Zu früh gedrückt: Alfred Gislason leistet sich in der Schlussphase gegen Serbien einen unglücklichen Fauxpas.
Zu früh gedrückt: Alfred Gislason leistet sich in der Schlussphase gegen Serbien einen unglücklichen Fauxpas. Bild: Sina Schuldt/dpa
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Gislason nimmt Auszeit-Patzer auf seine Kappe: "Ist fatal"

In einer dramatischen Schlussphase gegen Serbien zählt der deutsche Ausgleich nicht, weil der Bundestrainer zu früh auf einen Knopf drückt. Was Kapitän Golla dazu sagt und wie das DHB-Team reagiert.

Herning.

Handball-Bundestrainer Alfred Gislason hat die volle Verantwortung für seinen folgenschweren Auszeit-Patzer in der dramatischen Schlussphase gegen Serbien genommen. "Das ist natürlich fatal aus meiner Sicht und geht völlig auf mich. Ich wollte das Timeout nehmen, wo wir gerade vollzählig sind. Leider habe ich dann den Bruchteil einer Sekunde zu früh gedrückt", erklärte der Isländer nach der überraschenden 27:30-Niederlage der deutschen EM-Handballer im zweiten Vorrundenspiel.

Was war passiert? In der 58. Minute hatte Spielmacher Juri Knorr eigentlich den Ausgleich zum 26:26 erzielt, als plötzlich ein lauter Sound in der Arena in Herning ertönte. Gislason hatte an der Seitenlinie auf den roten Buzzer gedrückt, um eine Auszeit zu nehmen. Allerdings war Knorrs Ball zu diesem Zeitpunkt noch nicht über der Torlinie. Gislason hatte offenbar nicht mit einem Treffer gerechnet. "Die Auszeit war passend zum Spiel. Aber daran hat es nicht gelegen. Das passiert", befand Knorr.

Schluroff: "Kein Vorwurf an den Trainer"

Auch Kapitän Johannes Golla nahm seinen Trainer in Schutz. Der Kreisläufer sprach zwar von einer ungünstigen und ärgerlichen Situation, die aber nicht spielentscheidend gewesen sei. "Alfred wollte die Auszeit nehmen, bevor das Zeitspiel kommt. Da erwischt er eigentlich einen guten Moment. Dass Juri genau in dem Moment intuitiv einläuft, konnte keiner absehen. Er hat sich in der Auszeit direkt dafür entschuldigt", berichtete Golla.

Nach Meinung von Teamkollege Miro Schluroff passte die Situation ins Gesamtbild der zweiten Halbzeit. Nach einer guten ersten Hälfte waren die zweiten 30 Minuten geprägt von Fehlern im Angriffsspiel. Auch die Abwehr stand längst nicht mehr so kompakt wie in den Testspielen gegen Kroatien oder beim EM-Auftakt gegen Österreich. "Aber kein Vorwurf an den Trainer, das kann immer passieren", befand Schluroff. (dpa)

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