Fußball
UEFA untersucht Rassismus-Vorwurf nach Real-Sieg in Lissabon

Das Champions-League-Spiel zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid wird von einem Rassismus-Vorwurf überschattet. Jetzt ermittelt die Europäische Fußball Union.

Lissabon.

Der mutmaßliche Rassismus-Vorfall im Playoff-Hinspiel der Champions League zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid hat ein Nachspiel. Die Europäische Fußball-Union UEFA kündigte an, die vor allem von Real-Star Vinícius Junior erhobenen Vorwürfe gegen Benfica-Profi Gianluca Prestianni zu untersuchen. Der 20-Jährige soll Vinícius Junior nach dessen Siegtor und einem von den Benfica-Spielern als provokant wahrgenommenem Jubel rassistisch beleidigt haben.

Prestianni bestritt dies in einer Stellungnahme auf Instagram: "Ich möchte klarstellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt rassistische Beleidigungen gegen Vinícius Junior gerichtet habe, der leider das, was er zu hören glaubte, falsch interpretiert hat." Er sei niemals rassistisch gegenüber irgendjemandem gewesen und bedauere, dass ihn Real-Spieler bedroht hätten.

Mund von Benfica-Profi war nicht zu sehen

Prestianni hatte sich bei der verbalen Auseinandersetzung das Trikot über Mund und Nase gezogen. "Rassisten sind vor allem Feiglinge. Sie müssen sich das Trikot in den Mund stopfen, um ihre Schwäche zu demonstrieren", schrieb Vinícius Junior bei Instagram. "Doch sie genießen den Schutz anderer, die theoretisch zur Bestrafung verpflichtet sind."

Schiedsrichter François Letexier aus Frankreich hatte nach der Vinícius-Junior-Beschwerde die Partie am Dienstagabend im Estádio da Luz für mehrere Minuten unterbrochen. Mit gekreuzten Armen hatte er angezeigt, dass das Anti-Rassismus-Protokoll der UEFA durchlaufen wird. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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