Löw selbstkritisch: "Da war ich fast arrogant"

Bundestrainer Joachim Löw hat sich bei seiner Analyse des WM-Desasters sehr selbstkritisch gezeigt. Sein "allergrößter Fehler" sei das Vorhaben gewesen, mit dominantem Ballbesitzfußball durch die Vorrunde kommen zu wollen. "Ich wollte das auf die Spitze treiben, das perfektionieren. Da war ich fast arrogant. Da gibt es nichts zu beschönigen", sagte Löw am Mittwoch in München.

Man müsse die Nationalmannschaft nach dem "absoluten Tiefschlag" von Russland "wieder auf eine stabilere Spielweise vorbereiten. Wir müssen flexibler, stabiler sein. Ich bin bei der WM zu viel Risiko gefahren", sagte der 58-Jährige. Er hätte das Team "ein Stück weit zurückholen müssen". Künftig seien taktisch "Anpassungen gefragt. Wir müssen unsere Spielweise adaptieren. Ich werde nicht mehr volles Risiko einfordern."

Zudem habe er es nicht geschafft, räumte Löw ein, "das Feuer, das man braucht, zu schüren, und neue Schlüsselreize zu setzen, dass alle mit großer Leidenschaft, Einsatz, Zweikampfstärke agieren." Dies hätte er "einfordern müssen. Wir hatten nur eine kleine Flamme."

Vor den Länderspielen am 6. September in München gegen Weltmeister Frankreich und drei Tage später in Sinsheim gegen Peru werde er diese Attribute "wieder einfordern. Für mich als Trainer ist das das Allerwichtigste. Dann haben wir ein sehr, sehr gutes Fundament."

Er selbst habe auch nach 14 Jahren noch "die große Motivation, Energie, Kraft und Begeisterung", meinte Löw, "dass wir das Schiff wieder auf Kurs bringen". Er wisse aber, "dass wir alle unter besonderer Beobachtung und unter besonderem Druck stehen. Wir müssen ein klares Zeichen setzen in vielen Bereichen. Ich bin überzeugt von unserer Klasse. Ich bin sicher, dass wir das hinbekommen."

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