Gipfel München gegen Alba: Premiere für «Elch» Monroe

Nummer eins gegen Nummer zwei - Alba Berlin tritt beim FC Bayern an. Die Basketball-Bundesliga blickt auf den Gipfel in München. Die perfekte Bühne für einen wuchtigen Bayern-Neuzugang mit tierischem Spitznamen - und sozialer Ader.

München (dpa) - In seinen Spitznamen musste Greg Monroe erst hineinwachsen. Als «Elch» (englisch «Moose») titulierte ihn einmal ein Klassenkamerad an der Helen Cox High School in Louisiana.

Von einem Kraftprotz war der US-amerikanische Basketballer, der mit dem FC Bayern München am Sonntag (15.00 Uhr) seinen ersten Bundesliga-Gipfel gegen Alba Berlin bestreitet, damals aber noch weit entfernt. Als Frischling an der Schule habe Monroe beim Bankdrücken im Kraftraum vielleicht gerade mal 75 Pfund geschafft, erinnerte sich sein früherer Trainer Tyrone Mouzon an den damals schon 2,04 Meter großen Center. «Er war so ein kleiner, dürrer Junge.»

Aus dem Schlaks ist ein 2,11 Meter großer und rund 120 Kilogramm schwerer Athlet herangewachsen, der es bis in die NBA geschafft hat. 2010 wurde Monroe in der Talentlotterie von den Detroit Pistons an Nummer sieben gezogen. 632 Spiele gegen Superstars wie LeBron James, James Harden oder Dirk Nowitzki bestritt der Linkshänder, ehe er im Sommer an die Isar wechselte. Ein Mega-Transfer für die Bundesliga. «Im letzten Jahr haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir in der Breite nicht gut genug aufgestellt waren», sagte Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic mit Blick auf den langen Ausfall von Devin Booker. «Wir haben in der Breite die Qualität vermisst.»

Um nachzulegen, wurde der französische Nationalspieler Mathias Lessort verpflichtet und eben auch Monroe, der zuletzt für die Philadelphia 76ers auflief. «Ich fühle, dass das der beste Platz für mich ist», sagte er bei seiner Verpflichtung. «Ich wollte meine Karriere auf hohem Niveau fortsetzen.»

Monroe hat seine Stärken unter dem Korb. In der NBA hat sich das Rollenbild eines Centers aber längst gewandelt. Reboundstärke und Treffsicherheit aus nächster Nähe werden weiter von den Hünen verlangt. Allerdings bringen Spitzenleute wie Nikola Jokic (Denver Nuggets) oder Joel Embiid (Philadelphia 76ers) auch Spielmacherqualitäten mit und treffen aus der Distanz. «Ich denke, ich kann immer noch in der NBA spielen. Das ist aber irrelevant, ich bin jetzt hier», sagte Monroe.

Er steckt noch immer im Anpassungsprozess und hat Luft nach oben. Seine durchschnittlichen Werte in der Bundesliga (11,6 Punkte, 5,6 Rebounds und 3,2 Vorlagen) können sich aber schon sehen lassen - die jüngste Bilanz der Münchner gegen Alba ebenso. In der vergangenen Saison gewann der FC Bayern alle fünf Duelle in der Bundesliga, nur im Pokal war der Hauptstadtverein einmal erfolgreich. Pesic schätzt die Fokussierung Monroes. «Es gibt kleine Unterschiede im Spiel, in den Regeln. Es ist aber immer noch Basketball», meinte Monroe zu der Umstellung auf den europäischen Stil.

Für den 29-Jährigen, der die NBA-Helden Tim Duncan und Kevin Garnett als seine Vorbilder nennt, ist es wichtig, etwas zurückzugeben. Der in New Orleans geborene Profi erlebte 2005 selbst die verheerenden Auswirkungen von Hurrikan Katrina. Zusammen mit seiner Mutter Norma Jean und Schwester Brittany musste er vorübergehend nach Houston fliehen. 2011 gründete Monroe eine eigene Stiftung, um seiner Gemeinde zu helfen. «Ich will soviel wie möglich zurückgeben», sagte er. «Ich will eine Inspiration für die Jugend sein.»

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