Heimkehr der verlorenen Söhne

Alte Liebe, neu entfacht: Bei Borussia Dortmund ist die Rückkehr ehemaliger Starspieler Programm. Nicht immer ging das gut.

Dortmund.

Mit Mats Hummels holt Borussia Dortmund zum vierten Mal in sechs Jahren einen verlorenen Sohn zurück. Der kommt wie schon 2008 vom FC Bayern zu den Westfalen. Der Weltmeister reiht sich ein in eine Liste prominenter Namen. "Freie Presse" zählt sie auf.

 

Siegfried Held: Der begnadete Dribbler wechselte 1965 und 1977 zweimal von den Offenbacher Kickers zum BVB, für den er zwischen 1965 und 1971 (183 Spiele/41 Tore) sowie 1977 bis 1979 (47 Spiele/3 Tore) stürmte. Später arbeitete der gebürtige Sudetendeutsche als Trainer, dabei unter anderem 1993/94 sehr erfolgreich beim damaligen Bundesligisten Dynamo Dresden.

 

Erdal Keser: Der türkische Stürmer wechselte nach 82 Bundesligaspielen und 22 Toren im Dortmunder Trikot 1984 zu Galatasaray Istanbul, kehrte 1986 noch einmal für eine Saison zum BVB zurück (24 Spiele/5 Tore), bevor es ihn endgültig in seine Heimat zog. 2014/15 tauchte Keser noch einmal in Mitteleuropa als Trainer des Schweizer Zweitligisten FC Wil auf.

 

Jürgen Wegmann: Die "Kobra", so der Spitzname des gebürtigen Esseners, ging 1986 ausgerechnet zum Dortmunder Revierrivalen Schalke 04, von wo er nur ein Jahr später zu den Bayern weiterwechselte. Nach zwei erfolgreichen Jahren in München mit 26 Toren in 58 Bundesligapartien kam er 1989 zu den Dortmundern zurück, bei denen er noch einmal zwei starke Jahre hatte, ehe er seine Karriere ab 1991 verletzungsbedingt ausklingen lassen musste.

 

Andreas Möller: Der gebürtige Frankfurter spielte zwischen 1988 und 1990 sowie 1994 und 2000 zweimal erfolgreich für den BVB, mit dem er 1997 im Finale gegen Juventus Turin auch die Champions League gewann.

 

Jörg Heinrich: Der Rathenower war von 1996 bis 1998 wie auch von 2000 bis 2003 Leistungsträger bei den Westfalen - wie auch in den beiden Jahren dazwischen beim AC Florenz.

 

Nuri Sahin: Der Mittelfeldspieler war ein echtes BVB-Urgestein. Im nahen Lüdenscheid geboren, wechselte er mit zwölf Jahren 2001 zur Borussia und spielte dort mit Ausnahme eines einjährigen Leihgeschäfts mit Feyenoord Rotterdam bis 2011 in Dortmund. Als überragender Spieler beim Meistertitel 2011 wechselte er mit großen Träumen und einem Sechsjahresvertrag zum Weltclub Real Madrid. Nach nur vier Ligaspielen wurde er zum FC Liverpool verliehen, ehe ihn Dortmund wieder aufnahm. Zur prägenden Figur wie vor dem Wechsel zu Real wurde er nicht wieder. Im Sommer 2018 ging Sahin nach Bremen.

 

Shinji Kagawa: Für nur 350.000 Euro war der Japaner 2010 das Dortmunder Schnäppchen. Der Mittelfeldspieler wurde in den beiden Jahren seiner ersten Dortmunder Zeit jeweils Meister, im zweiten zudem Pokalsieger. Manchester United legte 2012 16 Millionen Euro für Kagawa auf den Tisch. Dort rutschte er schnell in den Status eines Ergänzungsspielers ab und klopfte prompt wieder beim BVB an, der ihn 2014 zurückholte. Zunächst war er wieder Stammspieler, später nicht mehr. Weil Trainer Lucien Favre gar keine Verwendung mehr für ihn hatte, wurde er im vergangenen Winter an Besiktas Istanbul verliehen. Aktuell sucht er einen Verein.

 

Mario Götze: Die Nachricht vom Wechsel nach München sorgte im April 2013 für Wirbel. Götze hatte eine Ausstiegsklausel über 37 Millionen Euro, der FC Bayern zog sie. Öffentlich wurde das ausgerechnet vor dem Champions-League-Halbfinale des BVB gegen Real Madrid. Auch deshalb wurde der spätere WM-Finaltorschütze von den Dortmunder Fans lange angefeindet. Götze, Wunschspieler von Pep Guardiola, wurde beim FC Bayern nie glücklich. 2016 kehrte er nach Dortmund zurück. Der Einstand war schwierig, auch weil Götze an einer Stoffwechselerkrankung litt. Erst die vergangene Saison war wieder eine gute.

 

Mats Hummels: Der 30-Jährige hat nun zum zweiten Mal in Dortmund angeheuert. 2008 kam er als weitgehend unbekanntes Talent aus München, jetzt als Weltstar für mehr als 30 Millionen Euro Ablöse. Zweimal war er mit dem BVB schon Deutscher Meister, ein dritter Triumph ist das große Ziel.fp/dpa

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