte die Dabrowski-Elf Glück, dass es nach einem Zusammenprall im Strafraum zwischen Martin Männel und Benjamin Zank keinen Strafstoß gab.
Und so hatten die Erzgebirger sogar noch die große Chance, das Spiel komplett zu drehen. Nach einem Kölner Fehler im Aufbauspiel rannte Jannic Ehlers allein auf das gegnerische Tor zu, sein zu zentraler Abschluss aber konnte Viktoria-Keeper Schulze nicht überwinden. Am Ende blieb es bei der Punkteteilung. Für die Dabrowski-Elf war es ein positives Erlebnis, für Sprünge in der Tabelle allerdings war es zu wenig. (past)
Statistik
Köln: Schulze - Kozuki (70. Tonye), Sponsel, Dietz, Boboy (V/46. Eisenhuth), Handle - Engelhardt (70. Ronstadt), Wolf, Münst - Otto (V), Zank
Aue: Männel - Fallmann (V), Barylla, Zobel, Collins (85. Seiffert) - Clausen (72. Ehlers), Fabisch, Uhlmann (V/72. Günther-Schmidt), Stefaniak (90.+2 Weinhauer) - Ocansey (46. Guttau), Bär
SR.: Wilke (Merzhausen). Zu.: 2641. Tore: 1:0 Zank (21.), 2:0 Zobel (57./Eigentor), 2:1 Bär (62.), 2:2 Ehlers (82.)





