Marcel Bär ärgerte sich in dieser Szene über seine vergebene Chance in der Nachspielzeit.
Marcel Bär ärgerte sich in dieser Szene über seine vergebene Chance in der Nachspielzeit. Foto: S. Sonntag/Picture Point
FC Erzgebirge Aue
Erzgebirge Aue praktisch abgestiegen – Punkt bei Stuttgart II „weder Fisch noch Fleisch“

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Der FC Erzgebirge Aue hat in Großaspach eine Aufholjagd hingelegt, letztlich aber auch im fünfzehnten Rückrundenspiel keinen Sieg einfahren können. Die Rettung ist damit kaum noch möglich.

Aue.

Der rechnerische Abstieg des FC Erzgebirge Aue ist um eine weitere Woche verschoben, aufgrund des Torverhältnisses allerdings kaum noch zu verhindern. Das 2:2 bei der Bundesligareserve des VfB Stuttgart war zu wenig, um tatsächlich noch den ohnehin schon unrealistisch erscheinenden Klassenerhalt eintüten zu können. Der erstmalige Absturz aus dem Profifußball nach 23 Jahren ist damit praktisch besiegelt.

Eindeutige Ausgangslage

Bei zwölf Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz war die Ausgangslage vor diesem Wochenende eindeutig: Holt der FC Erzgebirge an diesem fünftletzten Spieltag weniger Punkte als der 1. FC Saarbrücken, ist der Traditionsclub aus dem Lößnitztal rechnerisch endgültig abgestiegen. Bei derselben Punkteausbeute wiederum wäre der Abstieg zwar noch nicht besiegelt, die Rettung aufgrund des deutlich schlechteren Torverhältnisses aber wohl nicht mehr möglich. Aufgrund des torlosen Unentschiedens der Saarländer stand deshalb fest: Nur ein Sieg bei den VfB-Buben könnte den Absturz aus dem Profifußball noch hinauszögern.

Aufholjagd nach dem Seitenwechsel

Von diesem Szenario waren die Erzgebirger am Sonntagnachmittag allerdings lange weit entfernt. Vielmehr sah es im Schwabenland nämlich nach dem rechnerischen Abstieg des Kumpelvereins aus. Ex-Veilchen Nicolas Sessa brachte die VfB-Buben mit einem sehenswerten Schlenzer in Führung (28.), Jeremy Arevalo nutzte kurz darauf die Schlafmützigkeit in der Auer Hintermannschaft aus und besorgte den Doppelschlag (30.). Nichts deutete darauf hin, dass die Mannschaft von Khvicha Shubitidze noch etwas Zählbares aus Großaspach mitnehmen könnte – zu schlecht war der Auftritt im ersten Durchgang.

Nach der Halbzeitpause zeigten die Erzgebirger eine Reaktion und kämpften sich – wie schon so oft in dieser Rückrunde – zurück ins Spiel. „Nach 0:2 bei einer mit sehr guten Einzelspielern bestückten, spielstarken Mannschaft noch zurückzukommen und ein 2:2 einzufahren, ist hintenraus zufriedenstellend“, sagte Trainer Shubitidze später der „Freien Presse“. „Aber insgesamt reicht eine solche Leistung nicht für Big-Points.“

Julian Guttau stellte zu Beginn der zweiten Hälfte den Anschluss her (53.) – und als das Spiel fast schon entschieden schien, erzielte Marcel Bär vom Elfmeterpunkt den Ausgleich (88.). Der Torjäger hatte in der Nachspielzeit sogar noch die Riesenmöglichkeit auf den Siegtreffer, doch er hämmerte den Ball per Volley aus acht Metern über die Latte. Es hätte das 3:2 sein müssen. So blieb es beim Unentschieden – zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.

Die Lila-Weißen sind in Stuttgart praktisch abgestiegen – rechnerisch noch nicht.
Die Lila-Weißen sind in Stuttgart praktisch abgestiegen – rechnerisch noch nicht. Foto: S. Sonntag/PICTURE POINT

Chance sei verschwindend gering

Ähnlich formulierte es nach Abpfiff Martin Männel. „Am Ende ist es weder Fisch noch Fleisch. Der Punkt hilft uns in der jetzigen Situation nicht weiter.“ Der Torhüter, der seit 18 Jahren das Trikot des FC Erzgebirge trägt, erklärte angesichts des praktischen, aber noch nicht rechnerischen Abstiegs: „Das Einzige, was wir noch selbst in der Hand haben, ist unsere eigene Leistung. Und die muss stimmen. Dann ist auch die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir punkten und Spiele gewinnen.“

Der Keeper gab allerdings auch zu verstehen, dass die Chance nun verschwindend gering sei, überhaupt noch einmal die Möglichkeit auf den Klassenerhalt zu erhalten. „Wenn diese Chance aber doch noch einmal aufkommen sollte und wir es selbst mit richtig grottigen Leistungen verspielen würden, wäre es noch schlimmer als ohnehin schon. Insofern gilt es, in jedem Spiel noch alles herauszuhauen und Siege einzufahren. Wenn es dann nicht mehr reicht, dann vielleicht wenigstens dafür, um ein wenig den Schulterschluss mit unseren Fans hinzukriegen.“

Dies könnte auch mit Erfolgen im Sachsenpokal gelingen. In Chemnitz am Mittwochabend braucht es hierfür allerdings eine klare Leistungssteigerung.

Statistik
Stuttgart:
Hellstern - Olivier, Nothnagel (73. Nothnagel), Herwerth, Meyer (46. di Benedetto) - Freßle (61. Ouro-Tagba), Lüers (V/46. Spalt) - Darvich, Sessa (81. Groiß), Diehl - Jeremy Arevalo
Aue: Männel - Barylla, Malone, Zobel (V), Seiffert - Majetschak (78. Fabisch) - Ehlers (65. Simnica/V), Guttau (78. Ocansey), Günther-Schmidt (78. Clausen), Weinhauer (65. Schmid) - Bär
SR.: Besong (Duisburg). Zuschauer: 700. Tore: 1:0 Sessa (38.), 2:0 Jeremy Arevalo (40.), 2:1 Guttau (53.), 2:2 Bär (88. Elfmeter)

Erschienen am: 19.04.2026 | 18:29 Uhr
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