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Auf der Abschiedstour aus dem Profifußball ist dem Noch-Drittligisten Erzgebirge Aue der erste Punktspielsieg des Jahres gelungen. In Ingolstadt gab es nach einem 1:3-Rückstand noch einen 5:3-Erfolg.
Bereits bei seinem Amtsantritt am Ostermontag hatte Trainer Khvicha Shubitidze an die Ehre seiner Mannschaft appelliert und betont: „Wenn wir absteigen, dann mit Würde.“ Seit vergangenem Wochenende steht der Abstieg des in der Rückrunde noch immer sieglosen FC Erzgebirge Aue fest – und die Worte des Trainers wiegen schwerer denn je. Noch nie ist ein Team in der Drittliga-Geschichte in der zweiten Saisonhälfte ohne Sieg geblieben. Für die Shubitidze-Elf geht es darum, diesen Negativrekord zu verhindern. Und genau dies glückte am Sonntagabend mit einem 5:3 (1:3)-Erfolg in Ingolstadt.
Aue verschläft die Anfangsphase – Costly erzielt Rekordtor
Die Anfangsphase verschliefen die Erzgebirger völlig. Zwar gehörte der Shubitidze-Elf die erste Möglichkeit des Spiels, im Defensivverbund allerdings präsentierten sich die Veilchen extrem unsicher und wackelig. Ingolstadt kam insbesondere über die linke Angriffsseite immer wieder zu einfach in den gegnerischen Strafraum und zu guten Chancen – und auch zum Torerfolg. Frederik Carlsen (7.) erzielte die frühe Führung, Gustav Christensen erhöhte kurz darauf auf 2:0 (14.) – Aue drohte ein ganz bitterer Abend und im Audi-Sportpark auseinanderzufallen.
Julian Guttau (18.) stellte zwar kurz darauf den Anschluss her – nach Marcel-Bär-Vorarbeit hatte der Offensivmann mit einer tollen Einzelaktion seinen fünften Saisontreffer erzielt –, doch Ingolstadt stellte nach etwas mehr als einer halben Stunde den alten Vorsprung wieder her. Marcel Costly erzielte aus spitzem Winkel das sehenswerte 3:1 und zugleich den insgesamt 1138. Treffer dieser Saison. Der Torrekord aus der Spielzeit 2019/20 war damit gebrochen. Kleine Randnotiz: An allen drei Ingolstadt-Treffern war – zumindest in der Entstehung – Linus Rosenlöcher beteiligt. Bis zum vergangenen Sommer hatte der Linksverteidiger beim FC Erzgebirge unter Vertrag gestanden.
Aufholjagd und Guttau-Dreierpack
Nach der ersten Halbzeit sprach kaum etwas für ein Erfolgserlebnis der Veilchen. Vielmehr drohte im siebzehnten Rückrundenspiel die zwölfte Niederlage. Doch offenbar fand Trainer Shubitidze in der Pause die richtigen Worte und packte die Mannschaft womöglich ein weiteres Mal an der Ehre, denn Aue drehte nach der Pause so richtig auf. Julian Guttau startete mit einem strammen Schuss und zugleich schönem Treffer (53.) die Aufholjagd, dann sorgten Erik Weinhauer (64.) und der Ex-Ingolstädter Ryan Malone (69.) für den Ausgleich und sogar für die Führung. Letztlich schnürte Julian Guttau mit einem Lupfer einen Dreierpack und machte alles klar (89.).
Erstmals seit dem 4:0 gegen Schweinfurt am 20. Dezember 2025 hat der FC Erzgebirge ein Drittligaspiel gewonnen; erstmals seit dem 1:0 in Aachen im September des vergangenen Jahres hat der FC Erzgebirge ein Drittligaauswärtsspiel gewonnen – angesichts des bereits besiegelten Abstieges kommt dies zu spät. Unweigerlich stellte sich die Frage: Warum nicht schon früher? Fakt jedenfalls ist: Unter Trainer Shubitidze ist ein Aufwärtstrend zu erkennen. Unter der Leitung des Georgiers ist der Kumpelverein seit nunmehr vier Drittligapartien und insgesamt fünf Pflichtspielen ungeschlagen. Der Nachwuchsleiter dürfte damit eine Bewerbung abgegeben haben, letztlich auch in der Regionalliga als Trainer an der Seitenlinie zu stehen. Erst einmal wird Shubitidze mit seiner Mannschaft auf das große Ziel Sachsenpokalgewinn hinarbeiten. Am 23. Mai kommt es zum Finale gegen den Erzrivalen FSV Zwickau. Der Sieg in Ingolstadt dürfte trotz des Abstieges Schwung für die kommenden Wochen und eben jenes Endspiel in Zwickau geben.
Statistik
Ingolstadt: Klein - Antzoulas, Lorenz, Scholz - Christensen (V/73. Hoppe), Besuschkow (88. Maljojoki), Carlsen (88. Plath), Rosenlöcher - Kaygin (20. Kehrer/V), Sturm (73. Drakulic) - Costly
Aue: Lord - Barylla, Malone (V/81. Uhlmann), Zobel (V), Collins (63. Majetschak) - Simnica (63. Günther-Schmidt), Fabisch - Weinhauer (76. Schmid), Guttau, Seiffert - Bär (76. Bornschein)
SR.: Kabalakli (Gelsenkirchen). Zu.: 3406. Tore: 1:0 Carlsen (7.), 2:0 Christensen (14.), 2:1 Guttau (18.), 3:1 Costly (36.), 3:2 Guttau (53.), 3:3 Weinhauer (64.), 3:4 Malone (69.), 3:5 Guttau (89.)





