Nach Neymars Werbe-Eigentor: CBF stärkt Star den Rücken

Nach einer turbulenten Woche für Superstar Neymar mit einem selbst provozierten Schlag ins Image-Kontor hat Brasiliens Fußballverband CBF dem 26-Jährigen nun demonstrativ den Rücken gestärkt. Mit einer vom Zeitpunkt her – gut vier Wochen nach dem Viertelfinal-Aus gegen Belgien – eher überraschend auf der Homepage veröffentlichten WM-Bilanz, in der in einem bewusst positiven Fazit nur Neymar namentlich genannt wird.

Der Stürmer des französischen Meisters Paris St. Germain, der am Donnerstag auf der China-Tour in Shenzhen zum Team des deutschen Trainers Thomas Tuchel stieß, war laut CBF-WM-Fazit ein Beispiel, wie sehr die Spieler Verletzungsprobleme vor und während der WM überwunden hätten. Der Text hob zudem hervor, dass Neymar in fünf Turnierspielen 26 Mal gefoult worden sei. Und mit 5,2 Fouls pro Partie den höchsten Schnitt bei der WM gehabt hätte.

"Und dennoch hat er nicht locker gelassen", heißt es lobend in dem Kommuniqué, in dem nicht einmal der Name von Nationaltrainer Tite, der seinen Vertrag entgegen sonstiger Gepflogenheiten vom CBF verlängert bekam, auftaucht. Tite soll die Selecao für den Hexa, den sechsten Titel, 2022 in Katar fit machen. Da wäre Neymar, dessen Name in der FIFA-Vorschlagliste zur Wahl des weltbesten Fußballer des Jahres diesmal fehlt, dann 30.

Der zweifellos begabte Dribbelkünstler, der nach seinem Ende Februar erlittenen Mittelfußbruch erst kurz vor der WM wieder fit war, hatte in Russland allerdings die Fußball-Fans mit seinen theatralischen Einlagen nach Fouls gegen sich aufgebracht. Um kritischen Fragen zu entgehen, hatte er dann sein persönliches WM-Fazit erst wenige Tage später in seinem nur für Kommentare enger Freunde offenen Instagram-Profil veröffentlicht.

Am vergangenen Sonntag folgte dann das Image-Eigentor. In einem national ausgestrahlten TV-Werbe-Spot seines Hauptsponsors (Gilette), halb Eingeständnis seines Fehlverhaltens bei der WM ("Ich habe noch nicht gelernt, Frust zu verarbeiten"), gab Neymar klar zu verstehen, dass man ihm unrecht tue. "Du kannst weiter Steine (gegen mich) schleudern, oder diese Steine wegwerfen und mir helfen, aufrecht zu stehen", flehte der PSG-Angreifer, weil dann "ganz Brasilien" mit ihm aufstünde.

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