Anthony Barylla (r.) gegen Union-Angreifer Oliver Burke.
Anthony Barylla (r.) gegen Union-Angreifer Oliver Burke. Bild: Picture Point
FC Erzgebirge Aue
So lief das Testspiel des FC Erzgebirge Aue gegen Union Berlin: „Sollten es nicht überbewerten“

Der Fußball-Drittligist hat sich gegen den Bundesligisten wacker geschlagen. Am Ende gab es trotz eines ordentlichen Auftritts eine Niederlage. Die „Freie Presse“ liefert die Geschichten zum Spiel.

Aue.

Der FC Erzgebirge Aue hat sein XXL-Testspiel gegen den Fußball-Bundesligisten Union Berlin mit 1:2 (0:2) verloren. Die Elf von Cheftrainer Jens Härtel zeigte einen engagierten Auftritt und belohnte sich in der Schlussphase für eine ordentliche Leistung und das Erarbeiten zahlreicher Chancen. Nachwuchsspieler Quentin Fraulob erzielte den Treffer, indem er die Fußspitze in einen Schuss von Maximilian Schmid (109.) reinhielt und so den Ball über die Linie drückte. Auf der anderen Seite waren die Köpenicker bereits im ersten Durchgang der insgesamt 120 Spielminuten erfolgreich. Aljoscha Kemlein (10.) und Schottlands Nationalstürmer Oliver Burke (54.) brachte den Hauptstadtclub früh auf die Siegerstraße. Die „Freie Presse“ liefert die Geschichten zum Spiel.

Fleißige Helfer: Nach winterlichen Tagen und Schneefall im Erzgebirge bedurfte es einer Kraftanstrengung beziehungsweise Kräftemobilisierung, um den Test gegen den Bundesligisten überhaupt durchführen zu können. Noch am Montagvormittag bat der FC Erzgebirge um Mithilfe der Fans, den Rasen und auch die Wege rund um das Erzgebirgsstadion vom Schnee zu befreien. „Dank Stadionbrigade, Trainerteam, Mannschaft, Staff und zahlreichen Fans ist der Rasen im Erzgebirgsstadion wieder grün“, vermeldete der Drittligist einige Stunden vor Anpfiff. Und das freute schließlich auch Union-Cheftrainer Steffen Baumgart. „Ein großes Dankeschön an Aue, dass das Spiel trotz der schwierigen Bedingungen möglich gemacht wurde. Ein Riesendank nicht nur an den Verein, sondern auch an die Fans. Das ist ganz wichtig“, sagte Baumgart.

Das Geburtstagskind: Apropos Steffen Baumgart: Der Kult-Trainer der Köpenicker feierte am Montag seinen 54. Geburtstag. Gut gelaunt stieg er von den Augen der „Freien Presse“ aus dem Mannschaftsbus und nahm zahlreiche Glückwünsche wartender Berliner entgegen, darunter die des Unioner Kult-Stadionsprechers Christian Arbeit sowie einiger Aue Fans. Fotos wurden bei dieser Gelegenheit natürlich auch gleich geknipst. Zur Feier des Tages erhielt Baumgart vor Anpfiff einen Präsentkorb. Eine schöne Geste des FC Erzgebirge. Überreicht wurde das Geschenk von Michael Tarnat, dem neuen Sportgeschäftsführer des Drittligisten.

Aues Neu-Sportchef Michael Tarnat überreicht Union-Trainer Steffen Baumgart ein Geburtstagsgeschenk.
Aues Neu-Sportchef Michael Tarnat überreicht Union-Trainer Steffen Baumgart ein Geburtstagsgeschenk. Bild: Steffen Colditz

Tarnats erster Akt: Der Ex-Nationalspieler und Ex-Bayern-Profi stand bereits einige Minuten vor der Präsentübergabe im Mittelpunkt, als er sich im Erzgebirgsstadion den Pressevertretern vorstellte und den ersten Fragen Rede und Antwort stand. Tarnat erklärte, dass unheimlich viel Qualität in der Mannschaft stecke und der aktuelle Drittliga-Tabellenplatz überhaupt nicht mit ebenjener Qualität zusammenpasse. „Die Frage ist nur, wieso die PS nicht auf die Platte gekommen sind. Die Frage muss ich mir und den Jungs stellen und die Antwort herausfinden“, schilderte Tarnat.

120 Minuten offenes Visier: Bei Minusgraden im Erzgebirge spielten beide Mannschaften zielstrebig nach vorn. Union Berlin, das im ersten Durchgang in Bestbesetzung und mit einem Dreier-Sturm agierte, erarbeitete sich eine Vielzahl von Chancen, ließ einige aber mitunter leichtfertig liegen. Die Gegentreffer wiederum wären aus Auer Sicht vermeidbar gewesen. Und nicht nur das: Offensiv kam die Härtel-Elf in 120 Minuten selbst zu vielen vielversprechenden Möglichkeiten, wie im Liga-Alltag aber machten die Veilchen zu wenig aus ihren Chancen. Nach wie vor eine Baustelle der Erzgebirger, die allerdings zielstrebiger agierten, als noch in der Vergangenheit. So oder so: Am Ende war es damit ein verdienter, knapper Sieg des Bundesligisten.

Die Stimmen der Trainer: Für beide Teams ging es darum, wieder Matchpraxis zu bekommen. Beide Seiten konnten schließlich mit dem Auftritt ihrer Mannschaften gut leben. „Am Ende gewinnen wir die ersten 60 Minuten, die zweiten verlieren wir verdient“, lautete Baumgarts Fazit. „Wir können mit dem Test sehr zufrieden sein“, erklärte Aue-Coach Härtel, der allerdings auch anmerkte: „Wir wissen aber auch, dass ein Bundesligist ein solches Spiel anders annimmt als ein Drittligist, deswegen sollten wir es nicht überbewerten.“

Die Nachwuchsspieler: Mit Maxim Kindel, Luis Pohlenz und Quentin Fraulob haben drei U19-Nachwuchsspieler Einsatzzeit erhalten. Besonders die beiden Letztgenannten haben Härtel zufolge ihre Aufgabe sehr gut gemacht. „Fraulob ist ein guter Box-to-Box-Spieler, der immer in die Tiefe geht und die Angriffe unterstützt. Und auch Pohlenz hat es sehr ordentlich gemacht und war robust in den Zweikämpfen. Das sind Jungs, die ja auch schon oft mittrainiert haben“, sagte Härtel. Mit den Auftritten dürften sie sich für weitere Testspieleinsätze bei den Profis empfohlen haben.

Statistik
Aue: Uhlig – Fallmann (61. Seidel), Malone (61. Majetschak), Barylla (61. Zobel), Seiffert (61. Collins) – Simnica (61. Uhlmann), Tashchy (61. Clausen), Günther-Schmidt (61. Stefaniak) – Weinhauer (61. Schmid), Bär (43. Kindel/82. Pohlenz/101. Fraulob), Hetzsch(61. Ehlers)
Berlin: Rönnow (43. Raab/82. Klaus) – Doekhi (61. Prosche), Querfeld (61. Nsoki), Leite (61. Markraf) – Trimmel (61. Preu), Kemlein (61. Kral), Haberer (61. Schäfer), Köhn (61. Juranovic) – Burke (61. Ansah), Ilic (61. Ljubicic), Burcu (61. Jeong)
SR.: Bartnitzki (Erfurt). Zuschauer: 2332. Tore: 0:1 Kemlein (10.), 0:2 Burke (54.), 1:2 Fraulob (109.)

Erschienen am: 05.01.2026 | 20:55 Uhr
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